53

Schluss in der Kennenlernphase-gibt es noch Hoffnung?

Grätchen

Grätchen

159
4
201
Hallo meine Lieben,

ich habe einige Zeit still mitgelesen und mich nun entschlossen, mir doch auch einmal alles von der Seele zu reden.
Puh, wo fange ich an?

Vor 3 1/2 Monaten habe ich über eine Bekannte einen Mann kennengelernt. Wir sind beide seit 7 Monaten von unseren vorigen Partnern getrennt; ich war zuvor in einer dreijährigen On-Off-Beziehung, er in einer 6-jährigen, ebenfalls schwierigen, festen Beziehung.

Wir waren uns sofort sympathisch, haben uns in den ersten Wochen oft getroffen und uns schnell verliebt. Mir hat an ihm gefallen, dass er es langsam hat angehen lassen, keinen Druck gemacht und nichts von mir erwartet hat, da er gemerkt hat, dass es mir schwer fällt, mich Menschen gegenüber zu öffnen. Nach zwei Monaten haben wir das erste Mal miteinander geschlafen und seitdem geht es bergab.

Zum Verständnis kurz meine Vorgeschichte: Ich hatte keine wirklich schöne Kindheit; wenig Liebe, dafür umso mehr Schläge. Ich war das schwarze Schaf der Familie und das hat man mich deutlich spüren lassen. Alles, was ich tat, sagte oder dachte war falsch, albern, gestört. gute Leistungen (in der Schule) wurden nicht honoriert, bei schlechten Leistungen gab es Prügel, mindestens aber wurde mir vermittelt, dass ich eben einfach dämlich bin.
Mein Selbstwertgefühl ist nicht das Größte, obwohl ich mittlerweile gelernt habe, meine positiven Eigenschaften, die ich besitze, zu schätzen.
Zudem leide ich unter Bindungs-und gleichzeitig Verlustangst. Ich habe bereits 2 Therapien hinter mir, die mir auch geholfen haben, aber naja. von Heilung kann hier nicht die Rede sein.

Ich bemühe mich, meine Ängste in den Griff zu kriegen, in Situationen, wo ich in alte Muster falle, so zu reagieren, wie ich es gelernt habe.
Das klappt nicht immer und wie bereits angedeutet, hat das nun dazu geführt, dass meine neue Bekanntschaft die Flucht ergriffen hat. Nachdem wir das erste Mal miteinander geschlafen haben, wurde wieder ein Schalter in mir umgelegt. Zunächst habe ich mich etwas zurückgezogen, wurde abweisender ihm gegenüber. Die ersten Wochen hatten wir auf Grund Corona viel Zeit für einander, nun geht es langsam wieder alles seinen gewohnten Gang.
Er arbeitet im Schichtdienst, hat viel aufzuarbeiten, was während der Kurzarbeit liegen geblieben ist und hat dementsprechend wenig Zeit. Da hat mich dann wieder meine Verlustangst gepackt und ich habe ihm mehrfach unterstellt, er wolle mich nur nicht sehen und bla bla bla, die üblichen Szenen halt.

Ich hatte ihm vor einiger Zeit ein wenig über meine Ängste erzählt, nichts Genaues, habe es auf die vorige unschöne Beziehung geschoben, in der ich ständig belogen wurde -was auch stimmt, aber eben nicht die ganze Wahrheit über den Grund meiner Ängste ist. Er hat auch Verständnis gezeigt und gesagt, er wolle versuchen, mir zu helfen, aber nun sagt er, er schaffe es nicht. Er habe mich sehr lieb, aber momentan könne er mit meinen Launen einfach nicht umgehen. Er habe jahrelang die Launen seiner Ex ertragen müssen, er möchte nicht mehr, er habe auch keine Nerven mehr dazu.

