Zitat von grimes: immer das liebe Kind sein möchtest, welches alle liebhaben. Es ist harte emotionale Arbeit, dieses zu verändern
Das stimmt. Zumal mir die Persönlichkeitsgrundlage fehlt, d.h. ich kann kaum sagen soundso BIN ich, weil ich mich halt ständig angepasst habe...als Jugendliche an meine beste Freundin, dann an meinen Freund...später dann eben an das Leben meines Mannes.
Erst durch die Kinder ist etwas in mir wach geworden und ich habe mich ernsthaft begonnen zu fragen, WER ich eigentlich bin, was ich meinen Kindern für eine Mutter sein will usw.
Zitat von grimes:Und du siehst, ich wollte dich weder verletzen noch Frust abbauen
Das habe ich auch nicht so wahrgenommen, sonst hätte ich wohl nicht geantwortet.
Zitat von grimes:Aber drei Jahre?
Kannst du Fortschritte in dir benennen?
Die Therapie dauert ja noch keine drei Jahre...die erste Einzeltherapie war mehr tiefenpsychologisch ausgelegt. Dadurch ist mir einiges zwar klar geworden, dennoch gelang es mir nicht, nur auf Basis dieses Wissens wirklich etwas zu verändern in meinem Alltag/meinen Handlungen/Denkweisen.
Dafür habe ich nun vor einigen Wochen die Therapeutin gewechselt und übe nun mehr "praktisch" durch kleine Aufgaben usw.
Was sich verändert hat? Dass ich mich überhaupt damit auseinandergesetzt habe, in der Beratung - auch der Paarberatung - ehrlich zu kommunizieren (ich habe sonst zuhause schneller mal gelogen oder einfach genickt, damit es keinen Streit gibt).
Ich habe kleinere Projekte angefangen, auf die ich stolz bin (das Gefühl ist mir - abgesehen von den Kindern - neu) und lange dafür gebraucht, mich damit zu arrangieren und meinen Frieden damit zu machen, dass ich talentiert in vielen Bereichen bin, aber eben in nichts herausragend gut. Dass ich nichts Besonderes sein muss und dass es ok ist, wenn mir dafür die Disziplin fehlt. Dass ich nicht etwas vorgeben muss um mich interessant zu machen oder gemocht zu werden (daran arbeite ich noch...das wird auch noch eine Weile in Anspruch nehmen).
Daneben hat sich verändert, dass ich (in einigen Bereichen) aufgehört habe, meinem Mann die Verantwortung zuzuschieben, sondern mich selber gekümmert habe z.B. durch die Renovierungen darum, dass ich mich hier im Haus wohl fühlen kann (das wird ebenfalls noch eine Weile dauern. War nicht leicht, mir selber einzugestehen, dass ich möglicherweise das falsche Haus gekauft habe bzw. es eben nicht einfach mit ein paar Wandfarben getan ist/war).
Zitat von Vegetari:Nur wenn das gelingt kann eine reife Entscheidung für oder gegen die Ehe gefällt werden
Ich muss mich jetzt dagegen entscheiden. Mir fehlt die Kraft. Ich kann nicht an mir selbst arbeiten und gleichzeitig versuchen, wieder an 1000 Stellen Kompromisse mit meinem Mann auszuhandeln und da Gespräche zu führen.
Ich muss erstmal klar kriegen, wer ich bin. An welchen Stellen ich keine Kompromisse machen will, was mir unbedingt wichtig ist und an welchen Stellen ich Abstriche machen kann.
Ich kann nicht lernen, authentisch und ehrlich zu sein, wenn hier im Haus und in der Beziehung gleichzeitig das größte Konfliktfeld besteht, was sofort hochgeht, wenn ich z.B. mal deutlich kommuniziere.
Diese Stimmung, die kann ich dann hier alleine zu Hause so schlecht aushalten, dass ich dann wieder (wie letztes Jahr) zurückruder.
Dabei geht es nicht mal konkret um Trennung, sondern um Alltagskram/Urlaub/Freizeit/Kinder usw.