Hallo zusammen,
vielen Dank für Eure Beiträge und Anregungen. Leider bin ich beruflich sehr ausgefüllt und komme erst heute dazu, euch zu danken und meine Sicht darzustellen.
Zitat:„Spacesurfer
Sie war verliebt und es war nicht primär ein S-Ding.“
Das war auch bei meiner Frau so. Er hat geschmeichelt, Komplimente gemacht, sich über seine ach so schlechte Ehe und seine Ehefrau (diese Beißzange – Originalton) beklagt. Und dass alles doch besser mit meiner Frau wäre und überhaupt ist sie seine große Liebe. Sogar ihre beste Freundin (ihr Alibi) hat er angerufen und die ganze Soße erzählt.
Sie hatte sich verliebt und alles mitgemacht, was er wollte. So habe ich das auch aus den SMS-Protokollen (ich kann bis heute noch nicht glauben, dass er so dumm war, diese elektronisch zu speichern und zu versenden) herausgelsesen.
Zitat:„ft
Und immer wieder, ging mir so und auch dem te hier, hätte der andere gepfiffen wäre sie über alle Berge.“
Damals wäre sie das wohl. Sie verneint es und sagt, sie hätte nicht gewusst, wie sie sich entscheiden würde.
Zitat:„Tarantina73
ich kann mir kaum vorstellen, dass deine Frau über ein Jahr alles für dich und eure Beziehung gibt, ohne dies selber zu wollen.“
Das ist auch für mich unvorstellbar. Ich erkannte zur Affärenzeit meine Frau nicht mehr. Sie ist „normalerweise nicht so“. Das war zu der Zeit eine Unbekannt für mich.
Jetzt gibt sie alles für die Beziehung.
Zitat:„Tarantina73
Ich gebe dir Recht, dass man nicht für jeden Mist zum Therapeuten muss - aber wenn ich mich zunehmend nicht mehr aus meiner Krise befreien kann und ich auch in meinem Umfeld keine konstruktive Unterstützung finde, ist es nach über einem Jahr Seelenterror durchaus wert, diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen.“
Diese Lösung werde ich durchziehen. Da ich selbst zu keiner Entscheidung komme durch Abwägen, Überlegen ist ein qualifiziertes Meinungsbild von einem Therapeuten und auch unbeteiligtem Dritten es allemal Wert, den Weg zu gehen.
Zitat:„G.ast
Letztlich ist es aber immer so: Es gibt keine Affäre ohne Lügen und ohne Betrug, so schlimm das auch für den Betrogenen ist. Und Affären sind oft und gerade bei Frauen mit starken Emotionen und Gefühlen für den Affärenpartner verbunden, die die Gefühle für den Ehepartner völlig überlagern oder sogar auslöschen – temporär“
Absolut. Wenn ich davon nicht überzeugt wäre, wäre ich schon weg. Sie ist in unglaublicher Art und Weise auf ihn hereingefallen. Ihr könnt euch gar nicht die Fassungslosigkeit in ihrem Gesicht vorstellen, als er seine Maske abnahm und noch dazu die Schuld so weit als möglich ihr anlastete.
Zitat:„G.ast
Und natürlich hätte Sie Dich mit den Kindern verlassen - wenn er denn gewollt hätte. Ob es dann danach so traumhaft weitergegangen wäre, hätte auf einem anderen Blatt gestanden.“
Dann wäre sie das gewesen, was seine Ehefrau heute ist. Eine Beißzange die seiner nicht wert ist.
Dessen ist sich auch meine Frau bewusst. Aber erst, nachdem das Denken wieder eingesetzt hat und die Verliebtheit durch sein Verhalten schlagartig auf 0 zurückging.
Zitat:„G.ast
Genauso die Vorstellung Deiner Frau, mit dem anderen, seinen und Euren Kindern eine neue glückliche Großfamilie gründen zu wollen. Alle Verletzungen bei den Partnern und Kindern und alle daraus resultierende Konflikte und Patchworkprobleme völlig ausblendend. Das ist fast schon Mitleid erregend.“
Manchmal glaube ich, sie war zu diesem Zeitpunkt nicht ansatzweise zurechnungsfähig. Wie kann es denn sein, dass intelligente Frauen auf schmierige Heiratsschwindler hereinfallen? Das sind geborene Betrüger und Manipulatoren, die jemanden das vorspielen, wonach er sich gerade sehnt oder eben jemanden so für sich gewinnen, dass er die verrücktesten Dinge (bis hin zu Mord) macht. Trotzdem dieser „Unzurechnungsfähigkeit“ verhielt sie sich während der Affäre sowas von berechnend, dass es mir eiskalt den Buckel herunterläuft.
