wer bei uns Unterstützung sucht, soll sie finden, und wer helfen möchte, ist hier herzlich willkommen. Moderatoren und Mentoren begleiten das Forum und achten darauf, dass Beiträge respektvoll bleiben. Sachliche, tröstende, wohlwollende und empathische Beiträge sind ausdrücklich erwünscht, damit sich alle Mitglieder wohl fühlen. Abwertende oder verurteilende Inhalte haben hier keinen Platz.
Mich beschleicht der Verdacht, dass heutzutage in unserer Gesellschaft wir alle eigentlich mit unserer Arbeit verheiratet sind. Und daraus resultieren dann die häufigsten Problem: Keine Zeit für den Partner, Stress und oft auch die Tatsache, negative Erfahrungen am Partner auszulassen. Wenn ich hier auch viele Themen querlese, werden viele Partner "weggeworfen", damit man/frau auch nur den heternonomen Bedürfnissen der Arbeit genügen können. Klar kann man jetzt mit den üblichen Sprüchen ankommen wie "dsa Geld muss ja irgendwo her" und "wer bezahlt das" bla, aber ich glaube der Trend und/oder die Bedingung für eine glückliche Beziehung ist postmaterialistisch.
Ich stell die Theorie auf, dass glückliche Beziehungen nur möglich sind, wenn die Arbeit nicht mehr die ultimative Priorität darstellt, sogar eher sekundär sein sollte. Und das begreifen Männer als auch Frauen auch erst ab einem gewissen Alter, wenn wir merken, dass der Kontostand uns am Ende des Tages halt nicht in den Arm nimmt. Wie seht ihr das?
•
x 3#1
M
MariaLaFleur Gast
Es gibt auch noch andere Herangehensweisen, gerade wenn Beruf auch Berufung ist.
Ich liebe meine Arbeit und ich liebe meinen Verlobten. Er empfindet ebenso. Ich sehe da keine Konkurrenz oder falsche Priorisierung, denn wir achten sehr darauf, uns nicht einzuengen und zugleich die tägliche gemeinsame Zeit als Paar zu pflegen. Wir hassen langweilige Alltagsroutinen und nutzen die gemeinsame Zeit mit viel kuscheln, küssen, 6 und langen Gespräche über Gott und die Welt, wir hören gerne Musik und unternehmen trotz Corona jede Menge Ausflüge, Wanderungen oder Spaziergänge...
Unter der Woche ist es die morgendliche Kuscheleinheit vor der Arbeit und natürlich der gemeinsame Abend, Wochenends oder an gemeinsamen freien Tagen eben die Ausflüge oder der Tag im Bett mit Pizza und einem Herr der Ringe Marathon. Wir kleben eigentlich immer irgendwie körperlich aneinander, sobald Feierabend ist.
Dennoch würden wir nie auf unsere Jobs verzichten wollen oder uns wegen Überstunden Vorwürfe machen.
So sehe und lebe ich die Sache.
P.S: Ich bin Informatikerin, derzeit Doktorandin in der Forschung, mein Verlobter ist Polizist. Beide haben ihre Berufe aus Überzeugung gewählt
•
x 7#2
A
Sind wir alle mit unserem Job verheiratet!?
x 3
monchichi_82 Mitglied
Beiträge:
1554
Danke erhalten:
2397
Mitglied seit:
Nein, das kann ich nicht behaupten, dass das so ist. Auch bei meinem Mann, meiner besten Freundin und meinen Eltern (vor Berentung) war das nicht so. Genauso wenig wie uns am Ende des Tages der Kühlschrank in den Arm nimmt bezahlt uns Liebe die Stromrechnung und das Steak auf dem Teller. Solange sich die Waage hält sehe ich keine Probleme. Bei mir jedenfalls ging noch keine Beziehung in die Brüche wegen einem Job.
•
x 3#3
F
fitzgerald71 Mitglied
Beiträge:
852
Themen:
1
Danke erhalten:
875
Mitglied seit:
Zitat von Bro37:
wenn die Arbeit nicht mehr die ultimative Priorität darstellt,
Ja...man sollte sich darüber klar werden, dass der Job ein Mittel ist, Geld zu bekommen. Und das braucht man auch nur weil Jeder davon was möchte. Ich brauche kein Geld um Glücklich zu sein. Und wenn mich oder meine Tochter krank sind, hilft auch kohle nicht viel. Momentanmerkt an das erst recht
•
x 1#4
D
Dracarys Mitglied
Beiträge:
2548
Themen:
11
Danke erhalten:
7190
Mitglied seit:
Es gibt kein schwarz oder weiss. Aber es gibt immer den perfekten Grau-Ton für jedes Paar. Natürlich ist Geld und Job nicht alles. Aber Geld erleichtert Vieles. Und? Mach was dran...
•
x 3#5
F
fitzgerald71 Mitglied
Beiträge:
852
Themen:
1
Danke erhalten:
875
Mitglied seit:
Zitat von Dracarys:
Aber Geld erleichtert Vieles.
Stimmt. Und macht Dich das Glücklicher?
•
x 1#6
F
FranziMarc Mitglied
Beiträge:
102
Themen:
1
Danke erhalten:
178
Mitglied seit:
Hallo Bro - interessante These. In Deutschland definieren sich -denke ich - mehr Menschen über die Arbeit als in vielen anderen Ländern. Ich hab mal gehört, dass in Deutschland die Frage "Was machst du beruflich" beim Kennenlernen neuer Leute sehr früh gestellt wird. Und dass der Antwort sehr viel Bedeutung beigemessen wird. Aber dass man daraus ableiten kann, berufliches Engagement führe zu unglücklicher Beziehung, das sehe ich nicht. Problematisch scheint mir zu sein, wenn der Beruf dazu dient, Bedürfnisse zu befriedigen (Anerkennung, Erfolg, Gestaltungswillen), die in der Partnerschaft - vielleicht unbewusst - auf der Strecke bleiben.
