Zitat von Mia2:eigentlich möchtest du keine Trennung, aber du kämpfst halbherzig.
Eigentlich möchte ich nicht mehr so lieblos und passiv-aggressiv leben und eine Trennung, die schmerzlos ist.
Die gibt's aber nicht.
Das macht das Ganze schwierig.
Zitat von Mia2: Oder hoffst du, dass eines Tages noch eine grosse Liebe vorbeikommt?
Ich bin nicht sicher, ob das Wort "NOCH" an der Stelle richtig ist.
War mein Mann jemals diese "große Liebe" für mich?
Rückblickend betrachtet nicht.
Dazu gab es schon zu Beginn der Beziehung zu viel Streit, zu viele Trennungsgedanken und zu viel, was ich von mir aufgegeben habe in dem Glauben, ich könnte mich mit all dem gut arrangieren und immerhin liebte er mich ja!
Zitat von Mia2:Fuer die Kinder ist eine Trennung selten besser.Es ist eine Illusion zu glauben, die Kinder wuerden nicht leiden.
Ich glaube nicht, dass die Kinder nicht leiden.
Im Gegenteil.
Deswegen bin ich noch hier.
Die Preisfrage ist: was ist die Alternative?
In den letzten 4 ...eigentlich 5 Jahren hat sich nichts verbessert zwischen uns. Trotz diverser Anläufe.
Ich bin müde vom vollherzig Kämpfen und dabei das Gefühl zu bekommen, immer wieder an den selben Stellen zu hängen.
Also zusammenbleiben?
In Abstinenz leben und ohne Zärtlichkeit?
Die nächsten 10 Jahre weiter hoffen, dass es sich nochmal ändert?
Weiter alle Themen meiden im Gespräch, die haarig werden könnten, weil wir leider nicht in der Lage sind, miteinander noch vernünftig zu kommunizieren?
Es gibt ein paar Sätze, die dafür gesorgt haben, dass ich massiv Respekt vor ihm als Person verloren habe. Verziehen ist das. Vergessen nicht. Und der Schaden auch deswegen nicht ausgebügelt. Die Sätze sind aber alle aus einer Zeit, in der wir uns emotional voneinander entfernt hatten.
Ich hatte meine Bedenken zu Beginn der Beziehung.
Der Altersunterschied ganz voran, da am offensichtlichsten.
Seine Einsiedelei. Von der ich mir eingeredet habe, das werde sich schon geben, wenn man dann einen gemeinsamen Freundeskreis hat usw.
Der erste Urlaub damals mit meiner besten Freundin und ihrem Mann: einsame Streit-Katastrophe.
Seine Ordnung und Exaktheit und Planungspedanterie. Bei der ich mir sagte: ok, ist ein guter Ausgleich zu meiner Unordnung.
Seine seltsame Familie, bei der ich dachte: naja, der Arme.
Sein Kleidungsstil, der so ganz anders war als meiner und Ich dachte: was soll's. Sind nur Äußerlichkeiten (heute denke ich, dass doch die Wahl der Kleidung eben nach außen den Charakter zeigt).
Ich fühlte mich einsam, entwurzelt und unsicher, und da vor er mir all die Struktur und Sicherheit, die ich suchte. Er sagte, er liebt mich und stückchenweise habe ich auch Emotionen zu ihm aufgebaut.
Heiraten? Ok, warum nicht. Ich war nicht nervös bei der Hochzeit.
Also habe ich seine Videospiele gespielt, habe den Sex gemacht, den er wollte (der immer extremer und extremer wurde, aber dann konnte ich auch nicht mehr "Nein" sagen) und wir sind in die Länder gefahren, die er wollte. Ich habe mir immer gesagt, dass das ok ist für mich und mehr gibt's eben nicht - ehe ich es recht bemerkte - waren 4 Ehejahre um und ich fand mich in einer Stadt, deren Angebot ich nicht nutzte, dickgefressen, ohne Freunde.
Immer diesen "ja WENN erst Das und Das..DANN wird die Beziehung toll!" Gedanken im Kopf.
Das bin ich aber heute nicht mehr.
Und ich habe diesen Gedanken so oft gedacht, dass es mir heute schwer fällt, noch zu denken: "Ja, WENN du erst in der Therapie 148% gibst, DANN..."
Wie soll man sich auf jemanden einlassen, mit dem man nicht reden kann?