Zitat von Porcelina1801:Und ich habe leider viele Frauen Ü40 kennengelernt, die den Wunsch irgendwann unerfüllt gehen lassen mussten und daran sehr schwer zu tragen hatten.
Ich denke, dass das auch viel damit zu tun hat, dass unsere Gesellschaft, den "Wert" einer Frau immer noch sehr über ihre Gebärfähigkeit festmacht.
Habe bei zwei engen Freundinnen den Abschied vom Kinderwunsch aus nächster Nähe mitgemacht. Außerdem habe ich Bekannte, die ihren erfüllten Kinderwunsch im Nachhinein bedauerten.
Für die beiden erstgenannten war der Abschied zunächst hart, also auch eine Sache von ein paar Jahren, aber inzwischen ist das kaum noch Thema bei denen.
Man muss das abtrauern. Das ist wie der Abschied von einer großen Liebe. Ist hart, man denkt es geht nie vorbei, aber irgendwann ist es rum und man kann sich wieder dem Leben zuwenden.
Ganz wichtig ist es auch sich zumindest zeitweise mit Menschen zu umgeben, die ebenfalls kinderlos sind und/oder schon lange aus dem Haus. Ich bin zwar nur gefühlt kinderlos, da Tochter erwachsen und weit weg, aber vor Ort genauso ohne Anhang wie meine Freundinnen.
Hat man in der Phase nur Freundinnen im Familienglück um sich - schweirig.
Gleichzeitig wichtig sich mit Frauen zu beschäftigen, die davon berichteten wie sie mit ihrer Kinderlosigkeit umgegangen sind. Da gibt es eine Menge. Ich habe mir zB viele Interviews mit Dolly Parton angeschaut, die ihr Leben dann einfach anderweitig sinnvoll gelebt hat. Ihre Einstellung dazu, ihre Lebensfreude hat mir extrem viel Kraft gegeben.
Außerdem ist es wichtig sich vor Augen zu führen, dass Kinder nicht unbedingt glücklich machen. Da suggeriert die Umwelt immer so ein Idealgefühl von Mutterschaft, dass nicht unbedingt stimmt.
So viele, die ich kenne haben eine schwierige, anstrengende Beziehung zu ihren Kindern.
Eine Bekannte von mir hat gerade den Kontakt zu ihrem Dro. Sohn abgebrochen und ist total am Ende.
Meine Mutter war jahrelang in einem Pflegeheim und die einzige auf ihrer Station, die mehrmals die Woche Besuch bekam. Die Pflegekräfte erzählten mir, dass die meisten so 1x alle zwei Wochen Besuch bekommen, viele noch weitaus seltener, trotz Kindern.