Meine erste Frage wäre, ob der Noch-Vermieter Deiner Freundin schon einen Nachmieter hat oder sie einfach mit ihm das Mietverhältnis fortsetzen könnte.
Das hielte ich im Moment für alle 5 für das Beste.
Zitat von AndiY: Im November haben wir überlegt noch vor der Geburt zusammen zu ziehen.
Warum eigentlich?
Um Dir die Fahrerei zu ersparen? Wieviel Homeoffice oder Elternzeit hast Du, um ihr viel beim Baby helfen zu können?
Oder in der Hoffnung, dass ihr dann automatisch zusammen wachst?
Zitat von AndiY: Ohne die Schwangerschaft wäre das Zusammenziehen auch kein Thema.
Da seid ihr euch also einig, dass das Kind der einzige Grund ist, zusammen ziehen zu wollen.
Habt ihr im Detail darüber gesprochen, wie das dann aussieht?
Denn sowas hier
Zitat von AndiY: weil sie merken, dass 2 Erwachsene im Haushalt einfach auch mehr Zeit für sie bedeuten, als wenn ich alleine mit Ihnen bin.
lässt mich ahnen, dass Deine Vorstellungen ganz anderer Natur sein könnten als ihre.
Kann es sein, dass Du sie Abendessen kochen siehst, damit Du in der Zeit mit den Töchtern spielen oder Hausaufgaben machen kannst? Und dass Deine Freundin sich eher vorstellt, dass Du 50% der Nachtschichten mit dem Baby übernimmst?
Habt ihr das konkret festgelegt?
Zitat von AndiY: Sie hat aber leider selbst keine Vorschläge gebracht wie sie es sich konkret vorstellt, was ihr wichtig ist und welche Kompromisse wir als Patchwork finden können
Das stimmt so aber nicht. Denn sie hat Dir doch gesagt, dass ihr im gemeinsamen Haushalt konsequente Regeln (Händewaschen etc.) und Teamwork (sie vorher fragen und nicht zu bereits Geplantem dazu einladen) sowie gleichmäßig verteilte Lasten (Zusammenziehen in der Mitte) wichtig sind. Nur hast Du ihr in all diesen Punkten ja schon Mal eine Absage erteilt.
Also kein Wunder, dass sie das hier
Zitat von AndiY: Ich habe sie gebeten, dass sie mir vertrauen muss, dass ich das in diesem Fällen wo ich sie nicht fragen kann im Besten Sinne für unser Familienleben entscheide und dabei gute Absichten – auch für sie – haben werde
nicht ernst nimmt. Sie hat es ja bislang anders erlebt. Nämlich dass Du bestimmst, was das Beste -auch für sie- ist.
Dabei weiß sie doch genau, welche Absicht die eigentlich treibende Kraft ist
Zitat von AndiY: Ich möchte halt Rücksicht auf die Kinder nehmen und natürlich nicht, dass sie irgendwann mal sagen bei Papa gefällt es uns nicht mehr, er hat keine Zeit mehr für uns, es verändert sich alles, Papa hat uns nicht mehr lieb und sie sich dann hier nicht mehr wohl fühlen oder gar nicht mehr zu mir kommen wollen.
Diesem Ziel ordnest Du letztlich alles unter. Das darfst Du auch. Kinder haben immer Prio1. Und wenn Du Angst haben musst, dass Deine Töchter nicht mehr zu Dir kommen wollen, wenn die neue Freundin signifikant stattfindet (also eigene Regeln aufstellen darf, sichtbare Küsse bekommt und das vierte und nicht mehr fünfte Rad am Wagen im Spaßbad ist), dann wirst Du die Interessen der Freundin und des Babys immer hinter die Interessen der Töchtern stellen müssen.
Und genau das sagt Deine Freundin Dir ja. Und dennoch versuchst Du ihr zu verkaufen, dass Du irgendwie schon allen 4 gerecht werden wirst. Aber hast Du denn wirklich vor, Deine Entscheidungen weniger im Alleingang zu fällen und Deine Prioritäten auch mal zu Gunsten des neuen Kindes zu verschieben oder hoffst Du nur, dass die Freundin und das Baby eben genügsamer sind als die Töchter?
