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Sehr unsicher wie es weitergehen soll

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Zitat von Arella:
1 Kind eingezogen. Sein Sohn war im Haushalt. Du wolltest noch ein Kind und hast es bekommen. Du hast gefühlt fast alles allein gemacht. So ein ...

Hmmm es ist nicht alles falsch was du schreibst. Allerdings auch nicht ganz richtig. Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich leibliche KINDER (Mehrzahl, mindestens zwei) haben möchte. Und er hat diesem Punkt von Anfang an zugestimmt und erst als es dann an das „Machen“ ging, seine Aussage zurückgezogen. Ja ich habe es dann nicht einfach akzeptiert. Und weißt du der Punkt mit „sich wenig kümmern“ der
war ja auch schon beim ersten gemeinsamen Kind da, bei dem Kind das er ganz freiwillig gezeugt hat. Natürlich habe ich mich auch nicht immer richtig verhalten und die Auseinandersetzung um ein weiters Kind, war damals eine schwierige Situation. Was hatte zu gelten? Die Aussage die er zu dem Zeitpunkt schon fast ein Jahrzehnt getroffen hatte und auf die ich mich verlassen hatte oder sein Sinneswandel zu dem Thema. Aber dieser Punkt ist ja auch gar nicht das Thema bzw. der Punkt zu dem ich Austausch gesucht habe.

#31


A
Zitat von Zerissen_:
Mein Problem ist aber, ich komme gefühlsmäßig nicht mehr rein.

Verstehe ich: Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht. Und die Jahre allein in einer WG haben dich gebrochen. Unglaublich was du geleistet hast.

Klar könnt ihr es mit Therapie und Zeit probieren.

Zieh es aber nicht künstlich in die Länge, das nutzt weder euch noch den Kindern etwas. Denn das bare Minimum wird nicht mehr reichen und vermutlich kann er nicht mehr geben auf Dauer.

#32


A


Sehr unsicher wie es weitergehen soll

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Zitat von Akelei76:
Verstehe ich: Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht. Und die Jahre allein in einer WG haben dich gebrochen. Unglaublich was du geleistet ...

Das ist tatsächlich neben dem Punkt, dass ich Angst habe gefühlsmäßig nicht mehr reinzukommen meine größte Angst, dass er einfach nicht mehr geben kann, zumindest nicht auf Dauer. Lustig, den Spruch mit dem Krug kannte ich bis vor kurzem gar nicht und jetzt begegnet er mir ständig.

#33


A
Zitat von Zerissen_:
dass ich Angst habe gefühlsmäßig nicht mehr reinzukommen meine größte Angst, dass er einfach nicht mehr geben kann, zumindest nicht auf Dauer.

Hätte ich auch.

Wie ist das denn? Hälst du ihn aus? Seine Anwesenheit, seinen Geruch?

Was hat sich jetzt geändert nach eurer Aussprache? Hast du mehr Zeit für dich?

#34


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Zitat von Akelei76:
Hätte ich auch. Wie ist das denn? Hälst du ihn aus? Seine Anwesenheit, seinen Geruch? Was hat sich jetzt geändert nach eurer Aussprache? Hast du ...

Es ist jeden Tag anders. Bedürfnis nach körperlicher Nähe habe ich nicht, also jeder Begrüßungskuss passiert aus „Pflicht“. Wir waren vorletztes Wochenende zu zweit was Essen (das erste Mal seit ca 6 Jahren) das war tatsächlich eigentlich schön. Aber irgendwie auch ein seltsames Gefühl, schmerzhaft irgendwie, wie zwei Menschen die sich mal nahe waren. Ansonsten ist es im Alltag mal ganz normal (also neutral) wenn er da ist, mal möchte ich einfach nur weg sobald er kommt. Ja, tatsächlich fragt er sogar wann ich das nächste Mal verabredet bin. Bringt sich, vor allem am Wochenende, bei den Kids anders ein. Macht Quatsch mit ihnen, spielt, geht von sich aus auf den Spielplatz etc. Es ist nicht übermäßig viel, bei vielen Standard und ich hätte es mir die ganzen Jahre über so gewünscht.

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Sonnenschein85
Zitat von Zerissen_:
Es ist jeden Tag anders. Bedürfnis nach körperlicher Nähe habe ich nicht, also jeder Begrüßungskuss passiert aus „Pflicht“. Wir waren ...

Wenn du merkst das du dich ihm nah fühlst, wenn ihr mal Paarzeit habt, ist das vielleicht auch wichtig für euch. Vielleicht habt ihr euch auf der Paarebene verloren.