Übrigens, als sie ihrer Schwester alles erzählte (auch die Träume von Großfamilie etc.) hatten sie noch keinen S.x. Das kam erst später.
Zitat:„G.ast
Und ich gehe schon davon aus, dass Deine Frau nach dem 4er-Gespräch Probleme hatte, in den Spiegel zu sehen.“
Du hast aber viel Erfahrung. Sie war so verletzt, dass sie zwei Tage nicht aus ihrem Zimmer herauskam. Sie schämte sich vor mir und den Kindern aber sie trauerte auch um die Affärenbeziehung. Und sie hatte Angst vor der Zukunft.
[
Zitat:i]„G.ast
Du schriebst ja, dass Deine Ehe sich über 3 Jahre langsam verschlechterte. Daran wirst sicher auch Du Deinen Anteil haben, oder? Weist Du inzwischen, wie Deine Frau Eure Ehe und Dich damals gesehen hat? Dass Du vielleicht deinerseits das Interesse an ihr und Eurer Ehe verloren hattest? Unzufriedenheit macht es einem anderen leicht, jemanden aus einer Ehe heraus zu erobern. Aufmerksamkeit, Komplimente, Gefühl und Sinnlichkeit, die man zu Hause nicht mehr findet, fallen auf ziemlich fruchtbaren Boden.“[/i]
Ja, sie hat sich verschlechtert, langsam, wie ein schleichendes Gift. Ich hatte irgendwann das Gefühl, dass ich nur noch der Versorger bin (Haus, Auto, Kinder, Urlaub etc.). Vermisste echte Gefühle und Leidenschaft. Ich sprach mit ihr darüber. Das endete meist damit, dass sie sich verschlossen gab. Auch eine Ehetherapie hat sie damals abgelehnt.
Heute sagt sie, dass sie mir rhetorisch so hoffnungslos unterlegen war. Ich hätte sie in Grund und Boden argumentiert. Aus diesem Grund hat sie auch die Ehetherapie abgelehnt.
Damals habe ich das als Gleichgültigkeit und Interesselosigkeit ihrerseits gedeutet. Ich bin viel mehr mit Freunden ausgegangen als unserer Ehe gut tat.
Dann kam das was du schreibst, Aufmerksamkeit, Komplimente usw. fielen auf fruchtbaren Boden.
Allerdings: Viele Paare haben Probleme. Die Lösung ist nicht, dass ich „fremdf.cke“. Oder?
Zitat:„G.ast
Habt ihr eine Paartherapie gemacht, um die Affäre und ihre Ursachen und Begleitumstände mit Unterstützung einer neutralen Person zu besprechen?“
Ja, das haben wir. Aber es war wohl zu früh für mich. Wir haben uns im Vorfeld intensiv ausgetauscht, alles aufgedeckt und besprochen. Nur, ich lief damals völlig überdreht, wie in einem Notprogramm. Ich wollte unbedingt die schönen Zeiten wieder zurückhaben. Alles, was auch ich falsch gemacht habe, vergessen machen und das Rad zurückdrehen. Die Paarherapeutin meinte nach vier Sitzungen, dass wir keine Problem bzw. alles im Griff haben.
Doch ich spüre jetzt, dass dem nicht so ist. Mit der Zeit kommen mir immer mehr Zweifel. Der Abstand lässt vieles klarer erscheinen.
Sie wäre zu ihm gegangen, das ist mir klar. Sie hat sich von mir verabschiedet, ohne mir eine wirkliche Chance zu geben. Ohne mit mir die Zukunft zu besprechen. Das ist es, das nagt.
Was ist, wenn ich krank werde? Wenn ich nicht mehr die materielle Sorglosigkeit (das ist ihr wichtig, auch wenn sie das nie offen zugeben würde. Auch der Affärentyp hat ihr gegenüber seinen Wohlstand beschrieben) bieten kann? Ist sie dann sofort wieder bereit, einen anderen Weg zu gehen ohne mit mir darüber zu sprechen, ohne mir eine Chance zu lassen?
Diese Zweifel mehren sich. Trotzdem wir es bisher gut aufgearbeitet haben. Wir gehen viel mehr aus, unternehmen viel mehr gemeinsam. Haben viel erfüllteren und leidenschaftlicheren S.x. Alles könnte wunderbar sein, wenn nicht immer wieder diese Zweifel in mir hochkommen. Macht sie das (wie bei ihm) um mich vollständig wieder zu bekommen. Aus Angst, es könnte alles in die Brüche gehen. Übrigens: Die ältere Tochter hat klar gesagt, dass sie bei mir bleiben würde, wenn wir uns trennen.
Eine Therapie würde mir helfen. Ich werde das in Angriff nehmen.
Krisen sind auch Chancen!