Denn Deine Freundin hat aus ihrer Sicht schon große Opfer für Dich gebracht
Zitat von AndiY: obwohl sie nach eigener Aussage viel von ihrem jetzigen Lebensstandard (Großstadt, Freunde, Familie) aufgibt und zu mir in die Kleinstadt, wo sie niemanden außer mir hat, ziehen muss.
Aus Deiner Sicht sieht das so aus
Zitat von AndiY: Ich bin bereit dafür viel zu investieren, Zeit, Geld, Geduld.
Zitat von AndiY: Ich hatte ihr von Anfang an klar gemacht, dass ich in meinem Ort bleiben muss und dass der Kindesumgang und das Wochenmodell nur so funktioniert.
Du wärst bereit, Zeit, Geld und Geduld zu investieren. Aber nicht für Fahrtwege. Nicht für die Integration der Freundin als Deiner Partnerin vor den Kindern. Nicht als Wertschätzung für Ihre Zeit.
Zitat von AndiY: Dabei hatte sie mir vorher auf Nachfrage nicht erzählt was sie so macht.
Wenn sie Dir also nicht sagt, dass sie Pläne hat, darfst Du über ihre Zeit verfügen, unzuverlässig sein und wegen etwas, das Dir wichtiger erscheint, den gemeinsamen Plan umwerfen?
Du erwartest von ihr ständig Anpassung.
Wo passt Du Dich an?
Zitat von AndiY: Aus dem Affekt habe ich sie gefragt, ob wir das dann lieber für heute Abend lassen sollen und wieso es sie stört.
Da wird eher das Kind gefragt, ob Du Deine Freundin küssen sollst, als selbst eine Haltung zu haben oder auch Mal die Freundin zu befragen. Affekt bedeutet doch nicht, dass Deine Freundin das gut finden muss oder Dir den Affekt verzeihen muss. Die Zeit und Geduld, das auszubügeln und dafür zu sorgen, dass Du gegenüber einer Frau, mit der Du ein Kind bekommst, auch normale Zuneigung zeigen kannst und das nicht jede zweite Woche verstecken musst, hast Du noch nicht gehabt. Das kannst Du doch so nicht stehen lassen.
Zitat von AndiY: Sie selbst macht kaum Vorschläge für gemeinsame Aktivitäten und kommt dann eher mal auf mein Fragen oder Planen zu mir
Ja klar. Die hat das Vertrauen verloren und sich zurückgezogen. Wundere Dich bitte nicht, wenn was beim Umzug dazwischen kommt oder sie zwar mit Kartons einzieht, aber nur sehr selten zu Hause ist.
Wie ist da eigentlich der Plan für die Zukunft?
Wird das Baby, sobald es etwas größer ist, mitbekommen, dass in seiner Woche vor dem Essen die Hände immer gewaschen werden und in der anderen Woche nur, wenn man Lust hat? Und dass sich in seiner Woche die Eltern küssen, aber in der anderen Woche nicht mehr?
Mit scheint eine Patchworkfamilie, die nur darauf ausgerichtet ist, die Besuchskinder an sich zu binden, auf sehr tönernen Füßen zu stehen.
Warum denkst Du denn, dass Deine Kinder Dich nicht mehr sehen wollen, wenn Du ihnen sagst, dass sie sich öfter die Hände waschen sollen oder sie Dich die Mutter ihres Geschwisters küssen sehen? Warum ist die Bindung zu Deinen Kindern so fragil? Du musst Dich bei Deinen Kindern doch auch Mal unbeliebt machen können, um sie gut erziehen zu können.
Zitat von AndiY: Kurz darauf hatte ich einen Tag Spaßbad mit den Kindern geplant. Ich hatte sie darüber informiert, dass wir da morgen hinfahren - worauf sie nicht reagiert hat. Kein „hey, das klingt gut, kann ich mitkommen“ oder so,
Das ist das, was Du nach einem Zusammenziehen spätestens ändern musst. Bislang ist Deine Freundin zu Gast bei Deinen Kindern und in der kinderfreien Woche zu Gast bei Dir.