Nachdem ich ihn zwei Tage lang bedrängt habe, schrieb er mir, ich solle ihn doch bitte mal für ein paar Tage in Ruhe lassen, was ich getan habe. Gestern, also weitere 2 Tage später, erhielt ich plötzlich eine Nachricht von ihm, dass er sich freuen würde, wenn ich mich am Dienstag mit ihm auf einen Spaziergang treffen würde.
Jetzt packt mich wieder die Panik. Ich denke, wir alle wissen, was es bedeutet, wenn eine Aussprache an einem öffentlichen Ort statt finden soll. Er befürchtet eine Szene, die er zu vermeiden hofft, wenn wir uns in der Öffentlichkeit treffen. Also hat er nichts Gutes zu sagen.

Auf der einen Seite möchte ich Klarheit, ob und wie er sich das weiter mit uns vorstellt, auf der anderen Seite weiß ich nicht, ob ich es packe, mir anzuhören, dass er keine Chance mehr für uns sieht.
Ich bin hin und her gerissen und würde ihm am liebsten sagen, er solle mir einfach schreiben, was er zu sagen hat -dann habe ich nämlich noch das Wochenende Zeit, mich halbwegs zu sammeln, bevor ich Montag wieder arbeiten muss. Und gleichzeitig habe ich Angst, in einer Antwort per WhatsApp nicht richtig reagieren zu können, nicht die richtigen Worte zu finden, für offene Fragen. Oder dass er mich danach blockiert und ich gar keine Chance habe, überhaupt etwas zu sagen.

Ich weiß, dass Abstand im Moment das Beste wäre, damit wir beide wieder runter kommen, vor allem ich. Aber ich befürchte, wenn ich das Gespräch nicht wahr nehme, wird es kein Weiteres geben.
Ich brauche momentan einfach mal eure mentale Unterstützung, eure neutrale Sichtweise.

Liebe Grüße und sorry für den langen Text,
Grätchen

16.05.2020 12:14 • x 1 #1


DerRob

DerRob


191
3
237
Ohje, hi Grätchen.
Ich bin ja auch kein Beziehungsprofi.
Aber wenn ich frisch verliebt bin, möchte ich möglichst viel Zeit mit diesem Menschen verbringen.
(Ich wurde jetzt von meiner neuen Freundin genau wegen diesem zu viel verlassen, es war also auch wieder nicht richtig.)

Vielleicht hat es bei ihm nicht so gefunkt wie bei Dir und er wollte sich mit Dir über die letzt Beziehung hinwegtrösten.
Angeblich funktioniert sowas aber nicht sehr gut.

Also ich hätte auch keine Lust auf dieses Gespräch und würde sofort herausfinden wollen was er mir zusagen hat.
Man macht sich doch verrückt beim warten über die Tage. Versuch es so schnell wie möglich abzuhaken.


Jetzt gebe ich hier Tipps obwohl ich selber noch meiner Ex hinterher heule!

16.05.2020 12:32 • x 2 #2



Schluss in der Kennenlernphase-gibt es noch Hoffnung?

x 3


Hansl

Hansl


8178
3
7758
Zitat von Grätchen:
Aber ich befürchte, wenn ich das Gespräch nicht wahr nehme, wird es kein Weiteres geben.


Du musst es wahrnehmen.
Heftig, das Du sowas trotz Therapie nicht in Griff kriegst.
Dann fang an, loslassen zu erlernen.
Dies ist die Basis jeder Liebe.

Zitat von Grätchen:
Zunächst habe ich mich etwas zurückgezogen, wurde abweisender ihm gegenüber.


Ich verstehe es.
Wenn er so etwas kennt, dann geht man.
Nur die zähen überleben.
Auch ich werde jetzt gehen obwohl zäh.
Krieg das in Griff.

16.05.2020 13:06 • x 1 #3


KBR


11262
5
20382
Mit Deinem Mann tat / tut es auch immer weh und Du hast immer weiter gemacht.

Möglicherweise gibt es Parallelen.

Die Frage, wie Du Dir einen Umgang mit Dir wünschst, hast Du nicht beantwortet.

