E-Claire
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Zitat von Vidi:Mit meinem jetzigen Partner ist es anders. Er hat keinen direkt Zugang zu seinen Emotionen und versteht demzufolge auch Emotionen bei anderen nicht bzw. kann er sich nicht in andere hineinversetzen oder das, was sein Gegenüber empfindet, nachempfinden. Er orientiert sich ausschließlich an dem was gesprochen wird. Zeige ich bei ihm abwehrendes Verhalten, nimmt er das sehr ernst, kommt im Leben nicht auf die Idee, dass ich emotional Zuspruch bräuchte und bleibt so fern er kann, bis ich mich wieder melde. Gelebte Emotionalität macht ihm eher noch Angst, weil er das nicht deuten kann. Ich habe das immer als ein im Stich lassen empfunden und dachte er wollte mich einfach nicht verstehen, gibt sich nicht ausreichend Mühe. Fakt ist aber, er kann es einfach nur tatsächlich nicht und das hat er diverse Male auch versucht mit mir zu kommunizieren.
@Vidi
vielen Dank für diese Beschreibung.
Deine Worte bringen eine meiner Wahrnehmungen so liebevoll und exakt auf den Punkt. Ich halte es auch für eine Funkübertragungsstörung, was mich nach wie vor ein bißchen beschäftigt, ist die Frage des Lebens und Nehmens.
Die Übersetzungsleistung, wenn du so willst, also das Anerkennen, daß die Übertragungsstörung besteht, sowie der Versuch die andere, fremde "Welt" kennenzulernen, sollte ja von beiden geleistet werden.
Da aber, wie festgestellt, die Welten und damit nicht die Maßstäbe einheitlich sind, woran wäre erkennbar, daß sich der andere auf seine Art und Weise ebenfalls bemüht.
Und wie lässt sich Grenzziehung bewerkstelligen, ohne in (beidseitige) emotionale Verletzung abzudriften?