Memi
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ich bin so gerührt, wie du mich immer wieder aufbaust und jedes mal die absolut richtigen Worte findest. Ich bin zwar schon wieder am heulen, aber eher deshalb, weil mich dein Post so berührt.
Die Traurigkeit ist heute zwar nach wie vor da, aber immerhin hab ich am Donnerstag mal richtig alles raus gelassen. Zumindest einen großen Teil. Es muss wohl wirklich raus, sonst quält es mich noch ewig. Und das will ich nicht. Dass das alles jetzt hochkommt, ist, wie du ganz richtig schreibst für mich nicht überraschend. Aber dennoch hatte ich irgendwie gehofft, aus dem Gröbsten raus zu sein. Stattdessen kommt es mir so vor, als würde nochmal alles mit geballter Kraft zurück kommen.
Andererseits - wenn ich mir die letzten Monate im Gesamten ansehe, habe ich aber auch viel schon geschafft.
Zitat:Du weißt selbst, dass du da jetzt durch musst. Aber du weißt auch, dass du das schaffst! Und wenn du es gerade nicht weißt, dann versichere ich es dir!
Danke! Im Moment fühle ich leider nicht viel Zuversicht, aber es wird wieder besser, das weiß ich. Und ich hoffe wirklich, dass dieses Trauer-Enttäuschungs-Wutgefühl nicht mehr allzu lange bleibt. Es tut nämlich weh und ist einfach sehr anstrengend.
Deinen Vergleich finde ich sehr treffend:
Zitat:Es hört sich für mich ein bisschen so an, als würdest du gerade alle Trennungsphasen nochmal im Schnelldurchlauf und vermischt durchmachen.
Ja, das fühlt sich genau so an. Ich hoffe, dass der Schnelldurchlauf wirklich schnell abläuft und auch ein baldiges Ende findet. Ich würde mich dann nämlich gern mal endlich auf die Neuorientierungsphase konzentrieren können
Zitat:Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es in manchen Momenten hilft, diesen Schmerz, den man ja im Herzen/Bauch wirklich physisch spüren kann, wirklich mal zu fühlen. Und ihn gar nicht groß zu bewerten und zu "kommentieren", sondern einfach dieses Gefühl zu erleben und es nicht wegzudrücken. Irgendwann hört es dann auf. Und ich glaube, irgendwann wird es dann auch ganz weggehen.
Das mache ich auch so. Das heißt, ich versuche es. Unter der Woche kann ich diesem Gefühl keinen Raum geben, weil ich ja am arbeiten bin. Aber ich hab jetzt angefangen, mir die Tränen zumindest am Abend und am Wochenende nicht mehr zu verkneifen. Ich lasse sie kommen und versuche wie du sie einfach unbewertet zu zu lassen. Ich glaube, das ist wirklich das Beste was man in einer solchen Situation tun kann. Und auch das Gesündeste.
Auch ich hätte niemals gedacht, dass mein Ex das alles hin wirft was wir hatten. Ich war mir ganz sicher.
Wobei - ich weiß nicht ob ich hier schon mal meine Träume erwähnt habe. Ich hab ja ganz oft geträumt, dass er Schluss macht oder, dass er stirbt. Also einfach, dass ich ihn verliere. Unbewusst hab ich wohl geahnt, dass es passieren kann. Genau wie du mag ich diese Seite an einem Mensch auch nicht und weiß im Grunde, dass ich mich nach etwas ganz anderem in einer Beziehung sehne. Nämlich nach Beständigkeit und Offenheit und vor allem nach Vertrauen.
Zitat:Ich habe das gemerkt, als mein Ex mir überhaupt keine Gründe für die Trennung nennen konnte. Außer, dass ich nichts falsch gemacht habe. Er hat sich selbst null reflektiert. Es hat ihn auch total überfordert, was ich gesagt habe. Er weiß nicht, wer er ist und wie er sich selbst annehmen kann. Er weiß nicht, wie er mit Problemen und Ängsten umgehen soll. Er ist gar nicht "bei sich", wie man so schön sagt. Wie sollte so jemand, bei dir sein können?
Und diese Worte könnten wieder eins zu eins von mir sein. Bei mir wars genau so. Keinerlei Selbstreflexion seinerseits (was ich ihm auch irgendwann mal vorgehalten habe), kein Plan, wie er mit der Situation und mit mir umgehen soll. Er hat sich dann für das Lügen entschieden. Ich bin mir sicher, wenn ich ihn fragen würde, warum er mich angelogen hat (er hat ja gesagt, er würde jetzt in einer Wg wohnen, aber in Wirklichkeit ist er ja zu seiner neuen gezogen
), würde er sagen, dass er mich nicht verletzen wollte. Für mich ist das eine Ausflucht, ein Beweis dessen, wie unfähig er ist, zu seinem Handeln zu stehen. Auch eine Eigenschaft, die ich nicht mag. Zitat:Und ich glaube nicht weil wir es sind. Sondern weil sie es sind (in diesem Fall trifft das glaube ich wirklich zu und ist keine Phrase um sich die Trennung schön zu reden).
So ist es. Das glaube ich auch. Danke, dass du mir das nochmal vor Augen hältst. Ich habe das in dem ganzen Gefühlschaos manchmal nicht mehr so präsent. Aber es stimmt.
