Zitat von Vegetari:Hoffentlich kommt er jetzt nicht wieder in eine ähnlich schlimme Phase?
Er fühlt sich auch von den Kindern abgelehnt?
Ich weiß es nicht. Er sagte gestern, auch von diesem Traum verabschieden zu müssen sei sehr sehr hart für ihn und dagegen kämen ihm seine Depressionen damals weniger schwer vor.
Der Berater hat ihm einen Kontaktzettel für eine "Väter in Trennungen"-Stelle gegeben, weil er auf die Frage, wo er sich Unterstützung holen kann keine Antwort hatte. Er sagte, er würde sich dahon wenden, wenn er Bedarf hätte (...also nach meiner Erfahrung: nie).
Ja, auch von den Kindern...da fielen Worte wie "Störfaktor, überflüssig. Nicht der Mann und nicht der Vater, der ich sein wollte usw."
Bei den Kindern ist es halt so, dass sie lieber von mir ins Bett gebracht werden (aus welchem Grund auch immer) und MANCHMAL beide Kinder dann sagen "och, neee" wenn der Papa sie ins Bett bringen soll.
Bei unserem Sohn ist es allerdings tatsächlich seit 3 Jahren jeden zweiten Abend Gemaule/Geschimpfe...mit dem hatte er aber halt auch während der Elternzeit echt Probleme und ich denke, das ist eben nie richtig "weggegangen" beim Kind, das es diese Ablehnung sehr gespürt hat und sich umso mehr an mich geklammert hat.
Daneben: er verbringt halt selten Qualitätszeit mit den Kindern, spielt vergleichsweise wenig mit ihnen, meistens ist es mehr ein Beaufsichtigen. Wenn man dann noch Ausflüge etc abzieht, bei denen er nicht mitgegangen ist, ist die REGELMÄSSIGE Beschäftigung mit den Kindern zu 85% bei mir und das äußert sich dann eben auch so, dass sie mich ansprechen und zu mir kommen zum Trösten, bei Streit usw.
Was wiederum dazu führt, dass er sich abgelehnt fühlt.
Aber bei diesem Problem kann ich ihm nicht helfen, denn er sieht es ja seit Jahren nicht...die Familie ist dann der böse Ausgrenzer, wir "machen" ihm ein schlechtes Gefühl.
Dass ER als Erwachsener seine Beziehung zu den Kindern aktiv gestalten muss, sieht er nur teilweise, das meiste nimmt er als naturgegeben hin/an.
Ich sehe da inzwischen viel Projektion seiner eigenen Distanzgefühle und seines schlechten Gewissens - aber auch das will er nicht hören und hat in der Vergangenheit meine Versuche, ihn mehr "mitzunehmen" immer wieder abgebügelt.
Das muss er nun mit sich selber ausmachen.
Zitat von Nachtlicht:Hat dich das überrascht?
Jein.
Ich hatte noch ein Weihnachtsgeschenk bekommen - entgegen unserer Absprache und dann waren da noch so ein zwei andere Situationen, die mich irritiert haben.
Da er zuletzt ja gemeint hatte die Stimmung wäre wieder besser und freundlicher usw. hätte ich nicht gedacht, dass er diesen Gedanken des Abgelehnt werdens, den er ja schon mal formuliert hatte, immer noch so präsent hat.
Vielleicht ist er auch durch seine gesundheitlichen Geschichten (schweres Kontaktekzem und Angst vor Berufsunfähigkeit plus Thrombose im Bein) in der letzten Zeit mit viel Krankenhaus wieder "abgerutscht" - das wäre möglich.
Zitat von Nachtlicht:Keinen Rosenkrieg fürchten zu müssen ist ein großes Geschenk.
Ja, das sehe ich auch so. Falls es so bleibt und wir das so durchhalten können.
Das klang letzten Januar noch GANZ anders.
Mich nimmt grade nur doch mehr mit, dass er sich scheinbar so fühlt, als werde er weg geekelt und ich würde ihn nicht mögen.
Das stimmt überhaupt nicht.
Ich mag viele Dinge an ihm.
Liebe, nein, ist es nicht mehr. Das spüre ich auch jetzt, denn es ist nicht dieser heiße stechende Liebeskummer da.
Aber ich finde es sehr sehr traurig, dass er auch nach einem Jahr Beratung scheinbar nicht sieht, dass diese Dynamik von zwei Seiten angetrieben wird.