16.05.2020 13:23 • x 1 #4


frechdachs1


2393
1
2965
Hey und willkommen im Club der vermeindenden Beziehungskiller

Ich würde das Gespräch wahrnehmen, auch wenn es im Herzschmerz endet. Du musst dir vor Augen halten, dass solche Dinge zum Leben dazu gehören und das hat nichts mit dir als Mensch zu tun. Man kann nun mal nicht jedem gefallen, so wie dir nicht jeder gefällt. Er kommt gerade aus einer alten Beziehung und die Wunden sind noch frisch. Wir Beziehungskiller sind leider von der Sorte Mensch, die das Heiß-Kalt-Spiel perfekt drauf haben. Wir merken gar nicht, wie sehr das den Gegenpart trifft und verunsichert. Da er nun erst vor kurzem seinen Herzschmerz der alten Beziehung verarbeiten musste, oder noch immer tut, ist das erneute Drama vllt. einfach zu viel für ihn.

Nimm also eine Trennung (sollte er das vorhaben) nicht persönlich. Eine Schuld (sollte es diese geben) ist nicht zwangsläufig bei dir zu suchen, da auch seine Umstände momentan nicht rosig sind. Hättet ihr euch etwas später getroffen wäre vllt. vieles anders gekommen. Nimmst du dieses Gespräch nicht war, kommst du evtl. immer tiefer in deine Muster der Vermeidungstaktik. Wenn du die Möglichkeit hast, sprich sonst einfach nochmal mit deiner Therapeutin vor dem Gespräch.

16.05.2020 13:28 • x 2 #5


Grätchen

Grätchen


159
4
201
Hallo und lieben Dank für eure Antworten.

Ich habe nicht den Eindruck, dass ich nur ein Notnagel für ihn war. Ich denke auch, dass er seine letzte Beziehung definitiv abgeschlossen hat. Wissen kann man es natürlich nie. Aber ich vertraue ihm schon in seinen Gefühlen für mich.

Ich kenne seine Ex sehr gut, und ohne sie angesichts meines eigenen Verhaltens verurteilen zu wollen, sie ist schon eine sehr anstrengende und unangenehme Person. Ich kann mir daher schon sehr gut vorstellen, dass sein Schluss machen durchaus mit meinem Verhalten zu tun hat, das leider in gewisser Hinsicht das dem seiner Ex ähnelt. Warum also sollte er sich vom Regen in die Traufe begeben?
Es ist auch nicht so, dass ich ihn nicht verstehe. Ich weiß ja selber, wie schwierig ich in solchen Situationen bin und verstehe daher, dass gerade jemand, der da vorbelastet ist, keine Lust drauf hat. Ich hatte trotzdem irgendwie auf mehr Verständnis gehofft.

Es ist ja auch so, dass wir uns noch nicht so lange kennen, und auch wenn ich mir sicher bin, dass er nach wie vor in mich verliebt ist (er sagt auch, dass sich seine Gefühle für mich nicht geändert haben, er aber eben meine Launen nicht erträgt), weiß ich nicht, ob diese Gefühle stark genug sind, um sich das anzutun. Gerade in der Anfangsphase kann das ja ganz schnell umschlagen. Und davor habe ich Angst.

Ja, loslassen...das fällt mir immer sehr schwer. Manchmal kriege ich das gut hin. Aber in der aktuellen Situation ist es schwer. Ich gebe mir die Schuld für das Ende, es ist so ein Gefühl von was wäre,wenn. Ich habe gar nicht die Chance gehabt, heraus zu finden, ob das mit uns was Festes geworden wäre, weil ich es gleich verbockt habe. Dabei hat er nie Zweifel daran gelassen, dass er sich das vorstellen kann. Dieses Wochenende war ein Treffen mit ein paar Freunden von ihm geplant, wo er mich vorstellen wollte. Das hat sich ja nun zerschlagen.

Eigentlich würde ich schon am liebsten darauf bestehen, dass er mir jetzt gleich sagt, was Sache ist. Ich kann ungeklärte Situationen nur schwer aushalten, will alles sofort geregelt haben. Leider weiß ich aber auch, dass solche Schnellschüsse oft nach hinten losgehen. Meine Ungeduld schadet mehr als dass sie hilft, oft genug erlebt. Leider scheine ich nicht daraus zu lernen.