Zitat:Ich fühle so sehr, wie verletzt du bist und ich will zu deinem Ex fahren und ihn dafür schlagen, weil es so respektlos und unglaublich verletzend ist, was er da getan hat. Ich finde keine Worte, außer, dass du das nicht verdient hast, Memi, weil du so ein toller und lieber Mensch bist, wie ich dich hier kennenlernen durfte.
Danke, dass du so mitfühlen kannst. Und ich kann nur zurück geben was du schreibst - auch du bist ein total lieber und toller Mensch, voller Empathie und Aufrichtigkeit
Ja, ich hatte auch schon das Bedürfnis, ihn zu schlagen dafür. Es ist so pietätlos und dermaßen daneben, dass es mich immer noch fassungslos macht. Deine Vermutung, dass es für ihn eine Art Ego-Politur war, wäre sicher eine Möglichkeit. Und ja, diese Aktion zeigt ganz deutlich seine gestörte Seite. Ich habe beschlossen, den Brief zu schreiben und ihm zu sagen, dass ich davon weiß. Ob ich ihn abschicke, kann ich noch nicht sagen und ich werde mir sicher zuerst Gedanken darüber machen. Der Kontakt wäre ja dann zumindest für kurze Zeit wieder hergestellt und deine Bedenken diesbezüglich sind richtig, die habe ich eben auch. Abgesehen davon gäbe es da noch das kleine Problem, wohin ich diesen Brief überhaupt schicken sollte. An seine neue Adresse, die ich offiziell ja gar nicht kenne? Und dann? Seine neue würde das ja mitbekommen. Oh, bei diesem Gedanken fühle ich ehrlich gesagt ein bisschen Genugtuung. Aber nein, es ist nicht meine Art, irgendwo dazwischen zu funken. Sonst könnte es auch so verstanden werden, dass ich die neue Beziehung (oder was auch immer das ist) manipulieren wollen würde. Und DAS ist nun wirklich nicht mein Niveau. Hm, da muss ich mir noch was überlegen.
Zitat:Es ist auf Dauer mehr wert, mit sich selbst im Reinen zu sein, seine vergangenen Beziehungen ordentlich zu verarbeiten, niemandem wissentlich weh getan zu haben, die Fähigkeit zu besitzen aus tieftem Herzen zu lieben und auch Probleme miteinander lösen zu können. Es ist mehr wert, sich nichts vorwerfen zu müssen, alles versucht zu haben, für den anderen da gewesen zu sein, sich fallen gelassen zu haben, fähig zu sein, Liebe zu geben und anzunehmen.
Das alles ist mehr wert, als sein-sorry-verkacktes Leben in Angst und Selbsthass.
Ich danke dir so sehr für diese wahren Worte. Da ich selbst einfach grad nicht in der Lage bin, das so zu empfinden und so zu sehen, ist es umso schöner und wertvoller, dass du sie für mich aussprichst (oder besser gesagt aufschreibst). Ich werde sie mir immer wieder vor Augen halten!
Mir geht es da wie dir, ich komme auch überhaupt nicht gut klar damit, wenn ich jemanden irgendwie unfair behandelt habe (selbst wenn es nur eine Kleinigkeit ist oder gar keine Absicht war). Das hängt mir tagelang nach. Und du hast recht, er ist nicht zu beneiden. Auch wenn er versucht, von allem davon zu laufen und nichts reflektiert, so hat er doch sowas wie ein Gewissen. Und es wird ihn einholen. Mir fällt gerade ein, an dem Abend als er Schluss gemacht hat, hat er unter Tränen gemeint, er hätte seiner Freundin vor mir nicht mal die Chance gegeben, sich von ihm zu verabschieden, da er sich einfach nie wieder bei ihr gemeldet hat. Und, dass ihn das heute noch quälen würde. Meine Güte, er ist wirklich nicht zu beneiden. Jedesmal macht er das so, verletzt andere und kommt dann nicht mehr klar. Er wird mit der neuen das selbe machen.
Zitat:Liebe Memi, würde ich nicht gerade übergangsweise wieder bei meinen Eltern wohnen, würde ich dich sofort die Koffer packen lassen und dir befehlen hier her zu kommen. Raus zu kommen am Wochenende wirkst wahre Wunder! Hast du eine liebe Freundin, die du mal besuchen kannst?
Und ich würde packen und fahren!
Leider ist es im Moment eher schwierig, hier raus zu kommen. Freundinnen habe ich schon, sehr gute sogar. Das Problem ist, dass die im Moment sehr wenig Zeit haben und ich hier sehr oft allein rumsitze. Deshalb stürze ich mich ja auch so in die Arbeit. Aber ich hoffe, dass ändert sich wieder.
Liebe Ava, du hast mir wieder mal viele Denkanstöße gegeben und mein Bild wieder gerade gerückt. Auch wenn die Zeit die ich durchmache nicht schön ist, kann ich doch viel daraus lernen. Ich muss einfach akzeptieren, dass es seine Zeit dauert, bis ich endgültig damit durch bin. Geduld war leider noch nie meine Stärke. Aber bei null muss ich nicht mehr anfangen, auch wenn die Traurigkeit manchmal wieder sehr groß ist.
Fühl dich umarmt liebe Ava und nochmal: DANKE!
Deine Memi
Auf der anderen Seite sehe ich auch seine Defizite schon etwas klarer als zu Beginn.