Zitat von Scheol: Wie gehst dir ?
Ich lasse mir ein dickes Fell wachsen und seine Vorwürfe und insbes. seine Opferhaltung perlen mehr und mehr an mir ab.
Letzter Streitpunkt waren jetzt die Herbstferien und die Aufteilung der Betreuung.
Irgendwann im Laufe des Gesprächs wurde er heftiger: "wie oft noch?! Ich HABE keine Ferien und ich muss da jetzt Urlaub nehmen, den ich gar nicht will!"
Ich: "Ja Pech, aber du hast nun mal schulpflichtige Kinder, die Ferien haben."
Er: "Ja und die haben ja nun auch eine Mutter, die die ganzen Ferien zuhause ist!"
Da geh ich ja steil.
Ich bin Lehrerin, ja, aber ich habe zufällig auch 4 Stapel Klausuren zum Korrigieren liegen, ein Volumen von etwa 50-60 Arbeitsstunden (also im Prinzip halt die ganze Ferienwoche, in der die Kinder bei uhm sein sollen). Er WEISS das. Immerhin haben wir lange genug miteinander gelebt...aber es kümmert ihn halt nicht, wenn ich nachts bis 3 Uhr am Schreibtisch sitze, weil tagsüber die Kinder am Start sind.
Ich habe ihn daran erinnert, dass er 50:50 wollte (was de facto ja nichtmal stattfindet) und dass diese Regelung auch für die Ferien gilt. Wenn er das ändern möchte: ok. Aber dann reden wir auch über Geld und Unterhalt.
Findet er sxheiße von mir. Mir gehts ja immer nur ums Geld und um irgendwelche Forderungen.
Davor: ich sage ihm, dass er dieses Jahr für die Orga der Kindergeburtstage zuständig ist. Ich habe das die letzten Jahre immer gemacht (Backen, Einladungen, Spiele organisieren), jetzt ist er dran.
Ich helfe gern, backe auch einen Kuchen oder bastel Einladungskarten oder fahre irgendwelche Kinder und beteilige mich auch finanziell - aber ich will es nicht planen.
Kommt Tochter: "Papa ist da sauer drüber. Er meinte, es gäbe nun mal Mutter und Vater und eben nicht 2 Mütter und er wolle das so nicht und du (ich) schreibst ihm da vor, was er tun muss. Das passt ihm nicht."
Solche Äußerungen nehme ich nun zur Kenntnis, unterstütze die Große da (habe Bauernhöfe zum Feiern rausgesucht)...aber anrufen und organisieren muss er das.
Ist halt so, wenn man Kinder hat.
Er kann und soll auch spüren, was ich immer abgebuckelt habe.
Für mich ist es schwierig, weil ich gleichzeitig sehe und weiß, dass er eben krank ist und nicht voll belastbar.
Aber dann muss man verdammt nochmal höflicher sein und nicht noch frech werden (s. Ferien) bzw. deutet sein Hinweis auf "2.Mutter" auch mehr daraufhin, dass es ein Einstellungsproblem ist und eben nicht ein:"Sorry, ich kann das aus physischen/psychischen Gründen nicht stemmen, hilf mir bitte mehr."
Nach solchen Nummern ist mir jedenfalls jedes Mal wieder glasklar, dass das mit uns als Team in einem Haus nicht funktioniert hätte und diese Trennungsentscheidung eine richtige für mich war.
In einem Haus hätte sowas definitiv zu tage- und wochenlangem emotionalem Schwelbrand auf meiner Seite geführt.
Ich kann nun klar zu meiner Meinung und meinen Forderungen stehen und ob er da tobt und sauer ist...beschäftigt mich manchmal wegen der Kinder, aber es verletzt mich nicht mehr persönlich.
Ich fühle mich gesünder und stärker.