16.05.2020 13:46 • #6


frechdachs1


2393
1
2965
Zitat von Grätchen:
Eigentlich würde ich schon am liebsten darauf bestehen, dass er mir jetzt gleich sagt, was Sache ist. Ich kann ungeklärte Situationen nur schwer aushalten, will alles sofort geregelt haben. Leider weiß ich aber auch, dass solche Schnellschüsse oft nach hinten losgehen. Meine Ungeduld schadet mehr als dass sie hilft, oft genug erlebt. Leider scheine ich nicht daraus zu lernen.

Du möchtest doch an deinen Defiziten arbeiten, oder? Dann tue es doch genau ab jetzt. Er bat dich um einen Spaziergang in ein paar Tagen. Dann geh mit ihm spazieren. Vermeide das Gespräch nicht und klammere nicht, indem du jetzt Antworten forderst. Ich weiß das ist schwer auszuhalten, aber vllt. bist du überrascht was zum Schluss herauskommt. Noch ist nicht alles verloren, aber besser machst du es mit drängen nicht

16.05.2020 13:54 • x 4 #7


Grätchen

Grätchen


159
4
201
Zitat:
Da er nun erst vor kurzem seinen Herzschmerz der alten Beziehung verarbeiten musste, oder noch immer tut, ist das erneute Drama vllt. einfach zu viel für ihn.


Danke, frechdachs. Ja, fast genau so hat er es auch gesagt. Dass es nicht an seinen Gefühlen liegt, aber er aufarbeiten müsse, da er die letzten 2 Jahre nur funktioniert hätte. Und dass wir uns wahrscheinlich zu einem falschen Zeitpunkt getroffen haben.
Er hat sicher recht, aber das will ich nicht einsehen. Ich mag ihn, er mag mich, das muss doch reichen!?

Zitat:
Die Frage, wie Du Dir einen Umgang mit Dir wünschst, hast Du nicht beantwortet

Danke für dein Input, KBR. Meinst du seinen Umgang mit mir?
Ich wünsche mir mehr Verständnis von ihm, obwohl ich sicher bin, dass ich da viel von ihm abverlange. Es würde mir schon helfen, wenn er mich in solchen Situationen einfach nur in den Arm nehmen würde. Ich will nur hören, dass alles gut wird. Ich brauche, wenn die Verlustangst da ist, einfach Sicherheit. Statt dessen zieht er sich zurück, sagt nichts. Er ist überfordert mit der Situation. Ich verstehs ja..

Ihr seid so lieb Danke für euer Verständnis, kommt leider nicht oft vor. Oft wird immer nur gesagt, ich solle mich zusammen reißen und mich wie ein normaler Mensch benehmen. Aber das ist nicht so einfach, wenn man eben nicht normal ist. Das ist schwer nachzuvollziehen.

16.05.2020 14:02 • #8


Grätchen

Grätchen


159
4
201
Zitat von frechdachs1:
. Er bat dich um einen Spaziergang in ein paar Tagen. Dann geh mit ihm spazieren. Vermeide das Gespräch nicht und klammere nicht, indem du jetzt Antworten forderst.


Ich habe aber Angst, dass ich anfange zu weinen, ihn anbettel, bitte doch bei mir zu bleiben und noch mehr peinliche Sachen. Da würde sicher auch die Öffentlichkeit nichts dran ändern. (Bei der Vorstellung muss ich jetzt irgendwie selber lachen, wie albern ich mich benehme).

Ich habe Angst, nicht souverän mit seiner Antwort umgehen zu können. Dass es endgültig, ganz sicher und unwiderruflich aus ist. Es wäre ok für mich, wenn er sagen würde, dass wir jetzt erst einmal Ruhe ins Land einkehren lassen und schauen, wie und was sich entwickelt. Ich möchte auch nicht daran anknüpfen, wo wir aufgehört haben. Ich sehe selber, dass das so nicht funktioniert und keinen Sinn macht. Ich möchte einen wirklichen Neuanfang, Dates, sich kennenlernen, langsam heran tasten, ohne Gedanken im Hinterkopf, dass wir ja schon fast eine Beziehung hatten oder haben können.

