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Sind wir alle mit unserem Job verheiratet!?

OneDay

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Zitat von MariaLaFleur:
Du, einer meiner besten und längsten Freunde (noch aus meinen Teeniezeiten in der Punkszene) ist immer wieder phasenweise obdachlos, sammelt Pfand oder schnorrt sich auch mal klassisch durch. Er hatte ein sehr hartes Leben, ist an Schizophrenie und verschiedenen Abhängigkeiten erkrankt. Er ist Arbeitsunfähig und ...


Durchaus ok Und auch schön wenn er dies so für sich hat.
Du wusstest es, ich wusste es, es gibt ein aber.
Wie würdest Du, wie würden 99,9 Prozent aller Frauen auf so ne Aussage reagieren?

Hab nen Kumpel, älter als ich, der zieht schon ewig durch die Straßen, macht "Platte" mit seinem Rucksack, verdient sich paar Eus durch Hof kehren von irgend ner barmherzigen Seele und weiter gehts in die nächste Stadt. Auf die Frage warum, reagiert er mit einem linkischen Lächeln, es haben sich offenbar nie viele dafür interessiert was er zu erzählen hat. Meist antwortet er ausweichend doch als ich fragte: "Mir liegt das eben nicht, ich will keine Nachbarn, will mich auch nicht verantwortlich fühlen für eine Frau die meinen Sch... dann mittragen muss, bin lieber morgen dort als heute hier". Ein rastloser Geselle.

11.02.2021 01:29 • x 2 #31


OneDay

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Zitat von Dracarys:
Macht sie das zu schlechten Menschen


Nein! Es macht sie zu oberflächlichen Menschen.
Wenn Du in der "Not" nicht bei mir bist, hast mich in guten Zeiten nicht mal ansatzweise verdient.
Und gesetzt dem Fall, mir gehts mal mies, weiß ich wer mir als erstes in den Rücken fällt.
Netten Abend noch...

11.02.2021 01:35 • x 1 #32



Sind wir alle mit unserem Job verheiratet!?

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VictoriaSiempre

VictoriaSiempre


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Zitat von MariaLaFleur:
Er sieht Partnerschaften als Weggefährten auf seiner Reise durch die Zeit, was ich völlig legitim finde. Er ist glücklich und wird so geliebt, wie er es braucht.

Ja. Naja. Ist super, wenn man ein gleichgesinntes Pendant findet und seinen Lebensstil deutlich kommuniziert. Ansonsten hinterlässt man womöglich ein Trümmerfeld - aber hej, egal, solange man selber glücklich ist und ausreichend geliebt wird, so lange man es braucht.

Es gibt immer 2 Seiten einer Medaille.

Ich finde "Systemsprenger" durchaus interessant. Solange sie nicht von dem System profitieren wollen, das sie angeblich sprengen. Großkotzig auf "das System" verzichten zu wollen, andererseits von "diesem System" Sozialleistungen anzunehmen, finde ich persönlich erbärmlich und sehr uncool.

Zitat von OneDay:
Witzig, musst mal mit der Nr kommen: Bin Hartz IV, und interessiert mich alles nen schei., ach ja, wir müssten zu Dir, wenn Dir mein "zu Hause" auf der Parkbank widerstrebt.
Da siehste Menschen mal so richtig rennen, deren ehem Sportlehrer hätte Freudentränen in den Augen.

Mein Sportlehrer war Kummer gewohnt In meiner Welt gibt es allerdings tatsächlich auch noch irgendwas zwischen Parkbank und 20-Zimmer-Villa.

Und wieso will man überhaupt irgendwo anders hin, wenn die Parkbank doch reicht?

11.02.2021 01:48 • x 1 #33


BrokenHeart

BrokenHeart


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Menschen, die mit ihrem Job verheiratet sind, haben oft andere Gründe. Ich habe mich auch mal sehr in meinen Job reingehängt, da die Firma kurz vor dem Absturz war. Wir waren alle wie eine Familie und haben uns gegenseitig unterstützt in den Aufgaben. Hat funkltioniert und es war toll ...
Zweite Situation war kurz nach der Trennung. Ich hatte nichts (gefühlt), außer meiner Arbeit. Diese hat mich aufgefangen .....
Im Nachhinein ist mir viel "Leben" abhanden gekommen ............... sieht man aber erst hinterher
Ich weiß nicht, ob ich mich noch mal so in die Arbeit stürzen würde ....

ich denke nicht .

