Zitat von Nathan-2:Seltsam, sie hat dir doch immer gesagt dass da nichts ist mit dem anderen. Jetzt auf einmal gibt sie zu dass sie Kontakt zu dem anderen hat. Also ist er ja wohl der Grund dass sie ausziehen will.
Auf den ersten Blick sind solche Ungereimtheiten wirklich schwer zu verstehen und als Mann tendiert man vermutlich oft dazu, dies unter "Mysterium Frau" abzulegen. Und dann geht das Kopfkino los und man versucht die Motivation dahinter zu erkennen.
Ich sage ja immer, dass es kein "Mysterium Frau" gibt, sondern die Motivationen glasklar auf der Hand liegen. Klar, aus der Distanz kennen wir immer nur Bruchteile der ganzen Geschichte, aber wenn man mal die Grundtendenzen solcher Geschichten hier im Forum mit den Erfahrungen aus dem eigenen Umfeld vergleicht, dann kann man da schon Muster erkennen.
Ich glaube die Krux ist, dass wir als Männer uns ganz bewusst dazu anhalten müssen, an erster Stelle der Überlegungen unsere eigene Motivation als Mann und unsere Motivationen nicht als Maßstab für die der Frauen zu nehmen.
Männer lieben Frauen wie Frauen ihre Kinder. Und Frauen lieben "im Moment". Wenn euch also die Frau sagt "ich werde Dich nie verlassen", dann basiert dies auf der Emotion des Augenblicks. Deswegen ist die Aussage auch vollkommen wahr, denn Emotionen=Realität=Wahrheit. Wenn man jetzt einen Zeitsprung macht, die Dame hat einen neuen Typen, weil in der Beziehung alles schiefgelaufen ist (wohl gemerkt, ich beschreibe nur, die Schuldfrage ist dabei völlig irrelevant) und der Mann loslegt "Du hast mich nie geliebt, alles gelogen!", dann tut er sich keinen gefallen. Er macht sich selbst das Leben schwer statt zu sehen, dass die Aussage von damals absolut ehrlich war (natürlich gibt es Daman, die mit solchen Aussagen einen Goldesel bei der Stange halten wollen, man darf also sein Bauchgefühl nie auf Urlaub schicken).
Und da Frauen im Moment lieben, scheint einem als Mann der Bruch dann so hart und herzlos.
Dies Diskrepanz zwischen der frühen Aussage und dem neuen Typen ist natürlich auch für die Dame ein Problem und nicht selten wird einem dann im Nachgang viel Schuld um die Ohren gehauen. Dies ist eine Art der Projektion, die euch bei Frauen oft und bei Männern leider immer öfter begegnet. Man muss verstehen, dass Frauen diese Dinge benötigen, um seelisch die krassen Veränderungen (neuer Partner) greifbar zu machen ohne dabei seelisch zu viele Federn zu lassen. Das Ausmaß, die stärke der Dynamiken, sind natürlich auch eine Charakterfrage. Schwache Charakter mit geringem Selbstwertgefühl sind da teils extrem. Das ist sehr komplex, denn wenn die Dame beispielsweise eine Kindheit ohne starke Vaterfigur hatte (=gelernt für Fehler Verantwortung zu übernehmen) und diese Projektion übertreibt, dann hat es den Anschein, als wenn man sich im Cluster-B-Land bewegt.
Sieht man ja auch im Forum, wie im Laufe der Zeit immer öfter extreme Geschichten hier auflaufen. Nimmt man noch die Brandbeschleuniger "neue Medien" und deren Möglichkeiten und Suchtgefahren (Belohnungssystem wird auf Minutenbasis getriggert), hat man ein Grundsetup, was oft ungesund ist.
Und als wenn diese Probleme nicht schon genug wären, haben wir heute Männer, die durch die Gesellschaft (und die Werte der Gesellschaft sind heutzutage überwiegend durch die Frauen geprägt) ihrer Waffen als Mann beraubt werden. Die trauen sich nicht mehr, den ganzen Dynamiken, die ich oben beschrieben habe, das einzige entgegen zu setzen, was sie als Mann haben. Ihre Männlichkeit. Ihre Fähigkeit, auch gegen Emotionen Grenzen zu setzen und zur Not einen Strich zu ziehen.
Was passiert, wenn ein Kind keine Grenzen bekommt? Wenn der Vater ne Lusche ist, nix zu melden hat und die Frau daher ebenfalls keine Grenzen bekommt. Dann fehlt die starke Vaterfigur und die Dynamik wiederholt sich in der Erziehung der Kinder. Und die Frau sucht sich einen neuen Mann, der Grenzen setzen kann.
Und jetzt schließt sich der Kreis. Warum eiert die Frau des TEs so rum? Weil sie keinen Plan hat. Sie improvisiert in Abstimmung mit ihren Emotionen, hofft unterbewusst, dass der TE als Mann die Kurve bekommt. ABER, ihr Wesen, ihr Charakter, ihre Emotionen erlauben es nicht, dass es auf die männliche Art, in einem Gespräch am Küchentisch, gelöst wird. Sie ist ne Frau. Sie will einen Partner, der ihr Grenzen setzt. Und tief drinnen weiß sie, dass die Sache mit dem neuen Typen gegen die Wand fährt. Deswegen kommen da so extreme Ansagen bei raus, sie ist schlicht hilflos, denn die Lösung der Probleme liegen in der Hand des Mannes.
Ob man das Spiel als Mann mitspielen will, in dem Moment, ob der TE das will, steht auf einem anderen Blatt. Aber die Dynamiken sind klar. Es gibt kein "Mysterium Frau".