#36


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Zitat von Sonnenschein85:
Wenn du merkst das du dich ihm nah fühlst, wenn ihr mal Paarzeit habt, ist das vielleicht auch wichtig für euch. Vielleicht habt ihr euch auf der ...

Ja, das haben wir mit Sicherheit. Die Frage die oft in meinem Kopf kreist ist: ist er der Mensch mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen will. Gar nicht wertend gemeint, er ist wie er ist und ich bin wie ich bin. Und ich befürchte aktuell oft, dass sich hier zwei Menschen zusammen getan haben die eigentlich gar nicht zusammenpassen. Aber es hat halt doch relativ lange funktioniert weil sich einer (ich) klein gemacht hat. Aber jetzt bin ich dazu nicht mehr bereit. Kann er also sich auch Dauer ändern und wir passen dann doch auf einmal zusammen oder kann er es nicht. Und wenn er es kann, kommen meine Gefühle wieder.

#37


J
Ich denke dass du schon länger keine Nähe mehr zu ihm haben wolltest, oder?
All die Jahre hast du dich so verbogen wie ein Bogen/Holz, doch alles hält nur eine gewissen Spannung aus. Dieses Holz ist vermutlich in dir zersplittert und das lässt keine Nähe mehr zu. Jetzt müssen alle Holzsplitter wieder zusammen geleimt werden, damit es bei dir mit der Liebe bzw. der Nähe weiter gehen könnte.

Zitat von Zerissen_:
Mein Mann, den ich die ganzen Jahre nie hab weinen sehen, hat geweint wie ein kleines Kind und mir versprochen sich zu ändern. Seitdem macht er vieles anderes, für die meisten wahrscheinlich das bare Minimum, aber für ihn/uns eine sehr starke Veränderung, macht viel mehr als früher mit den Kids etc.

Ich könnte mir vorstellen, dass bei ihm alle Emotionen die er all die Jahre angesammelt hat auf einmal los geworden ist. Weshalb er sich geändert hat, weißt du das? Denkst du es bleibt so?

Zitat von Zerissen_:
Das ist tatsächlich neben dem Punkt, dass ich Angst habe gefühlsmäßig nicht mehr reinzukommen meine größte Angst, dass er einfach nicht mehr geben kann, zumindest nicht auf Dauer. Lustig, den Spruch mit dem Krug kannte ich bis vor kurzem gar nicht und jetzt begegnet er mir ständig.

Ich glaube nicht dass er unbedingt mehr Liebe geben muss, du müsstest evtl lernen die Liebe so von ihm anzunehmen. Stichwort "Die 5 Sprachen der Liebe". Ich könnte mir vorstellen, dass ihr euch seit Jahren nicht mehr die Liebe gegeben habt oder verstanden habt die der andere ausgesendet hat. Irgendwann ist das 2Liebesfass" leer. Wenn du es wieder füllen möchtest, dann solltet ihr das lernen und eine Paartherapie machen.

x 1 #38


HierDerNameNEU
Spannend. Ich hätte da eine Frage an dich:

Wieso machst du mit einem Mann ein zweites Kind, der dir offen und ehrlich sagt „dann machst du aber alles alleine“ ? Verstehe mich nicht falsch, ich finde es hochgradig irre wie er sich verhält. Aber mit Verlaub: Wieso machst du es dann?

Er serviert dir seine Art und Weise jahrelang, sagt dir dann ins Gesicht das bei Kind Nr2 du bitte wieder alles alleine machst und du dachtest so: Super, gerne!

Kann ich nicht verstehen.

x 2 #39


Z
Zitat von J_Eulenspiegel:
Ich denke dass du schon länger keine Nähe mehr zu ihm haben wolltest, oder? All die Jahre hast du dich so verbogen wie ein Bogen/Holz, doch alles ...

Also ich und er waren schon lange nicht mehr arg auf Nähe aus, ja. Wir haben schon lange nicht mehr als Paar in dem Sinne gelebt. Nichts zu zweit gemacht, wenig geredet was über das „Organisatorische“ hinaus ging. Zu deiner Frage „was denke ich, warum er sich so verändert hat“: tatsächlich sagt er, dass er einsieht das sein Verhalten nicht in Ordnung und verletzend war. Ich denke auch, dass er große Angst bekommen hat seine Familie zu verlieren. Er liebt seine Kinder sehr, das weiß ich, auch wenn es im Zusammenhang mit seinem Verhalten über die Jahre paradox kling.

#40


Z
Zitat von HierDerNameNEU:
Spannend. Ich hätte da eine Frage an dich: Wieso machst du mit einem Mann ein zweites Kind, der dir offen und ehrlich sagt „dann machst du aber ...