16.05.2020 14:12 • #9


frechdachs1


2393
1
2965
Zitat von Grätchen:
Ich habe aber Angst, dass ich anfange zu weinen, ihn anbettel, bitte doch bei mir zu bleiben und noch mehr peinliche Sachen. Da würde sicher auch die Öffentlichkeit nichts dran ändern. (Bei der Vorstellung muss ich jetzt irgendwie selber lachen, wie albern ich mich benehme).

Darf ich fragen, wie du dich laut Therapie in diesem Moment verhalten solltest?

16.05.2020 14:19 • #10


Mienchen

Mienchen


2178
7
3456
Liebes @grätchen, ich weiß es ist schwer, wenn man unter Verlustangst leiden muß. Aber ich glaube, du setzt ihn arg unter Druck mit deinem Sicherheitsbedürfnis. Lass die Tage bis zum Spaziergang verstreichen und dann sprecht normal miteinander. Bis dahin hat er sich auch gesammelt.

Es ist nichts verloren und du mußt auch sehen, daß du an solchen Situationen wachsen wirst

16.05.2020 14:21 • #11


Grätchen

Grätchen


159
4
201
@Frechdachs
Meine letzte Therapie ist fast 5 Jahre her. Das war nach der Trennung von meinem damaligen Partner. Im Grunde soll ich mich so verhalten, wie ihr ja auch sagt. Offen gegenüber dem sein, was der Partner/Ex-Partner sagt, nicht sofort reagieren, sondern sacken lassen, nicht alles persönlich nehmen. Ich muss lernen, die Wünsche oder Sichtweise des anderen zu akzeptieren und auch auszuhalten, dass es nicht immer so läuft, wie ich das will. Verständnis für die Situation des anderen aufbringen und Akzeptanz,Akzeptanz, Akzeptanz. Da gibt es dann auch so tolle Achtsamkeitsübungen, Gedankenübungen, Meditationsübungen.

Das hilft mir in vielen Situationen auch, obwohl ich das alles auch wieder viel zu sehr schleifen lassen. Bei einem normalen Streit hilft mir das, runter zu kommen und los zu lassen. In der jetzigen Situation gerade wenig. Es ist Schluss, und die Ungewissheit macht mich fertig. Ich kann mich auch auf keine der Übungen konzentrieren. Ich bin einfach zu aufgewühlt. In der Theorie weiß ich, wie ich mich zu verhalten habe, ich kriege es gerade nur nicht umgesetzt. Er reagiert ja auch nicht so, wie ich es bräuchte.

Ich mag auch keine Therapie mehr machen, ich weiß ja schon alles. Hat mir ja auch in vielen Dingen geholfen, es ist grundsätzlich besser geworden. Aber manchmal habe ich Phasen, wo es mich zum Zeitpunkt vor den Therapien zurück haut. Und laut meiner Therapeutin ist es wohl so, dass man oft nur eine Verbesserung erreicht, lernt, damit umzugehen, aber man eine Heilung nicht erwarten darf. Es gibt wohl einfach Fälle, wo das Urvertrauen nicht mehr wiederhergestellt werden kann. So ein Fall bin ich dann wohl.


@Mienchen
Auch dir lieben Dank für deine Antwort. Mir ist leider bewusst, dass ich ihn sehr unter Druck setze. Deswegen melde ich mich auch nicht bei ihm, wie von ihm gewünscht. Aber es fällt mir schwer. Ich habe ständig das Bedürfnis, ihm zu erklären, warum ich tue, was ich tue, weil ich denke, er muss mich dann doch verstehen. Das muss doch alles ändern. Leider enden solche Erklärungen nur in ellenlangen Texten, ohne wirklich was zu sagen. (Wie man hier ja auch sieht..ich schreibe und schreibe und schreibe..)

16.05.2020 14:52 • #12


frechdachs1


2393
1
2965
Hat deine Therapie an der Verarbeitung der Ursachen der Beziehungsprobleme angesetzt oder an der Verhaltensproblematik jetzt?

