Tsheburashka
Gast
Dieses Bild, dass sie immer auf ihrem Diwan liegt, jetzt weiß ich, woher es kommt!
Das Wort für Sofa/ Couch in seiner Sprache, die wir in meinem Land gewohnheitsmäßig weiter gesprochen haben (obwohl er in den letzten Jahren wohl besser meine Sprache sprach als ich seine), ist eben, dem Französischen entlehnt, „Diwan“.
Und einmal, als wir uns stritten, hat er gesagt: „Es will dir eben nicht in den Kopf, dass man eine Frau, die den ganzen Tag nur auf dem Sofa liegt und die sonst gar nichts macht, lieben kann, einfach so, weil sie ist, wer sie ist. Du denkst immer, du musst ständig etwas leisten, um liebenswert zu sein“.
Ich weiß, er hat darunter gelitten, dass ich in mancher – beziehungsferner – Hinsicht mehr Energie hatte als gut für uns war
… während er einfach wollte, dass ich zufrieden und fröhlich bin!
Gleichzeitig, und das weiß ich aus sicherer Quelle, war er immer auch ein bisschen stolz auf die Sachen, die ich auf die Beine gestellt habe
… wobei ich heute glaube, dass er vor allem gedacht hat, dass mich das glücklich macht.
Überhaupt neige ich gerade ein bisschen dazu zu glauben, dass er mich mehr geliebt hat als mir bewusst war.
Aber diese endlosen 60- bis 70-Stunden-Wochen haben mich am Ende sehr geschlaucht, Mademoiselle war ja auch schon da, und bei mir schlich sich der Gedanke ein, warum kümmert sich denn er nicht mal um all diese Sachen, warum muss immer ich?
Ach, wie gern würde ich auf diesem Diwan liegen, sorglos, weil ich weiß, er kümmert sich um den Rest!
Tja, so nahmen die Dinge wohl ihren Lauf…
Kurzum, ja!: Ich missgönne der Madame ihren Platz auf dem Diwan, und zwar aus tiefstem Herzen, wie sonst, vor diesem Hintergrund?
Jedenfalls – um zum Ausgangsgedanken zurückzukommen – liegt also deshalb die Madame stoisch auf ihrem Diwan, diese gebieterische, immer lächelnde Madame de Pompadour…
Zu mehr heute nicht fähig und wohl seit einigen Jahren übermüdet schließt hier
Tshe
,