Und auch Deine Eltern sehen ja überhaupt keine Notwendigkeit, dass Du für sie und Dein drittes Kind Dir ein Bein ausreißen müsstest. Eher noch soll die Neue Dich unterstützen, so scheint es
Zitat von AndiY: Meine Eltern sagen mittlerweile, dass ich mich verändert habe, mir zu viele Gedanken mache, zu viel im Haushalt, in der Vorbereitung für die Wohnung mache
Wie kann man denn im eigenen Haushalt zu viel machen? Wer soll es denn sonst machen?
Oder soll sich Deine Freundin einfach nahtlos in die noch offenen Lücken einpassen?
Zitat von AndiY: Ich sehe eher nicht die Geduld und den Wunsch mitzumachen bei meiner Partnerin
Du planst, sie macht mit.
Und wenn sie Dir vorher ihre Pläne mitteilt, berücksichtigst Du sie.
Es sei denn, Du hast wichtige(re) Gründe (z.B. 20 Minuten längere Fahrtzeiten oder die Prio1 funkt dazwischen).
Das System nennt sich in den USA benevolent patriarch und wird von religiösen Menschen als genau richtig empfunden und von Atheisten eher abgelehnt. Bist Du religiös?
Zitat von AndiY: Ich hatte sie wieder gefragt ob sie schon Vormittags kommen möchte
Wenn wir Mal ehrlich sind, hast Du ihr gesagt, dass sie am Vormittag willkommen wäre und Du gerne möchtest, dass sie schon früher kommt. Was sie möchte, besprecht ihr doch gar nicht. Denn das müsste ja schon viel früher passieren und nicht erst, wenn Deine Pläne schon feststehen. So war diese Frage im Grund nur die Information, wo im Tag eine Lücke wäre, in die sie sich nahtlos einfügen könnte.
Diese Vorgehensweise fliegt Dir spätestens mit der Geburt des Babys um die Ohren.
Denn dann wirst Du nicht mehr begründen können, warum die Töchter Prio1 haben und das Baby sich ebenfalls in die Lücken fügen muss, um Deine Bindung zu den Töchtern nicht zu gefährden.
Aus meiner Sicht hast Du die Konkurrenz, die zwischen der Frau und den Töchtern entstanden ist und zwischen den Töchtern und dem Baby entstehen wird, selbst herbeigeführt, indem Du die Bedürfnisse Deiner Freundin stets aus Rücksicht um Deine Töchter bzw. Deinen Stand bei Deinen Töchtern weit von Dir gewiesen hast und Deine Freundin bei Dir stets nur Gast und Nachgedanke und 5. Rad ist. Das wird sich auch durch ihren Einzug nicht ändern.
Zitat von AndiY: Dann wird aus 15min Fahrt zur Schule/Kita/Exfrau mal locker 30-40 Minuten pro Strecke, was definitiv nicht mehr alltagstauglich und für die Kinder zumutbar ist.
Was machst Du denn, wenn die Töchter Dich fragen, ob ihr zu dritt was unternehmt, wenn das Baby geboren ist?
Und was machst Du, wenn Deine Freundin eine andere Kita für passender für euer gemeinsames Baby hält? Ist Dir dann die zusätzliche Fahrzeit nicht zu viel? Oder steht das gar nicht zur Debatte, wenn die nicht auf dem Schulweg der Töchter liegt und Deine Freundin Dich eben als Papa von zwei Töchtern kennen gelernt hat?
Ich finde, dass man Dir den Umstand, dass Du kein drittes Kind haben wolltest und Deine Freundin auch nie richtig in Dein Leben integriert hast, schon sehr deutlich im Handeln anmerkt.
Vielleicht belässt ihr es einfach dabei und Du akzeptierst, dass Deine Freundin sich jetzt mit Baby von Dir zurück zieht und am Ende ihr eigenes Ding macht, einfach, statt sie aufzufordern, bei Dir mitzumachen, ohne dass Du bei ihr wirklich mitmachst oder sie bei Dir mitgestalten lässt.