Zitat von Catalina: Nein danke, da wäre ich lieber den Rest meiner Tage Single, als so jemanden in mein Leben zu lassen.
Same.
Aber der war mit 15 und 25 ja noch nicht so. Vor der Hochzeit und dem ersten Kind auch nicht.
Mit 15 nur durchs Elternhaus vorgeprägt. Aber Elternhäuser, in denen die Mutter und Oma alles wuppt, während der Väter "auch mal entspannen muss" gibt es so viele.
Mit 19/22 dann die erste fatale Weichenstellung. Sich aufgrund ADHS-typischen Verhaltens einreden lassen, dass "das Team", das es bis dahin ja noch ist, besser damit fährt, wenn er studiert und sie eine Ausbildung macht. Es fällt ihm einfach leichter und sie will ja später auch Kinder, also logisch, dass sie ihn unterstützt und er sie nicht. Machen viele so.
Nach der Hochzeit dann erste Gespräche über Kinder. Du willst doch nicht ernsthaft einfach weiterarbeiten und das kleine Würmchen weggeben. Also Teilzeit und Kinder. Oder, er gönnt ihr das, nur Kinder. Aber wenn es nur Kinder sind, dann eben auch der ganze Haushalt. Und natürlich ist seine Pendelzeit wichtiger als ihr Zugang zu ihrer Familie. Schaffst Du das etwa nicht allein? Also meine Mutter hat das damals... Ganz vergessen, die hatte ja 48 Wochenstunden Hilfe. Aber Schatt, dafür hab ich die besseren Aufstiegschancen. Mach mir einfach eine Liste mit den Dingen, die ich tun soll. Aber nicht zu viel. Und nur, wenn es Sex dafür gibt. Wenn die Kinder nicht ruhig sind, geh ich angeln. Ich brauche das.
Wo ist da der Punkt, an dem sie aussteigt? Beim ersten Angeltrip? Beim Tausendsten? Aber die 999 vorher hat sie doch akzeptiert. Und nur wegen einem Hobby die Scheidung einreichen? Völlig irrational, oder?
Sie hat ihn mit zum Vorstand aufgebaut, weil es ihr einziger Hebel zu mehr Einkommen ist. Aber er verdient das Geld, also hat er die Dienstreisen und sie die Bibliothekskarte. Er ist wichtig, sie nicht. Seine Zeit ist wertvoll, ihre nicht. Seine Gesundheit ist Grundlage für 5 Existenzen, ihre nicht. Seine Wünsche sind umsetzbar und erzwingbar, ihre nicht.
Diese Dynamik trifft im Grunde jede Frau, die weniger als ihr Mann verdient. In geringerer (klar macht sie die Elternzeit) oder eben offensichtlicherer (wie hier) Ausprägung. Selbst Männern, die weniger verdienen, wird suggeriert, dass ihre Zeit wichtiger ist, sie Pausen machen müssen, auf sich selbst achten, sich auch mal was gönnen dürfen. Aber wer seine Zeit mit Kindern verbringt, steckt ganz natürlich zu ihren Gunsten zurück.
Selbst die Männer, die nicht so sind, profitieren davon. Die können ihrer Frau sagen, dass sie schon von Anfang an ein gemeinsames Konto hatten und schon immer nach der Arbeit direkt nach Hause kamen. Und wirken dadurch gleichbelastet. Der Anspruch ist historisch unterschiedlich. Das hier ist nur ein Extrem. Das schleichend kam. Und hey, er trinkt nicht, betrügt (noch) nicht und hat seine Frau nie geschlagen. Also ein "guter Mann".