Dann gibt es die Karrieregei*len .... eine ganz andere Geschichte

Wichtig ist das "Leben und das Wahrnehmen eben dieses" Solange man für sich selbst sorgen kann, ist der Job völlig nebensächlich

11.02.2021 02:37 • x 2 #34


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Ich finde auch, dass Arbeit Spass machen sollte, dann wird man meist fast automatisch auch erfolgreich. Für manche Berufe braucht es auch "Berufung" und besondere Hingabe. Wenn ich mir hier z.B. unsere Beleghebamme anschaue: Respekt. Auch nachts um 03:00 Uhr einsatzbereit zu sein, soetwas ist nicht mit einer "ich muss halt Geld verdienen" Einstellung zu leisten. Ich selbst räume meiner Arbeit auch eine wichtige Stellung ein. Und gerade in den heftigsten Zeiten (Trennung, Hausabwicklung, Notumzug) ist man heilfroh, wenn man auch aus den Reserven mal "all in" gehen kann, um Schaden für sich selber abzuwenden und Situationen professionell abarbeiten kann. Hier irgendwo abhängig sein müssen? Käme für mich nie in Frage.

11.02.2021 05:10 • x 1 #35


BlueApple

BlueApple


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Mit der Arbeit verheiratet.... Hm, kann man so und so sehen. Ich war damals nach der Trennung von meinem Ehemann mit meiner 1-jährigen Tochter allein, hab die Elternzeit verlängert und war nur mit Haushalt und Kind nicht glücklich. Nach Ende meiner Elternzeit habe ich lange einen Job gesucht. Alleinerziehende Muddis können wohl abschreckend sein. Durch Zufall habe ich mitbekommen, dass mein damaliger Ausbildungsbetrieb eine Krankheitsvertretung auf 450Euro Basis sucht. Augen zu und durch, hab ich mir gedacht. Besser als nichts und die Lücke im Lebenslauf ist nicht ganz so groß. Das ist 2,5 Jahre her. Mittlerweile arbeite ich 32 Stunden / Woche dort und eine Abteilung. Durch viel Einsatz habe ich mich quasi in kurzer Zeit hochgearbeitet. Und ich bin glücklich. Mein Job füllt mich aus. Dabei geht es mir gar nicht vorrangig ums Geld. Klar, man nimmt natürlich auch Probleme von der Arbeit kurzzeitig mit nach Hause. Aber mein Partner versteht mich. Wir reden dann über die Probleme, die ich bei der Arbeit habe und danach ist gut.
Die Arbeit ist nun einmal ein Teil des Lebens. Wichtig ist, dass man sich im Privatleben nicht zu sehr davon beeinflussen lässt. Außerdem lebe ich meinem Kind vor, dass man mit Einsatz und Fleiß viel erreichen kann.
Und ja, mir ist auch wichtig, dass mein Partner arbeitet. Was er arbeitet, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass es ihn ausfüllt und er glücklich ist.
Die Partnerschaft steht aber trotzdem an erster Stelle.
Mein Partner ist bei der Bundeswehr. Auslandseinsätze sind nicht geplant. Aber mir ist bewusst, dass dies jederzeit geschehen kann. Dies wusste ich vorher. Ich konnte mir also vorher Gedanken machen, ob ich im Zweifelsfall damit klarkomme. Und ja, sofern es meinen Partner glücklich macht, unterstütze ich ihn auch in der Hinsicht.
Wichtig ist, ob man die Arbeit zum glücklich sein braucht, oder ob einen die Arbeit glücklich macht.

11.02.2021 06:01 • x 2 #36


Acht

Acht


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Zitat von MariaLaFleur:
Ich muss aber auch sagen, dass wir nicht sonderlich materialistisch sind und uns so wenig Besitz wie möglich aufhalsen. Ein Eigenheim oder sonstiger teurer Prestigeschnickschnack, der einen in die Ratenzahlerei, Unfreiheit und Abhängigkeit zwingt, wollen wir eben gar nicht erst haben.

