Zitat von Ricky:Ich glaube da interpretierst Du den Begriff "Shit-Test" falsch. Der Shit-Test bezieht Dich als Person ja dennoch mit ein und lässt Dich nicht außen vor. Sich von Dir schon so sehr abzuwenden, dass Du komplett ignoriert wirst, ist eine Form von "Bestrafung", das ist der "Shittest" aber mitnichten, weil er durchaus in Konversation tritt. Deshalb ist Dein Ansatz von "Verachtung" zu sprechen, hier vielleicht gar nicht ganz so falsch. Ein Mann, der seine Frau nämlich komplett ignoriert (kurzzeitig wäre eine andere Nummer) und gar keine Chance mehr gibt, um der Sache noch ein "Rumreißen" zu ermöglichen, hat entweder a) keine Konfliktkultur erlebt oder b) die Beziehung längst in den Wind gestoßen. Eventuell sogar eine Mixtur aus beidem. Und daraus noch etwas zu entwickeln, da gebe ich @Kaetzchen Recht, wird unglaublich schwierig. Aber ein "Shittest" ist das wohl weniger.
@ricky, vielen Dank, da ist er ja schon der Kurs für Shittest-VerliererInnen -- diesmal mit Binnen-I.
Und wie in jedem guten Kurs, fangen wir mit der Definition des Themas an. Was ist denn überhaupt der berühmt-berüchtigte Shittest? Das verstehe ich, die von mir beschriebene Situation ist kein Shittest gewesen. Ich hatte in nachträglicher Interpretation des Endstadiums meiner Ehe angenommen, dass ich vorausgegangene Shittests nicht bestanden hatte und das Ignorieren und Verachten dann die Folge des Zusammenbruchs jeglicher Augenhöhe darstellte.
*Hausaufgaben auf den Tisch legt*
"Was haben Sie getan, um diese Position gegenüber Ihres Ex-Mannes zu gelangen, der sich in beschriebener Form Ihnen gegenüber verhalten hat?"
Darf ich abkürzen?
LSE
Zitat von Ricky:Da es ja keine wirkliche Definition vom "Shittest" gibt, aber ich mal die Sachen so zusammentrage, wie sie ja beim PUA oder wo auch immer (wie der ganze "Beziehungs"-Firlefanz heißt) geschrieben werden, sind "Shit-Tests" ein Test an die "Männlichkeit" aka "Wie gut kannst Du mit einem frechen Kommentar oder einem ablehnenden Kommentar" umgehen. Von Ignorieren wird a selten gesprochen, lediglich davon, dass man als Mann solche Kommentare "ignorieren" sollte. Für Dich als Frau hieße das, dass Dein Ex-Mann Dich ja auf Deine "Frauenqualitäten" prüfen müssen würde. Aber was wäre denn die Qualität als Frau, die Du aus einer Form von Ignoranz zu Tage treten sollst? Heftiges Flirten? Wohl weniger. Dich toll anzuziehen? Offenbar auch nicht, weil Du ja selbst sagst, er hatte selbst dafür Ausreden parat.
Ist schon fast ulkig, denn im Nachhinein betrachtet, hatte er das komplette Shittest-Dramaqueen-Manipulations-Gebahren auf Lager.
Zitat von Ricky:In dem Moment ist schon klar, dass es mit der Beziehung viel ärger liegt als alles Andere. Ein männlicher "Shittest" wäre eher sowas wie das "Necken des großen Bruders", d.h. wenn Du ihn fragst in einem Topoutfit etc.: "Und? Nimmst Du mich heute Abend so mit?" Und er dann antwortet: "Ach, Du wolltest mitkommen?" Dann ist es Deine Aufgabe in diesem Shittest das als Witz zu akzeptieren und "Du Doof" zu sagen und eben nicht bitterböse zu werden und ihn als unempathisches A*schloch anzusehen. Aber das sind halt Spielereien zwischen zwei Geschlechtern. Das bei Dir war (zumindest aus Deiner Beschreibung hier) meines Erachtens längst über solch spielerische Phasen hinaus, in der Tat schon zu verfahren. Aber das sagtest Du ja selbst.
