@Otten, wenn die Geschichte anders herum wäre, eine Frau mit Belastungsdepression und 3 Kindern zu Hause überfordert, eine fremde Parfümflasche zu sehen glaubte und ihr arbeitender Mann eine Stunde später zu Hause war als angekündigt, sie daraufhin bei Ankunft ein Donnerwetter abgelassen hat, dann eingelenkt hat, dann im Keller weint und nun die Scheidung will, würde man auch davon ausgehen, dass das Problem komplexer ist als nächtliches Stillen und dabei einschlafen.
Wir sind uns aber einig, dass der Mann in dieser Familienkonstellation zurückstecken musste und ihm das nicht gut getan hat. Dass die TE in der Familienkonstellation das "Problem" ist, führt aber nicht weiter. Die Kinder waren gewollt, der Mann im Burn-Out und die Frau verdient gut/besser. Wären die Rollen umgekehrt, käme der Tipp, öfter Blumen mitzubringen, Paartherapie zu machen, einen Babysitter oder eine Haushaltskraft zu engagieren, um die Hausfrau zu entlasten. Aber den Rat, sie nachts öfter mal zu "beep" hab ich hier noch nie gelesen.
@regenbogen05: Nach meiner Erfahrung scheitern Ehen, in denen der Mann nur zu Hause ist oder die Frau sichtbar mehr Geld nach Hause bringt als der Mann, an dem zerbröselnden Selbstwertgefühl des Mannes, das die Frau durch nichts (auch nicht durch 6) stabilisieren kann, weil es darum geht, wie der Mann sich im Verhältnis zu anderen Männern (und nicht im Verhältnis zu seiner oder anderen Frauen) einstuft.
Mit meinen Posting wollte ich der TE die Angst vor einer Trennung und Scheidung nehmen. Viele Frauen mit Hausmännern (genauso wie Vollzeit arbeitende Männer mit Hausfrauen) glauben, dass sie nicht beides schaffen können, den Hauspartner nicht ersetzen können, und versuchen deshalb, eine Trennung unbedingt zu vermeiden. Bei den arbeitenden Frauen zeigt sich aber, dass der Aufwand für Haushalt und Kinder neben der Arbeit nach einer Weile gut machbar ist, wenn man die Balance selbst bestimmen kann, und man davor keine Angst haben muss. Eine unausbalancierte Ehe ist häufig anstrengende als eine ausbalancierte Alleinverantwortung. Das wollte ich, auf die Frage der TE, "Was soll ich tun? loswerden." Ob ihr das mehr oder weniger hilft als der Rat, abzustillen und für ihren Mann nachts verfügbar zu sein, wird sie selbst entscheiden können.
Und ja, ich musste für mich selbst loswerden, dass ich es schlimm finde, wenn Frauen in gemeinem Ton intimste Entscheidungen anderer Frauen herauspicken, um damit das Scheitern von Beziehungen zu begründen. Hätte die TE berichtet, dass sie sich untenrum nicht mehr rasiert oder nach 3 Kindern 20 Kilo schwerer ist, wäre dann wohl ein "kein Wunder, dass der Mann geht, wenn Du Dich so gehen lässt" gekommen. Wenn das Leben mal so einfach wäre...
Fakt ist: Der Mann der TE will die Scheidung. Sie muss damit jetzt umgehen. Weder Parfümflaschen noch 6Angebote werden daran etwas ändern. Einem Mann wäre geraten worden, umgehend einen Fachanwalt aufzusuchen, Dokumente zu sichern, um die Kinder zu kämpfen, die Diskussionen mit dem Partner auf das Notwendige zu reduzieren, sich schon mal damit abzufinden, dass wohl ein anderer Mann dahinter steckt, und sich ausrechnen zu lassen, was ihn die Trennung und Scheidung kosten wird und neben mehr Sport sich schon Mal Pläne zu machen, wie er mit weniger Geld jetzt klar kommt. Aber auf keinen Fall hinter der scheidungswilligen Frau herzurennen und sich vor ihr zum Horst zu machen. Wieso sollte der Rat an die TE anders lauten?