•
x 2#7
B
Bro37 Mitglied
Beiträge:
633
Themen:
1
Danke erhalten:
475
Mitglied seit:
Zitat von MariaLaFleur:
Es gibt auch noch andere Herangehensweisen, gerade wenn Beruf auch Berufung ist. Ich liebe meine Arbeit und ich liebe meinen Verlobten. Er empfindet ebenso. Ich sehe da keine Konkurrenz oder falsche Priorisierung, denn wir achten sehr darauf, uns nicht einzuengen und zugleich die tägliche gemeinsame Zeit als ...
klingt ideal, aber was wäre, wenn aus irgendwelchen Gründen eine Entscheidung gefällt werden müsste? mich interessieren in diesem Kontext auch vermehrt die Fälle mit Konfliktpotential muss ich zugeben, denn beim Querlesen als auch aus meinen eigenen Erfahrungen gelang die Integration beider Sphären nie reibungslos....
•
x 1#8
monchichi_82 Mitglied
Beiträge:
1554
Danke erhalten:
2397
Mitglied seit:
Zitat von fitzgerald71:
Stimmt. Und macht Dich das Glücklicher?
Mich schon. Ich weine lieber in meinem Einfamilienhaus als in einer beengten 2-Zimmer Wohnung. Ich schlafe wesentlich ruhiger wenn ich meine Rechnungen zahlen kann ohne jeden Cent dreimal umdrehen zu müssen. Mir geht es besser wenn ich ins Restaurant gehen kann wann ich das will. Wenn ich in der Therme entspannen kann zusammen mit Freundin oder Ehemann. Ich fühle mich gut dabei, dass ich shoppen gehen kann, mir gute Pflegeprodukte leisten kann, zu guten Ärzten gehen kann die hin und wieder privat zu bezahlen sind. Das wiederum wirkt sich auf Psyche und Beziehungen aus, wenn es einem gut geht. Ich kenne auch die andere Seite, nämlich, von der Hand im Mund zu leben und damit ging es mir gar nicht gut. Da tröstet auch keine Partnerschaft drüber hinweg.
•
x 3#9
B
Bro37 Mitglied
Beiträge:
633
Themen:
1
Danke erhalten:
475
Mitglied seit:
Zitat von FranziMarc:
Hallo Bro - interessante These. In Deutschland definieren sich -denke ich - mehr Menschen über die Arbeit als in vielen anderen Ländern. Ich hab mal gehört, dass in Deutschland die Frage "Was machst du beruflich" beim Kennenlernen neuer Leute sehr früh gestellt wird. ...
ja, das stimmt, ich hab aber auch gehört, dass oft dann Interessen an dem Status besteht und nicht an der eigentlich Person hinter dem Job..wenn es dahinter denn noch eine Person gibt..
•
#10
VictoriaSiempre Mitglied
Beiträge:
12714
Themen:
5
Danke erhalten:
38556
Mitglied seit:
Ich war nie mit meinem Job verheiratet (mit meinem Ex bin ich es aber auch nicht mehr ) , hab ihn aber meistens gerne gemacht. Dass Geld dadurch reinkommt, ist natürlich auch wichtig.
Aber ich kenne die von Dir beschriebene Situation auch in meinem näheren Umfeld nicht. Da sorgt jede/r für eine ausgewogene Work-Life-Balance und bekommt das locker hin. Klar mag es mal Zeiten geben, wo der Beruf einen stärker fordert - die sind jedoch kein Dauerzustand.
Ich nehme mal an, Du redest nicht von einem alleinerziehenden Elternteil, der 3 Jobs machen muss, um über die Runden zu kommen? Es ist völlig legitim, Karriere machen zu wollen. Wenn jemand dafür jahrelang 14-Stunden-Arbeitstage in Kauf nimmt - joah, dann ist nicht mehr viel Zeit für was anderes, das muss man dann einkalkulieren. Gibt aber eh mehr Interessenten als Chef-Posten.
Ich habe gerne Geld und gebe es genauso gerne für schöne Dinge aus. Diese schönen Dinge passe ich aber den Möglichkeiten meines Kontos an und nicht umgekehrt. Außerdem brauche ich ja noch freie Zeit, um die schönen Dinge zu genießen.
•
x 1#11
BrokenHeart Mitglied
Beiträge:
11148
Themen:
2
Danke erhalten:
12877
Mitglied seit:
Zitat von fitzgerald71:
Stimmt. Und macht Dich das Glücklicher?
Wenn ich soviel Geld hätte, um damit Hilfsbedürftige unterstützen zu können, würde es mich schon glücklich machen ...
•
x 1#12
F
fitzgerald71 Mitglied
Beiträge:
852
Themen:
1
Danke erhalten:
875
Mitglied seit:
Zitat von monchichi_82:
Mich schon. Ich weine lieber in meinem Einfamilienhaus als in einer beengten 2-Zimmer Wohnung. Ich schlafe wesentlich ruhiger wenn ich meine Rechnungen zahlen kann ohne jeden Cent dreimal umdrehen zu müssen. Mir geht es besser wenn ich ins Restaurant gehen kann wann ich das will. Wenn ich in der Therme entspannen kann zusammen mit Freundin oder Ehemann. Ich fühle mich gut dabei, dass ich shoppen gehen kann, mir gute Pflegeprodukte leisten kann, zu guten Ärzten gehen kann die hin und wieder privat zu bezahlen sind.