Ist auch meine Herangehensweise und gibt eine enorme Freiheit. Der positive Nebeneffekt dabei ist, dass man sich auch beruflich nicht von einem Arbeitgeber, aufgrund eigener finanzieller Verbindlichkeiten abhängig macht, demnach auch bei Konflikten auf der Arbeit frei im Kopf bleibt und eher bereit ist zu kündigen und sich eine passendere Arbeit zu suchen, als im Stress zu verharren und diesen mit heimzuschleppen und am Partner auszulassen.
Man hat schlicht halt auch mehr Wahlmöglichkeiten. Mir beispielsweise ist neben´ner unkonventionellen Arbeitsatmosphäre, einem angemessenem Gehalt auch Freizeit ziemlich wichtig und mit meiner jetzigen Arbeit konnte ich da das passende Optimum für mich herausholen.

Zitat von MariaLaFleur:
Denn es bedeutet eben auch, gesellschaftliche Imperative hinter sich zu lassen.

Und da sollte der Partner ähnlich gestrickt sein. Ich kann mir nur schwerlich jemanden an meiner Seite vorstellen, der das volle Programm wie Hausfinanzierung, Autofinanzierung, Küchenfinanzierung fährt, die ganze Zeit arbeitet und dafür arbeiten muss und wenn beruflich oder gesundheitlich etwas querläuft, logischerweise Panik fährt, wenn die Finanzierungen auf der Kippe stehen. Ich hab diese Lebensweise für mich noch nie wirklich nachvollziehen können und diesem Druck möchte ich mich freiwillig weder mit einem Partner, noch ohne meinem Leben ausgesetzt sehen.

Daher, nein, ich bin nicht mit meinem Job verheiratet. Er macht mir Freude, bringt mir ein gutes Einkommen, aber auch viele Freiheiten und Freizeit, jedoch sind die materiellen Aufwendungen in meinem Leben auf´s Niedrigste beschränkt, damit das auch weiterhin so angenehm für mich bleibt.

11.02.2021 07:02 • x 1 #37


FranziMarc


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Also Gesprächseinstiege können auch Hobbys, Musik, Haustiere, Kinder, Rezepte, Handyspiele, Reisen etc sein. Vielleicht stimmt's ja auch nicht, aber angeblich kommt die Frage nach dem Job in Deutschland sehr früh (erstes Date oder sogar noch davor). Was ja auch nicht schlimm ist, es zeigt nur, dass der Job oft sehr wichtig genommen wird. Und wenn einer sagt, ich bin Internist oder arbeite beim Fernsehen oder bei der Kripo, dreht sich das Gespräch dann oft ewig um den Job. Deswegen sag ich immer, ich sei Zahntechnikerin, da kann man dann auf interessantere Themen drehen. (Und um Missverständnissen vorzubeugen: ich bin keine Zahntechnikerin, und diese Sache benutze ich immer dann, wenn ich mich lieber über wichtigere Dinge als über die Arbeit unterhalten möchte ).
Mir fällt auch gerade auf, dass ich noch nie jemanden nach seinem Beruf gefragt habe. Das erzählen die meisten sowieso von sich aus. Sofort oder eben später, wobei mir Letzteres lieber ist.
So, das gehörte aber null zum Thema. Die Frage war doch, ob der Job wichtiger genommen wird als die Beziehung.

11.02.2021 10:40 • x 1 #38


Magnum


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Der Job vermiest uns das Leben. Im Winter geht man im Dunkeln aus dem Haus und man kommt im Dunkeln wieder. Im Job muß man funktionieren, egal wie es einem geht. Zuhause angekommen hat man denn für den restlichen Alltag keinen Nerv mehr. Und wenn man einen Partner hat, der nicht ausgelastet ist, dann Prost Mahlzeit. Und wenn man die Arbeit auch noch mit nachhause nimmt, dann sollte man kündigen. Das kann nicht der Sinn des Lebens sein. Pfeif aufs Geld.

11.02.2021 10:56 • x 2 #39


Scheol

Scheol


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Frauen warten auf den Feierabend, Männer das es Freitag wird .