Ganz ehrlich? Weil ich unbedingt noch ein Kind wollte. Ich hatte einen extrem starken Kinderwunsch und dieser hat sicher vieles verblendet. Zudem habe ich die Jahre über nicht wirklich realisiert wie nicht Ok das Verhalten meines Mannes war. Und erst als vor ein paar Monaten das Fass übergelaufen ist, ist es mir wie Schuppen von Augen gefallen. Also ich wusste schon die ganze Zeit über, das ist nicht cool wie er sich verhält, aber das Ausmaß war mir nicht bewusst. Und nun gucke ich blöd 🤣

#41


J
Zitat von Zerissen_:
Zu deiner Frage „was denke ich, warum er sich so verändert hat“: tatsächlich sagt er, dass er einsieht das sein Verhalten nicht in Ordnung und verletzend war. Ich denke auch, dass er große Angst bekommen hat seine Familie zu verlieren. Er liebt seine Kinder sehr, das weiß ich,

Das ist schon mal sehr gut, dass er es eingesehen hat, dass sein Verhalten nicht in Ordnung war. Du hast hier geschrieben, dass er Angst hat die Familie zu verlieren, das kann ich nachvollziehen. Dennoch sagt das nichts über die Liebe/Nähe zu dir aus. Er liebt die Kinder und scheint dafür alles zu tun, auch wenn es heißt eine platonische Beziehung mit ihm zu führen. Somit solltet ihr schauen ob ihr eure Liebe wieder entfachen könnt und ihr euch neu in einander verlieben könnt oder nicht. Dazu gehört im ersten Moment auch die Vergangenheit zu verzeihen, die Fehler nicht noch in Jahren vorzuwerfen usw.

Zitat von Zerissen_:
Weil ich unbedingt noch ein Kind wollte. Ich hatte einen extrem starken Kinderwunsch und dieser hat sicher vieles verblendet

Das ist gut, dass du das jetzt erkannt hast und dazu stehst. Was auch für eine gewisse Stärke zeugt. Ehrlich zu sein und vor allem zu sich selber muss man auch lernen.

#42


Z
Zitat von J_Eulenspiegel:
Das ist schon mal sehr gut, dass er es eingesehen hat, dass sein Verhalten nicht in Ordnung war. Du hast hier geschrieben, dass er Angst hat die ...

Tatsächlich bin ich fest davon überzeugt, dass er mich liebt. Die Individuelle Liebesfähigkeit ist natürlich bei jedem anders. Ihm wäre es auch nie in den Sinn gekommen sich zu trennen. Er ist, wie sicherlich viele Männer, ziemlich pragmatisch. Seine „Ansprüche“ an mich eher flach (sorry, mir fällt kein besseres Wort dafür ein), er möchte das ich mich um Haushalt kümmere, die Kinder versorge etc. Daher denke ich, dass es ihm gar nicht so bewusst war das die emotionale Nähe fehlt.
Ich hinterfrage jetzt natürlich extrem viel, auch auf die Vergangenheit…Ja, unsere Beziehung war am Anfang schön, aber waren wir uns damals emotional sehr nahe? Ich kann das grad selber nicht beantworten. Wir haben uns natürlich auch stark verändert im Laufe der Jahre, als wir zusammen kamen waren wir Mitte Zwanzig, da weiß man ja noch nicht so viel über sich, das Leben etc.
und ja, du hast vollkommen recht, man muss verzeihen können. Das ist die Grundlage dafür, dass es wieder funktioniert.

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hotte
Liebe @Zerissen_

willkommen hier im Forum und schade das du das gerade so durchmachen musst. Ich kann deinen Mann verstehen denn ich war genau so. Es ist nix worauf ich stolz bin sondern eher etwas das immer noch an mir nagt, das ich aber nicht ändern kann.

Auch ich habe eine (damal 4 jährige) Tochte mit in meine Beziehung gebracht. Die leibliche Mutter hatte eine Hirnblutung und wurde ein vollpflegefall und ich musste das Sorgerecht vor Gericht einfordern (weil uneheliches Kind). Ich habe mich nicht wirklich viel um das Kind gekümmert und sie oft bei Oma geparkt oder meine Partnerin machen lassen weil ich quasi permanent gearbeitet hatte. Erst nach einigen Jahren habe ich dann festgestellt was die Arbeit mit mir macht und habe mir einen neuen Job gesucht wodurch vieles besser wurde. Ich muss sagen das meine Partnerin mich damals dazu "animiert" hat mich mehr um meine eigene Tochter zu kümmern. Meine Tochter ist mittlerweile 23 und wir haben schon ein paar mal über diese Zeit gesprochen, inklusive das ich mich bei ihr entschuldigt habe das ich "kein guter Vater" gewesen sei aber sie meinte das sie das nie so empfunden hätte. (das passt zu deiner Aussage das die Kids deinen Mann lieben obwohl er so wenig Zeit mit ihnen verbringt).

