Muffy
Gast
ich lese schon lange mit und habe auch sehr lange überlegt, ob ich mich anmelden und dieses ( für mich) sensible Thema eröffnen soll. Einfach weil ich weiß, wie sehr es polarisiert und wie sehr ich andere Menschen triggern werde. Dafür möchte ich mich im Vorfeld entschuldigen und hoffe, dass ihr es mir nachsehen werdet. Auch nachsehen,dass ich zum zweiten Mal in diese Lage kam und von Sätzen: " selber Schuld" oder "Du hast es nicht anders verdient" absehen könntet. Ich weiß dass ich als erwachsene Frau, durch meine eigenen Entscheidungen in solche Situationen gekommen bin. Ich verstehe das Unverständis welches mir hier vielleicht entgegen kommen wird.Ich hoffe nur, dass es nicht ausartet.
vor ca 5 Jahren traf ich einen Mann. Ich steckte damals noch in der Anfangsphase meines Burnouts. Suchte jemanden der mich tragen konnnte. Jemanden der mich so sieht wie ich bin, weil ich dazu selber nicht mehr in der Lage gewesen bin. Ich war von seiner ( vermeintlichen ) Stärke sofort angezogen. Auch wenn ich keinerlei S-Anziehung verspürte, gab ich mich ihm hin. Er trennte sich von seiner Frau und wir waren ein Paar. Im Nachinein kam heraus, dass er aber schnell wieder mit ihr zusammen kam und ich offiziell nur die Affäre gewesen bin. Ich möchte die Geschichte jetzt nicht wieder erzählen, weil es nicht darum geht. Sie soll nur zum Verständnis beitragen. Darum kürze ich es auch ab. Er trennte sich indem er mich ghostete und ich bettelte einen Monat darum, dass er zurück kommen soll. Ja, ich weiß wie erbärmlich das war. Aber zu dem Zeitpunkt brauchte ich ihn. Ich verlor mich. Es wurden am Ende ca. 2 Jahre in denen ich im Schatten lebte. Es endete sehr heftig. Verleumdung, Hass noch mehr Lügen und ich war am Boden. Es hat weitere zwei Jahre gedauert bis ich mich wieder frei und gut fühlte.
Ja sogar dankbar für diese Erfahrung bin, weil sie mich hat reifen lassen.
Ich bin stark, habe aber auch erkannt, dass ich bedürftig bin und auch immer sein werde.Es ist ein Teil von mir, den ich auch sehr gern habe. Ich weiß aber auch, dass ich gerade mit diesem Wissen, aufpassen muss welche Männer ich an mich heran lasse.
Viele Menschen tragen etwas bedürftiges in sich, der eine mehr und der andere weniger. Wenn man weise und erwachsene Entscheidungen trifft, ist daran auch nichts verkehrt. Tja .
Zwei Jahre nach dieser , für mich traumatischen, Erfahrung, begann ich eine neue Arbeitsstelle und da war ein Mann von dem ich mich bewusst ferngehalten habe, weil ich ahnte, dass es nur wieder schief laufen würde. Der Gute ist verheiratet. Tja das ganze habe ich 6 Monate gut ausgehalten. Ich dachte, ich wäre mittlerweile stark genug um das Firten auch als solches zu sehen. Nicht mehr und nich weniger.
Es wurde mehr und wir haben einmal miteinander geschlafen. Er ist im Urlaub, natürlich mit Familie, und ich vermisse ihn. Ich merke, dass ich schon wieder in den gleichen Haufen reingetreten bin, aus dem ich mich kraftvoll heraus gebuddelt habe. Ich will da wieder raus.
Ich schreibe hier um meine Gedanken zu sammeln. Um das Vermissen hier los zu werden um Ratschläge zu bekommen. Um Inspirationen zu bekommen. Vielleicht sehe ich etwas nicht, was ihr im Laufe des Schreibens aber seht?
Danke fürs lesen.