Weiß er, dass du die Fehler die du in Eurer Beziehung gemacht hast, schon erkannt hast?

16.05.2020 14:59 • #13


Grätchen

Grätchen


159
4
201
Zitat von frechdachs1:
Hat deine Therapie an der Verarbeitung der Ursachen der Beziehungsprobleme angesetzt oder an der Verhaltensproblematik jetzt?

Weiß er, dass du die Fehler die du in Eurer Beziehung gemacht hast, schon erkannt hast?


Ich weiß jetzt nicht genau, worauf du mit deiner Frage hinaus willst. Gehört das nicht zusammen, Verarbeiten und Abstellen der unerwünschten Verhaltensmuster? Nur wenn man erkennt, warum man sich verhält, wie man sich verhält, kann man etwas ändern. Mit dem Verarbeiten hapert es bei mir vielleicht. Ich versuche, Verständnis dafür aufzubringen, warum meine Eltern mich so behandelt haben, warum ich für alles der Sündenbock war. Warum ich es meistens war, die es abgekriegt hat, obwohl ich noch 2 Schwestern habe. Ich verstehe, warum meine Eltern gehandelt haben, wie sie haben. Ich versuche auch, zu verzeihen, aber wirklich begreifen und vor allem verzeihen kann ich nicht, dass ich am Schlechtesten von uns dreien behandelt worden bin, weil ich es nicht verstehe und meine Eltern und auch Geschwister es so darstellen, als hätte es in unserem Haus lediglich mal Klapse gegeben, die doch keinem von uns geschadet haben
Also nein, verarbeitet habe ich es nicht, weil ich es nicht verstehe. Ich muss immer alles verstehen. Ich brauche Gründe, Erklärungen, und die habe ich nicht.

Hmh, ich habe ihm gesagt, dass es mir leid tut, und dass ich weiß, dass ich mich falsch verhalten habe. Ich weiß es ja wirklich. Aber was nützt mir das Wissen, wenn ich die Fehler immer wieder mache?

16.05.2020 15:48 • #14


aquarius2

aquarius2


6420
7
7406
Also irgendwie stelle ich mir vor, dass es mit dir als Partnerin auch nicht so einfach ist. Durch schlechte Erfahrungen in der Kindheit leidest du sowohl an bindungs als auch an Verlustangst, sagst du. Dieser Mann hatte auch eine schwierige Beziehung was auch immer das heißen mag.

Zitat von Grätchen:
Meine letzte Therapie ist fast 5 Jahre her. Das war nach der Trennung von meinem damaligen Partner. Im Grunde soll ich mich so verhalten, wie ihr ja auch sagt.


Ich lese raus, im Prinzip weißt du, was du nicht machen sollst und meistens tust du das, aber das scheint nicht zu reichen. Ihm wurde es wohl so zuviel.

Zitat von Grätchen:
Ich mag auch keine Therapie mehr machen, ich weiß ja schon alles. Hat mir ja auch in vielen Dingen geholfen, es ist grundsätzlich besser geworden. Aber manchmal habe ich Phasen, wo es mich zum Zeitpunkt vor den Therapien zurück haut.


In diesem Zustand bist du für den anderen toxisch, tut mir leid, wenn ich das so sage. Das ist genauso, wie wenn ein Paar sich darauf einigt eine Exklusivbeziehung einzugehen und einer immer fremdschläft und denkt, wenn der andere es nicht merkt oder moniert ist es ok. Das ist es aber nicht und der Partner will sich eben nicht damit abfinden. Jeder hat eine Grenze, wird die überschritten würde ich auch gehen.

Zitat von Grätchen:
Es gibt wohl einfach Fälle, wo das Urvertrauen nicht mehr wiederhergestellt werden kann. So ein Fall bin ich dann wohl.


Wie willst du Beziehungen und Freundschaften eingehen ohne Urvertrauen? Wie ist es mit Freunden und Freundinnen oder Geschwistern, wie ist die Beziehung zu denen?

16.05.2020 16:02 • #15



x 4