Zitat von Trajan:Ich finde es sehr hilfreich und auch interessant, wenn ich mich und meine Umwelt verstehe und kausale Zusammenhänge entdecke. Ich lasse mich nicht einfach nur treiben. Das reicht mir nicht.
Moin Trajan, das Gegenteil von "Alle-Dinge-wissenschaftlich-betrachten" ist nicht "sich-einfach-nur-treiben-lassen" .
Wenn du dich, als kleinen Anfang, von diesem starren Denkmuster löst, und mal, in dieser Hinsicht, für dich neue Hypothesen aufstellst und diese dann falsifizierst... dann wirst du sehen, dass zwischen diesen beiden Positionen noch sehr viel mehr andere Positionen sind und man überhaupt auch noch ganz andere Skalen sich erdenken könnte.
Viel Erfolg.
Zitat:Ich denke, dass genau das Gegenteil zutrifft.
Das ist deine Meinung, und die kann und will dir hier niemand absprechen, wenn du das selbst nicht willst.
Meine Meinung ist, dass du dich damit selbst in deinem Selbstempfinden blockierst und das spüren andere Leute.
Und ja Frauen sind empathischer als Männer, weil sie in der Masse und wegen unserer Sozialisation und wahrscheinlich auch wegen anderer Anlagen eher beziehungsorientiert leben, während Männer eher lösungsorientiert leben.
@ysabell hat dir ja von dem sehr anschaulichen Experiment mit Säuglingen geschrieben...
Aber die ganzen Hintergründe bringen dir nichts, wenn du selbst nicht zulässt, dich selbst als Mann und als männliches Wesen zu begreifen.
Ich weiß nicht, woher deine Ansicht kommt, dass du, wenn du keinen Kontakt zu Frauen hast, ein quasi geschlechtsloser "Mensch" bist. Du schreckst ja geradezu davor zurück, dich als genuin männlich zu betrachten.
Ich vermute mal, dass du Stereotypen vermeiden und dich nicht in Schubladen pressen lassen willst und du dich deshalb verschließt.
Zitat:Mir fällt nichts ein, was ich nicht genauso gut als Mensch tun könnte.
Das ist ein starker Indikator für meine These.
Diese Klassifizierung habe ich zuletzt von radikalen Feministen gehört, die in gesellschaftlichen und politischen Debatten für die Abschaffung von Geschlechterrollen streiten.
So spannend diese Thesen für die Gesellschaft als Ganzes auch sein mögen, wirken sie bei dir, solltest du wirklich so denken, allerdings fatal, weil du eben nur als Mann mit gesundem männlichen Selbstbewusstsein eine gesunde Beziehung mit einer Frau führen und überhaupt mit gesunden, selbstbewussten Frauen in Kontakt kommen kannst.
Natürlich kannst du, wenn du dich als "neutralen" Menschen betrachtest und alle anderen Menschen als Menschen betrachtest alle Dinge, Hobbys, Arbeiten, und sonstwas genauso gut erledigen, wie jemand, der sich einfach als Mann oder Frau betrachtet - außer die eine Sache...- wenn du nämlich mit Menschen in Kontakt kommst, die sich eben als Mann oder Frau betrachten.
Und auf der Suche nach gesellschaftlichem Kontakt oder gar S.uellem Kontakt oder gar partnerschaftlichem Kontakt kommt es IMMER auf das (eigentlich) unbewusste persönliche Selbstempfinden und das eigene Selbstbewusstsein an.
Und Selbstempfinden und Selbstbewusstsein, so meine These, hängen immer von eigenem Wissen über a) die Umwelt und b) die eigene Natur zusammen. Und zu b) gehört immer auch das geschlechtliche Empfinden, welches normalerweise unbewusst oder latent vorhanden ist.
Und bei dir sehe ich das nicht.
Das ist auch keine Sache, die man einfach so abstellen kann oder mit gutem Zureden lösen kann...wenn du dich wirklich nicht als Mann
fühlst, wenn du nur mit dir allein bist und auch mit dem bewussten Gedanken daran, aus welchen Gründen auch immer, nichts anfangen kannst... - dann fällt mir hier für dich keine Lösung ein. Sorry.
Ich habe einige Freunde, die keinen Erfolg bei Frauen haben und einer trifft auch gar keine Frauen mehr, hatte noch nie eine Freundin oder S. und hat sich aufgegeben...aber die alle würden mich ungläubig anstarren, wenn ich sie fragen würde, ob sie sich nun als Mann oder Mensch fühlen, wenn sie gerade für sich allein sind.
Zitat:Wie kann man in einer Wechselbeziehung mit sich selbst stehen? In dem Zitat geht es um eine Wechselbeziehung mit dem anderen Geschlecht.
These: Nur wenn du in einer Wechselbeziehung mit dir selbst stehst, wirst du stabile Wechselbeziehungen auf Augenhöhe mit anderen Menschen aufrechterhalten können.
Da ist der Link.
Und wie man das macht?
Indem man mal in sich hinein horcht und mal den Kopf ausschaltet.
Unser Körper hat eine Region, die zwar nicht "denken" kann, aber die für unser emotionales Empfinden und primitivere Instinkte mit verantwortlich ist... - unser Bauch.
Und ich glaube, auf den hast du schon seit Jahren nicht mehr gehört.
Der muss dich doch schon seit Jahren anschreien...
Zitat:Ich habe keinen Grund gehabt, jemanden auf ein Podest zu heben.
Und doch hast du es getan.
Weil du dir über Frauen den Kopf zerbrichst und da Dingen rational erfassen willst und analysierst, die so nicht zu erfassen sind.
Und das wüsstest du, wenn du nicht in einem rein männlichen Schulsystem aufgewachsen wärst. (Bedanke dich bei deinen Eltern! Sie sind wahrscheinlich mit für deinen jetzige Situation verantwortlich. Kein Mist.