Alle warten auf ihre Rente, und jeder vergisst dazwischen zu leben.......

11.02.2021 11:18 • x 1 #40


Magnum


226
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Zitat von Scheol:
Frauen warten auf den Feierabend, Männer das es Freitag wird . Alle warten auf ihre Rente, und jeder vergisst dazwischen zu leben.......


Ja, das ist wirklich so. Nur, um wirklich dazwischen richtig leben zu können, braucht man mehr Zeit und Moos. Ohne Moos ist ja dann auch nicht viel los, zumal man ja auch was für die Rente beiseite packen muß.

11.02.2021 11:27 • #41


monchichi_82

monchichi_82


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Zitat von Magnum:
Der Job vermiest uns das Leben. Im Winter geht man im Dunkeln aus dem Haus und man kommt im Dunkeln wieder. Im Job muß man funktionieren, egal wie es einem geht. Zuhause angekommen hat man denn für den restlichen Alltag keinen Nerv mehr.

Gilt das für alles und jeden? Wieviele arbeiten in Teilzeit, wieviele arbeiten von zuhause aus?

Zitat:
Ich muss aber auch sagen, dass wir nicht sonderlich materialistisch sind und uns so wenig Besitz wie möglich aufhalsen. Ein Eigenheim oder sonstiger teurer Prestigeschnickschnack, der einen in die Ratenzahlerei, Unfreiheit und Abhängigkeit zwingt, wollen wir eben gar nicht erst haben. Abgesehen vom Stiefkind sind wir völlig frei und wollen das auch bleiben.

Zitat:
Wir investieren lieber in Erfahrungen durch Reisen, Konzerte, Festivals, Ausstellungen, kreative Hobbies und schaffen so schöne Erinnerungen.


Trotz Einfamilienhaus, dem "Prestigeschnickschnack" sind wir weder angebunden noch zahlen wir Raten an irgendwen. Lebt man in einer Wohnung muss man für gewöhnlich auch Miete zahlen. Wenn das nicht gerade das Amt übernimmt muss das Geld auch irgendwo her kommen.
Zu Ausstellungen, ins Theater, in den Urlaub fahren wir dennoch. Da hat das eine mit dem anderen nichts zu tun.

11.02.2021 11:28 • #42


Magnum


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Zitat von monchichi_82:
Nein, das kann ich nicht behaupten, dass das so ist. Auch bei meinem Mann, meiner besten Freundin und meinen Eltern (vor Berentung) war das nicht so. Genauso wenig wie uns am Ende des Tages der Kühlschrank in den Arm nimmt bezahlt uns Liebe die Stromrechnung und das ...


Ich vermute mal ganz schräg, daß du die Brötchen geschmiert bekommst.

11.02.2021 11:35 • #43


monchichi_82

monchichi_82


1500
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Zitat von Magnum:
Ich vermute mal ganz schräg, daß du die Brötchen geschmiert bekommst.

Ich schmier mir meine Brötchen schon selbst , da musst du dir keine Gedanken machen. Die einen richten es sich im Leben und die anderen nicht.

11.02.2021 11:38 • #44


Scheol

Scheol


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Zitat von Magnum:
Ja, das ist wirklich so. Nur, um wirklich dazwischen richtig leben zu können, braucht man mehr Zeit und Moos. Ohne Moos ist ja dann auch nicht viel los, zumal man ja auch was für die Rente beiseite packen muß.



Nein .

Wie haben die Generation das vorher gemacht die kein Geld hatten.

Es gibt vermögende Leute, die ihr ganzes Vermögen verschenkt haben, weil sie sich gesagt haben, dass das Geld wo eine Laszt ist.

Gibt es Bücher von Menschen denen das Geld die Verantwortung zu viel wurde.

Die Leere ist in ein selber.

Diese Leere sollte aber nicht von außen geführt werden: Sondern von innen. Nur damit kann ich dieses leere gefüllt werden. Ständig ein neues Handy, neue Urlaube, andere Autos, neue Bücher, oder oder oder, werden diese Leere nicht füllen.

11.02.2021 11:39 • #45



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