Als meine Ehe im letzten Jahr in die Brüche ging war ich auch unsicher ob ich meine Partnerin noch liebe (ich bin ein extremer Kopfmensch und je mehr ich von emotionen überfordert war, desto mehr habe ich mich auf die Rationalität zurückgezogen). Sie meinte zu mir das die Liebe komplett erloschen sei.

Mittlerweile, nachdem wir beide Therapien angefangen haben und vieles relfektiert haben, wissen wir das die Liebe nie weg gewesen ist sondern dass da nur ganz viel drüber gelegen hat and Frust, Wut, Enttäuschung und das viele dieser Gefühle unsere jeweils eigenen Themen unserer sog. Schattenkinder waren. (Wir haben beide psych. Altlasten aus der Kindheit die wir nie so richtig verarbeitet bzw. überwunden haben). In der nähe die wir zueinander hatten waren wir nicht in der Lage genug zu reflektieren um das zu erkennen. Mit dem Abstand den wir heute haben, sehen wir das tatsächlich anders.

Das was du von deinem Mann so beschreibst klingt für mich typisch für einen Gen-X´er. Viele Männer haben sehr große Herausforderungen, speziell im Umgang mit Gefühlen. Wie gesagt, ich war ähnlich und ich habe mir damals das Buch "Männerseelen" von Björn Süfke gekauft. Meine Partnerin hatte es vor mir gelesen und sie meinte darauf hin das er ihr die Augen geöffnet habe was so in mir vorgeht und warum ich so bin wie ich bin. Ich denke es könnte auch dir helfen etwas über deinen Mann zu lernen und wenn du es ihm "schmackhaft" machen kannst und er es dann auch liest, habt ihr wieder etwas gemeinsames über das ihr euch austauschen könnt.

Ganz wichtig ist das du auch lernst Grenzen zu setzen und für dich selbst Dinge einzufordern. Es wird am Anfang sicherlich schwer und sich merkwürdig anfühlen aber es ist wichtig weil ihr ansonsten unweigerlich auf einen Abgrund zusteuert in dem vor lauter Frust gar nichts mehr zu retten ist.

Das mit dem Verzeihen ist das schwierigste. Erstens darf man sich jedes mal fragen ob man die aktuelle Situation bewertet oder eventuell ein Vorurteil oder was von damals mit rein spielt und zum anderen kommen wir Menschen nur sehr schwer aus unserer Haut. Das wird also sehr viel Kraft kosten. Aber wenn ihr BEIDE gewillt seid etwas zu verändern, wird es weniger Kraft brauchen als wenn ihr alles hinschmeissen würdet.

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Stella31
Zitat von Zerissen_:
Das ich trotz seiner Verhaltensänderung emotional nicht wieder rein finde, habe ich ihm noch nicht gesagt, schwer sowas auszusprechen

Ich glaube, du hast von Anfang an zu spät und zu milde Dinge angesprochen.
Nur aus der Hoffnung heraus, dass der Partner von selbst merkt, sich zu verändern, klappt i.d.R. nie.

Von vornherein ist es wichtig, erst zu überlegen, was man will und das auch klar auszudrücken.
Und wenn der Partner dann keine Verhaltensänderung vorhat, auch frühzeitig seine Konsequenzen ziehen.

Du hast, obwohl du schon bei eurem ersten Kind gemerkt hast, dass er sich nicht an der Versorgung beteiligt, noch ein Kind mit ihm bekommen.
Und er hat sich, wie zu erwarten war, auch dann nicht mehr gekümmert.

Und du hast deinen Ärger lange heruntergeschluckt und bist nun an einem Punkt, wo deine Gefühle sich verabschiedet haben.

Das ist umso tragischer, weil da drei Kinder dran hängen, die sich wahrscheinlich demnächst in ganz neuer Situation wiederbefinden.

Das, was dir helfen kann ist, sich mit deinem eigenen, vermeidenden Stil zu beschäftigen und daran zu arbeiten, rechtzeitig in dich hinein zuhören, Bedürfnisse erkennen und diese offen mitzuteilen.

Dann kann sich viel eher etwas ändern, bevor alles zu spät ist!

#45


A


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