Ich habe kurz überlegt, ob ich darauf antworten soll. Diese Ferndiagnosen sind immer recht unterhaltsam. Wozu Psychologie studieren, wenn diagnostizieren ohne persönlichem Kontakt doch so einfach ist. Und dann kommt noch, wer antwortet - so die Unterstellung - hat eh verloren, denn wäre es mir egal, würde ich nur die Schulter zucken und die Mädels reden lassen. Aber ich habe Lust zu antworten, sprich, ich habe mich noch nicht abgemeldet und wenn ich Lust habe, werde ich auch noch in 10 Jahren schreiben.
Zitat von MarleneDietrich:Erst habe ich auch gedacht, super, die schaffen es, aber im Grunde sind beide mittlerweile gute Beispiele dafür, warum Ehen nach Affären eben nicht funktionieren.
Schade eigentlich.
Können Ehen nach einer Affäre wieder funktionieren? Wohl die wenigsten. Wie wird funktionieren definiert? Zusammenbleiben? Nicht mehr darüber reden? Einfach weiter machen? Das wäre nicht meine Definition.
Eine Affäre löst einen Prozess aus der in unterschiedlichen Phasen verläuft. Je ehrlicher man ist, desto härter sind die Phasen. Eine Affäre, auch wenn es manche nicht wahrhaben wollen, löst eine Traumatisierung aus (unter Fachleuten unbestritten) und diese wird nicht mal eben mit viel Puderzucker wieder gut. Die Verarbeitung dauert auch lange. Trennt man sich nach einer Affäre sofort, dann ist die Traumatisierung nicht weg, aber der, der sie verursacht hat. Bleibt man zusammen, dann wird das Geschehen immer wieder getrigert und führt zu einer erneuten Auseinandersetzung damit. Die Emotionen nehmen ab, aber es ist nicht egal. Eine Affäre bedeutet massiver Vertrauensverlust. Einem Partner sollte man jedoch vertrauen können. Zerstörtes Vertrauen wächst nicht auf Bäumen. Und auch wenn man sich trennt, vertraut man dem nächsten nicht einfach, denn man hat gelernt, dass man damit richtig auf die Nase fallen kann. Es hilft alles nichts, es gibt keine Abkürzung außer einer ehrlichen und beharrlichen Auseinandersetzung mit dem Thema.
Zitat von Gretel:Stimmt nur nicht.
Gibt sonne und sonne - auch hier im Forum, übrigens.
Ein Paar das nach einem Jahr sagt, es ist alles wieder gut und die Affäre/ Vertrauensverlust ist kein Thema mehr, macht genau das, was zur Affäre geführt hat, sie schweigen und kehren die Dinge unter den Teppich.
Also ja, ich werde immer wieder, wenn es mich packt, mich hier rumtummeln. Dazu kommt auch ein gewisser Gewöhnungsfaktor. Zudem habe ich beruflich leider mit dem Thema indirekt zu tun, daher ist es auch aus dem Grund für mich interessant.
Zitat von Hitachi:....und vorher auch nicht, jedenfalls für einen der beiden EP!
Ganz sicher gab es Probleme, für uns beide. ich hätte, bezogen auf die Beziehung, genauso viel Gründe für eine Affäre gehabt. Aber weitere Faktoren wie z.B. geringeres Selbstwertgefühl oder was auch immer, fehlten. Vielleicht auch schlicht die Gelegenheit.
Je nachdem welche Probleme es gab bei dem jeweiligen Paar, scheitert deren Beziehung letztlich auch nicht wegen der Affäre, sondern wegen der Probleme die bereits vorlagen.
Bin ich mit meinem Mann glücklich? Das könnt Ihr nicht wissen, nur beurteilen ohne ausreichend Infos zu haben. Ich will mit meinem Mann zusammen bleiben und glücklich sein, aber nicht um jeden Preis. Der höchste Preis wäre zu schweigen, auch wenn einer gerade ein Problem hat. Wir sprechen an, was uns beschäftigt und stellen uns dem. Dazu gehören neue und alte Themen, die Affäre ist eines davon, aber nicht das zentrale Thema, eher Anlass. Eine Affäre führt auch zur Selbstreflexion (sollte zumindest). Auch dem stelle ich mich und da wäre eine alleinige Auseinandersetzung mit meinem Mann sehr beschränkend. Da ist ein Forum eine gute Alternative, neben Freunden.
Eure Spekulationen oder Schadenfreude nehme ich zur Kenntnis, mehr nicht. Sie sagen mehr über euch aus, als über mich.