Zitat von Einfachatmen: mein NM kam von seinem Woe zurück, er war bei seiner Schwester und sie haben über die Ehe der Eltern geredet und ich habe plötzlich so viel Parallelen zu seiner Art in unserer Ehe gesehen.
Das ist interessant und untermauert das was mir mein PT vor Jahren gesagt hat. Wir leben immer das nach, was wir kennen und orientieren uns ganz unbewusst an den Eltern. Wir führen das fort was uns vorgelebt wurde - Gutes wie Schlechtes.
Und die Ehe meiner Eltern formte auch mich stark. Meine Mutter nahm die untergeordnete Position ein auch wenn mein Vater kein Patriarch der alten Schule ist. Aber sie fühlte sich oft unverstanden und haderte mit sich und der Welt.
Und mir ging es genauso in Beziehungen. Ich fühlte mich irgendwann immer wie das kleine Mädchen das hilflos zuschaut was gespielt wird. Die Ohnmachtsstellung, die mit großen Verlust- und Versagensängsten einhergeht, war bei mir Programm.
Zwanghaft lebte ich mein inneres Dilemma nach und kam nicht raus aus dem Kreisel. Erst diese Affäre vor 10 Jahren hat mich so weit gebracht, dass ich erkannte, dass ich bei mir anfangen musste anstatt nur den untauglichen Partner zu analysieren.
Wenn die Ehe seiner Eltern schon seltsam war, dann kannst Du von ihm nichts Anderes erwarten. Es ist das "Kapital" an Beziehungsfähigkeit das er mitbrachte und was Du vielleicht nicht bemerkt hast weil es sich in jungen Jahren noch nicht so drastisch zeigte.
Ob die Ehe jetzt ein "Fake" war oder nciht, bleibt sich gleich. Es ist eine Ehe und der sind immerhin 4 Kinder entsprungen. Also war ja nciht alles schlecht.
Erst durch Bewusstwerdung was ich alles mit mir rumschleppte, wurde es besser. Ich werde nun viel weniger von inneren Impulsen gesteuert und glaube zumindest dass ich heute selbstbestimmter lebe.
Du wirst zwangsläuftig noch auf viele Dinge kommen die schief gelaufen sind. Eigenartige Verhatlensweisen, unerklärliche Dinge werden sich im Lauf der Zeit klären. Diese Zeit, wo Du dann anfängst Dich selbst in Frage zu stellen, ist nicht schön - aber heilsam.
Es bringt Dir nichts, ihn jetzt "auseinander zu nehmen", er ist wie er ist. Aber Dir werden dennoch noch viele Dinge auffallen bei ihm. Und die solltest Du dann in Relation zu Dir setzen. Wie habe ich mich da und dort gefühlt, als er ..., was machte das mit mir, wie habe ich mich verhalten und was habe ich selbst in die Ehe eingebracht?
Das nennt man Aufarbeitung, die schon eine lange Zeit in Anspruch nimmt, aber sie ist auch heilsam.
Es bringt nichts einfach das Umfeld zu ändern, denn der Mensch dahinter bleibt derselbe und nimmt sich immer mit.
Und jetzt kommen Existenzängste. Verstehe ich gut. Es wird sicher schwierig etwas für Dich und die Kinder zu finden. Du bräuchtest ein Häuschen damit jeder sein Zimmerchen bewohnen kann und das ist teuer.
Ist es nciht möglich, das Haus zu halten, damit Ihr dort bleiben könnt. Und er soll sich was Eigenes suchen.
Ist schon super dass sich Dein Mann anscheinend nicht viele Gedanken darüber macht, was mit den Kindern geschieht. Ein toller Mann, auf den man wirklich bauen kann und der einem in schwierigen Zeiten mit Rat und Tat zur Seite steht.
Es geht immer irgendwie weiter und manchmal gibt es auch Glücksfälle und Unverhofftes kommt ins Leben. Tue was möglich ist, aber den Rest bestimmt das Leben. Erzwingen lässt sich nichts.