Hallo masterblaster, pisces, G.ast und Biene01,
vielen Dank für Eure Beiträge.
Wie angekündigt werde ich nicht nur die wunderbare Unterstützung hier in Anspruch nehmen, sondern auch von Zeit zu Zeit berichten, wie es weitergeht. Bitte nicht böse sein, ist wieder einmal recht viel geworden.
Derzeit mache ich ja eine therapeutische Maßnahme in der es vorrangig darum geht, für mich Klarheit und Wahrheit über meine Gefühle zu schaffen. Als Grundlage für meine Zukunft, die meiner Frau einer evtl. gemeinsamen Zukunft und natürlich die der Kinder.
Viele Beiträge und Threads hier haben mir die Augen geöffnet. Erkannt habe ich, dass ich wahrlich kein Einzelfall bin und auch, dass Frauen, die sich in eine Affäre einlassen oftmals in einer anderen Welt leben und eine völlig andere Wahrnehmung haben.
Das soll das „Geschehene“ nicht rechtfertigen oder gar verniedlichen. Doch die Sicht auf diese Dinge, die mir mein (sehr erfahrener) Therapeut in identischer Weise wie hier nahegebracht hat, wird eine andere.
Meine Frau zieht bei der Therapie voll mit. Obwohl es ihr (aus Scham) manchmal sehr schwer fällt. Sie sieht heute selbst mit einem gewissen Unverständnis auf die Affärenzeit zurück und oft höre ich, dass sie sich rückblickend als eine andere Person sieht. Sie hat sozusagen selbst kein Verständnis für sich.
Hinsichtlich der Therapie war ich zuerst skeptisch. Ich komme jedoch aus einem Elternhaus und einer Umgebung in der man nichts einfach so wegwirft, wenn mal was nicht funktioniert. Wenn etwas noch von Wert ist, dann sollte man es schätzen und versuchen, es zu erhalten. Darum auch die Therapie, die ich als sehr hilfreich empfinde.
Ein kleines Beispiel daraus: Gerade eben haben wir in einer Sitzung die Rollen getauscht. Sie hat erzählt wie sie „als ich“ unsere Ehe und Beziehung reflektiert. Wie sie „als ich“ sich aus meiner Sicht sieht usw. Bei mir natürlich umgekehrt. Es war teilweise sehr amüsant aber auch nachdenklich, das zu erleben. Auch der Psychiater meinte er müsse uns ein dickes Plus zukommen lassen. Er hat sehr selten ein Paar erlebt, das so mitmacht und dabei zusammen noch viel lachen kann.
Als nächstes werden wir uns auf das Zwiegespräch nach Möller einlassen. Bin schon sehr neugierig was dabei herauskommen wird.
Generell kann ich erzählen, dass wir schon nach dem Auffliegen der Affäre viel offener miteinander umgegangen sind. Jetzt mit der sanften Unterstützung durch die Therapie geht das noch viel einfacher. Es gibt jetzt keine Tabuzone mehr. Bedürfnisse werden offen ausgesprochen und meine Frau hat endlich gelernt nicht alles in sich hineinzufressen. Dieses Verhalten habe ich ja oft als Gleichgültigkeit ausgelegt.
Wir unternehmen viel mehr zusammen als im Ehetrott „vorher“. Dadurch blühen ich und auch meine Frau auf. Letztes Mal hat eine Bekannte meine Frau darauf angesprochen (sie weiß nichts von der Affäre) und meinte „ihr habt ja euren zweiten Ehefrühling, das reißt einen richtig mit, wie macht ihr das nur?“
Wie hat Biene 01 geschrieben
Zitat:„es war für uns ein steiniger Weg“.
Heute weiß ich: Aus diesen Steinen kann man auch ein besseres Fundament und ein neues Haus bauen.
Auf die Frage zum Hochzeitstag (
G.ast vergisst wohl gar nix

)
Wir haben ihn mit den Kindern gefeiert. Ohne Eltern, Verwandtschaft etc. und auch ohne Geschenke. Sind einfach schön Essen gegangen. War ein vergnüglicher und gemütlicher Abend. Viel schöner als mit dem ganzen Drumherum. Weniger ist auch hier mehr.
Schlimm war es für meine Frau an ihrem Geburtstag. Seit Jahre ist es so, dass wir zusammen mit ihrem Vater, meinen Eltern und ihren Geschwistern feiern. Ihre Schwestern haben kurzfristig mit fadenscheinigen Begründungen abgesagt. Das hat meine Frau mehr getroffen als sie zugibt. Wir haben uns dann entschlossen, mit den Kindern nach München zu fahren und den Geburtstag im Englischen Garten zu feiern. Letztendlich war es ein wunderbarer Tag und ein gewisser Ausgleich für ihre Enttäuschung. (Der ganze Verwandtschaftsstress war auch nicht da, war mir nur recht war)
Überhaupt mischen sich eine meiner Schwägerinnen viel zu sehr ein. Anfangs hatte sie, m.M.n. ein gewisses Recht dazu, da meine Frau sie auch mit hineingezogen hat. Wir haben nun beschlossen, den Kontakt nur auf das Notwendigste zu begrenzen.
Ach ja, wie geht es weiter? Ich sehe sehr positiv in die Zukunft. Ich lerne langsam das Loslassen von dem Geschehenen. Klar, die Affäre wird immer ein Teil in unserer Beziehung bleiben. Unsere Ehe ist nicht mehr „unberührt“. Durch die Sichtweise der Dinge entstehen neue Denkweisen und die Gefühle. Ich fühle mich freier. Die Affäre sagte zu mir „Open your mind“ (ich mag Anglizismen nicht, hier passt es für mich irgendwie).
Viele Grüße
Timeslider
PS: Vor kurzem hatte ich Kontakt mit der Ehefrau des Affärenpartners. Es klang nicht gerade nach Vertrauen ggü. ihrem Mann.
….
Originalton: ein zweites mal mache ich das nicht mehr mit. ich weiß, dass ich auch ohne ihn glücklich werden kann und mein Leben im Griff habe. Nach außen sieht alles ganz normal aus, doch die Kinder kämpfen noch schwer mit der „Geschichte“.
…
Und das obwohl alles schon über ein Jahr vorbei ist und „nur“ 10 Wochen gedauert hat. Nach allem was ich über ihn weiß, ist er ein ewig „Unzufriedener“. Einer, der keine Entscheidung treffen kann und wenn er eine trifft, dann hinterher immer damit hadert, dass er sich doch hätte anders entscheiden sollen. Seine Frau nervt es gewaltig, dass er keinen A. in der Hose hat.
Darum hege ich keinerlei Rachegefühle mehr ggü. ihm (Anfangs hatte ich diese). Ich habe erkannt, dass er ein armes Sch.… ist. Die Affäre war für ihn nichts anderes als eine Gelegenheit aus der Ehe auszubrechen und Bestätigung zu finden. Für mich erbärmlich. Aber das ist sein Ding.