Zitat von gordon:Tja, und diese zu errörtern waere sinnvoll gewesen. Ist das passiert? Nein. Stattdessen Dokmenreiterei.
Der französische Philosoph Jacques Derrida hat in seinen Werken unter anderem belegt, dass sich Texte auf eine nahezu unendliche Art und Weise interpretieren lassen. Das ist aus technischer Sicht korrekt.
Allerdings fehlt da der nächste Schritt, dass es nur sehr wenige valide Lösungsansätze gibt.
Beachtenswert ist, dass er (soweit ich weiß) seine unvollständigen Werkzeuge dazu genutzt hat, eine Atmosphäre der "Gruppe A gegen Gruppe B" zu erzeugen. Und hier wären wir auch schon wieder beim Sozialmaxismus, denn Derrida tendiert dazu, die seit den 60ern völlig widerlegten Utopien des Komunismus, Arbeiterklasse gegen die Elite, durch die Opfermentalität "Gruppe A gegen Gruppe B" auszutauschen, den Kern des Gedankenguts aber beizubehalten.
Das hört sich für unsere Ohren erstmal sehr schräg an, dass wir soziale Probleme soweit zerlegen, dass wir bei einem französischen Philosophen aus dem Ende des letzten Jahrhunderts landen. Nicht mehr so prall wird es, wenn man den Weg seiner "Schule" verfolgt und dabei zum Beispiel bei den Literaturfachbereichen diverser Unis hängen bleibt. Und vor allem, bei deren ideologischen Wandlungen im Laufe der letzten Jahrzehnte. Denn dort ist aus "
Wir interpretieren einen Text und schauen, welchen Gewinn für die Gesellschaft, welchen Gewinn wir für unsere Weiterentwicklung aus Texten ziehen können" ein "
Wir interpretieren einen Text un analysieren, welche Gruppe A das Opfer von welcher Gruppe B ist" geworden.
Jedoch wird bei diesem Weg immer Derridas "unendliche Interpretationen"-Ansatz gewählt (samt Opferkomplex Gruppe A Gruppe B) und dies führt dazu, dass sich scheinbar die einzelnen Gruppen selber entmachten, in dem sie sich selber zu Opfern machen. Schaut man sich dann noch an, wie der Komunismus in all seinen Formen Gruppen zu nutzen gemacht hat und nach erledigung der Arbeit an die Wand gestellt hat (denn eine Gruppe, die ganz fest an etwas glaubt, dann aber die reale Version ihrer Gedankenutopie vor der Nase hat und zu tiefst enttäuscht ist, weil wir Menschen keine Utopie schaffen können, ist nicht mehr kontrollierbar), wird ein weiterer Aspekt deutlich. Denn diese Glaubensbrüder sind so indoktriniert, so mental in kleine Stück zerlegt, so ihrer Würde als Mensch der kein Opfer sein will, beraubt, dass man diese Generation abschreiben kann. Ganz sicher darf man diese Leute aber nicht ans Ruder lassen.
Und die Schlussworte überlasse ich mal dem KGB: