Zitat von AufDemWeg:Florentine, könnten in diesem Fall die Eltern oder Freunde Deines Mannes ihn unterstützen oder ihn etwas an die Hand nehmen?
Er hat keine Freunde und seine Eltern sind 500km entfernt.
Deswegen hatte ihm der Berater den Zettel gegeben mit der Beratungsadresse.
Zitat von Vegetari:Eine Trennung muss nicht immer das Ende sein .Auf jeden Fall gibt es die Chance aus der negativen Stimmung später in eine bessere zu kommen
.. Sag ihm das bitte so
Das weiß er. Darüber haben wir auch gestern geredet, er sagte ja selbst, dass es ihm wahrscheinlich besser geht und er gesünder ist, wenn er aus diesem Ablehnungsgefühl, was ihn vermeintlich umgibt, raus kommt und dass er keine Angst vorm Alleinsein hat usw.
Es kam jetzt eben viel zusammen.
Andererseits hatte er das im Frühjahr ja schon mal ganz ähnlich geäußert.
Zitat von Florentine:Er fühlt sich am falschen Platz im falschen Leben, wie ein Pinguin in der Wüste, sowohl in seiner Rolle als Ehemann als auch als Vater.
Gefragt nach seiner Lebensenergie von 1 bis 10 meinte er, er sei nicht auf der Skala
Dann war es wieder besser, jetzt ist es wieder so...ich komme nicht umhin zu fühlen, dass er seinen Zustand massiv an unseren Beziehungsstatus und mein Verhalten bindet.
Er will keine Hilfe. Ich kann ihn nicht einfach ins Auto setzen und zum Arzt fahren, ich bin nicht seine Mama.
Und zum ersten Mal in all der Zeit bin ich angepisst.
Da reden wir monatelang nicht weiter über uns, nicht über Gefühle. Nix. Nada.
Dann reden wir über Trennung und einen Tag später kommt er aus dem Krankenhaus und erzählt mir was von Panikattacken.
Warum?
Hätte es doch gereicht zu sagen: ich hatte Schwindel und Herzrasen, ist aber alles geklärt.
Oder was in Die Richtung.
Aber nein, er packt das so auf den Tisch.
Ohne Option.
Also ohne Frage nach Hilfe, ohne sie überhaupt in Anspruch zu nehmen und ohne einen Plan machen zu wollen.
Er verhält sich so und sofort geht bei mir das Kopfkino an:
Dass er eigentlich noch ganz viele tiefe Gefühle hat und nur eingewilligt hat in die Trennung, weil er es von mir spürte. Dass er nun zutiefst verletzt und am Boden ist, weil ich seinen Lebenstraum und diese tiefen Gefühle kaputt gemacht habe und es ihm deswegen nun so schlecht geht....usw.
Ich sehe inzwischen, dass das auch von mir eine brutal ungesunde Denkweise ist und die muss ich genau hier abstellen. Sonst werde ich niemals in der Lage sein, mich zu lösen.
Ich kann ihm nicht helfen.
Zitat von Vegetari:Was wenn Du irgendwann einen neuen Threat eröffnen musst , der z.B. heisst : " Ich wollte eigentlich die Trennung , aber er hat sich das Leben genommen und kam mit Trennung nicht klar "
Ja, was ist dann? Ich weiß es nicht.
Ich kann aber auch nicht aus Angst davor, so etwas irgendwann vielleicht schreiben zu müssen, hat nichts tun und bis ans Ende meiner Tage lächeln und auf ihn aufpassen.
Denn er wird, so wie ich das sehe, nichts aktiv tun, um seine Probleme zu lösen.