)
Zitat: Könntest du das für dich selbst beschreiben? Mir ist das ehrlich gesagt noch etwas diffus und nicht richtig greifbar.
Was soll ich dir denn da beschreiben?

Wird dir doch nicht helfen, wahrscheinlich denkst du gleich, ich schreiben von einem anderen Stern. Aber gut...
Ich sehe z.B. meine Stärken teilweise darin begründet, dass ich ein Mann bin ...und auch meine Schwächen.
Mir ist klar, dass ich natürlich auch an einigen Schwächen arbeiten könnte, aber ich akzeptiere diese lieber und fokussiere mich auf andere Bereiche.
In der Schule und wahrscheinlich schon davor habe ich gelernt und zwar aus eigener Erfahrung, dass Mädchen anders sind und von mir anders behandelt werden müssen als andere Jungs.
Ich denke in Vergleichen und versuche meine Umwelt in Systeme und Subsysteme einzuordnen (was Frauen ihrer Aussage nach nicht tun beispielsweise).
Ich attribuiere Dinge an mir oder in meiner Umwelt (bei anderen Personen, bei Dingen, bei Sachverhalten, bei Gesagtem, bei Verhalten, bei Abstraktem oder sonstwas) als "männlich" oder "weiblich" oder "neutral" (neben den anderen Attributen).
Und das alles ständig, immer und natürlich unbewusst.
Ein Teil davon ist anerzogen, ein Teil ist beobachtet und selbst gelernt und ein Teil ist sicherlich in meinen Genen begründet.
Ich bezweifle allerdings, dass dir das was bringt...denn zuallererst musst du dich selbst als Mann wahrnehmen
wollen.
Und wenn du nun empirische Beweise haben willst, dass Frauen deswegen von dir Abstand halten, weil du mit dir selbst im Clinch liegst, weil du nicht in Geschlechter-Stereotypen denken/ leben willst und du dich deshalb verschließt, - dann werde ich dich enttäuschen müssen. Neuropsychologie ist nicht mein Fachgebiet. Da müsstest du dir selbst Informationen besorgen.
Und wenn du dann schließlich grundsätzlich überzeugt wärst, - DANN müsstest du zu einem Experten der Verhaltenspsychologie, um dir helfen zu lassen.
Zitat:Danke. Ist ein Bruch für dich eine Abweichung von einem Cliché (hier der Wissenschaftler) oder etwas Unerwartetes bei einer Persönlichkeit?
In meiner Arbeit ist unter anderem sehr viel logisches und analytisches Denken gefragt (der Wissenschatler), in meiner Freizeit bin ich in einer anderen Welt und spiele die feurige Musik des spanischen Südens.
Ich denke weder, dass ich mich in nur eine Schublade einsortieren lasse, noch ist mir bewusst, was von alledem besonders männlich sein könnte.
Es geht nicht um Klischees.
Du allein hältst das ganze insgeheim für "Schubladendenken" und für klischeehaftes Denken. Deswegen lehnst du es ab und genau deswegen scheiterst du.
Und natürlich ist ein Bruch etwas Unerwartetes,- etwas Neues. Aber nicht als permanenter Wandel verstanden, sondern als ein Wechsel von einem Bild - in ein anderes. Ein Wechsel von einem Weg auf einen anderen.
Das allein ist ja auch nicht männlich. Gibt ja auch Frauen die Brüche in ihrem Leben haben.
Es wird dann männlich, wenn DU es so attribuierst und es nach außen trägst.
Aber das wirkt nur dann nicht lächerlich oder klischeehaft, wenn man sich zuvor seiner eigenen Männlichkeit ganz für sich selbst bewusst ist.
Zitat:Ich hätte hierzu eine Frage, weil du es gerade ansprichst. Ich habe erst vor kurzem von diesem einen "Freund" erzählt. Im Grunde hat er nie Zeit außer er meldet sich irgendwie spontan und fragt nach einem Treffen. Nach dem letzten Treffen habe ich ihn 2x gefragt, ob wir was unternehmen - 2x Absage ohne Gegenvorschlag.
Eigentlich bin ich stinksauer, weil ich keine Lust habe, immer anderen Leuten hinterherzulaufen. So geht es mir mit den Freundschaften. Wie zeigst du nun Kante?
Du kennst deinen Freund am besten - wenn er also meistens nur spontan anruft, dann ist er vielleicht ein Typ, der generell wenig Pläne in seinem Leben macht. Ist er eher sprunghaft?
Wenn ja, dann wäre der fehlende Gegenvorschlag kein (oder nicht unbedingt) Zeichen für ein Desinteresse an dir, sondern dass er vielleicht wirklich keine Ahnung hat, was er in den nächsten Tagen wie macht.
Das kannst nur du einschätzen.
Unabhängig vom Ergebnis deiner Einschätzungen kannst du nur für dich sagen, dass du von deinen Freunden Interesse erwartest und du auch Grenzen hast.
Wenn der Typ also immer "spontan" (also verplant) ist und das nicht zu dir passt, dann lass den Kontakt einschlafen und überlege nicht mehr, wenn er sich meldet. Ziemlich eng scheint eure Freundschaft ja nicht zu sein. Gute Freunde findet man aber auch nur selten (seltener als gute Frauen btw.

).
Wenn du also keine Lust hast, den Leuten hinterherzulaufen - dann laufe ihnen nicht mehr hinterher.
Lass den Kontakt einschlafen und such dir neue Freunde. Beim Fotografieren. Beim Tauchen. Bei deinen Wissenschaftlerkollegen.
Sei mal ein Mann und zeige klare Kante. Schneide die überzähligen Zöpfe ab.
