Eine erwachsene Liebesbeziehung braucht weit mehr als Punkte im Vertrag, die einzuhalten sind.
Mich schaudert es, wenn (hier ein Mann) ein "Vertragspartner" auf der to- do-Liste herumhackt, denn gerade im Privaten sollte es entspannt zugehen.
Durch Kinder ist das eh sehr schwierig, aber hier sehe ich eine Ehefrau und Mutter, die leider völlig in die Falle eines völlig überholten Rollenmodells getappt ist.
Das funktioniert nun mal nur mit Augenhöhe, Respekt, Unterstützung und Verständnis-und mit Autonomie, nicht nur finanziell.
Das ist aber, gerade heute, nahezu unmöglich geworden, denn das knallharte Aufrechnen ist leider eine Begleiterscheinung unserer Zeit geworden.
Niemand mag sich mehr einbringen ohne Rendite, denn das wäre ja unvorstellbar (dumm), sich ausnutzen oder am Ende ohne Gegenwert dazustehen.
Es gibt tatsächlich Männer (und Du, TE, kannst ja mal in Dich reinhorchen, ob Du dazu gehörst), die sich wirklich nur binden, um möglichst günstigen Zugang zum Körper (inklusive Reproduktionsfähigkeit), zur Energie und zur Arbeitskraft einer Frau zu erlangen.
(Ich persönlich spreche solchen Menschen die Liebesfähigkeit übrigens komplett ab.)
Es gab eine Zeit, das ist lange her, da war es für Frauen zwingend, sich zu binden und Pflichten abzuleisten, weil ihnen jede Autonomie verwehrt wurde.
Männer haben schon immer den Wert von Frauen sehr klar erkannt. Sie haben das Ganze entsprechend logisch, kostengünstig und mit möglichst wenig Aufwand in ihr Weltbild gepresst, inklusive Gesetze, die das wasserdicht machten.
Ein Mann, das war klar, braucht eine Frau.
Zum heilen, therapieren, aufrichten, versorgen, für das Erbe, für das Wohlbefinden, für das Aufrechterhalten seiner Kraft.
Geadelt wurde diese Mogelpackung durch die Schaltzentralen der Macht: Politik und Religion.
Kinder sind Pflicht, biologisch vorherbestimmt, Eigentum ist nicht gewünscht, da schädlich, etc., etc.
Das liegt hinter uns.
Oder doch nicht?
Angeblich wurden Frauen von Männern immer (als Gegenwert für Berge von unbezahlter Arbeit) beschützt. Aber wovor denn? Vor anderen Männern.
Da ist heute weniger feministisch als vielmehr zynisch, betrachtet man die Zahlen, denn nirgendwo droht einer Frau mehr Gefahr als im häuslichen Umfeld.
Man mag vom Zeitgeist vielleicht wenig überzeugt sein, aber eines sollte doch klar sein: Ein Mann ist erst dann ein wirklich wertvoller Mensch, wenn er eine Frau als vollwertig, wertvoll, autark und autonom wahrnehmen kann.
Einem solchen Menschen öffnet man sich gerne. Mit Körper, Geist und Seele.