Ich mag solche Spielereien und Neckereien sehr gern und ich war in meinen Beziehungen oft bestrebt, diese kleinen Kabbeleien zu inszenieren, was anfangs auch den erwünschten Effekt der "er-otischen Aufladung" der Situation zur Folge hatte. Später nicht mehr, da war er beleidigt wegen meiner Neckereien. Ich glaube, der ultimative Shittest ist die Frage: "Schatz, was denkst du gerade?"
Auf die Frage des TE bezogen, macht seine Partnerin gerade einen Shittest mit ihm? Dazu scheint mir die ganze Situation nicht "kapriziös" genug zu sein. Ich kann ja nur aus meiner eigenen Warte erzählen:
- Ja, hormonelle Verhütung kann ein großer Lustkiller sein
- ständige Präsenz des Partners, immer alles zusammen machen, die gepflegte Langeweile zu Zweit, ist (für mich) der Monster-Lustkiller
- übertragen auf die gepflegte Langeweile im Bett -- the same procedure = Lustkiller
- Stress im Job, Ärger im Betrieb etc. = bedingt Lustkiller, Energielosigkeit ist eher hemmend, aber Energie bekommt man/frau ja bestenfalls beimS.zurück
- Probleme mit sich selbst, Identität, Zukunft (Heiraten, KKK), Unsicherheiten in Bezug auf was will ich im Leben, Identitätskrise = Lust- und Beziehungskiller
Eine längere s6uelle Unlust ist immer nur die Spitze des Eisberges. Aus meiner Warte als Frau fände ich es überhaupt nicht hilfreich, wenn Mann sich dann hinstellt und s6uelle Aktivitäten und Beseitigung der Hemmnisse einfordert, von denen man als Frau möglicherweise selbst noch nichts ahnt, weil noch nicht hinlänglich innerlich erforscht.
Mir persönlich würde die Klappe vor Überraschung runterfallen, wenn in solch einer Situation mein Partner sich mit mir hinsetzte mit den Worten: "Hör mal, früher hatten wir ein sehr schönes, aktives S6leben. Ich fand das total klasse mit dir und ich muss gestehen, es fehlt mir sehr. Wie geht es dir damit?".
Kein Verhör, kein Vorwurf, aber eine deutliche Aussage und der Wunsch zu verstehen -- ich fände das mal angenehm souverän.
Diese Phase der Unlust ist in meiner persönlichen Wertung von Krisen, die eine längere Beziehung heimsuchen kann, eher im Mittelfeld des Krisenbrisanz-Thermometers anzusiedeln. Da können noch ganz andere Klopper passieren. Insofern ist das jetzt euer erster Shittest, den das LEBEN euch jetzt stellt, und den gilt es zu meistern, wenn was von Bestand rauskommen soll. Durch eigene gute Erfahrung mit Paartherapie wäre das jetzt auch mein Tipp. Dort lernt ihr destruktive Kommunikationsmuster zu durchbrechen, traut euch vielleicht das erste Mal euch wirklich zu öffnen und lernt was fürs Leben, ob nun mit dem derzeitigen Partner oder für zukünftige Beziehungen.
Und @all:
Verstehe ich das Bedürfnis sich vor weiteren seelischen Schmerzen schützen zu wollen durch "Beziehung -- nein danke!", aber ist es denn logisch nach einem Unfall das Auto zu verdammen und zu vermeiden? Das Auto kann nichts dafür. Was haltet ihr von der Aussage: "Was in Beziehungen an Verletzungen entstanden sind, heilt auch nur in Beziehung!"?. Ist nicht von mir, las ich mal irgendwo, k.A. von wem?