So, habe meinen Mephisto gegeben...
Auf meine Art.
Sehr charmant, sehr strahlend.
Habe es an den Blicken der Herren im Raum wohl gespürt.
Komplimente mit strahlendem Lächeln quittiert und es genossen!
Ich bin die Opferrolle leid (dies Grundgefühl seit Trennung).
Und ja, ich spiele wieder. Bzw. jetzt erst recht.
Er kam diesmal eher als Clochard. Er wirkte unsicher, bedrückt, wie so oft gehetzt.
Aber auch wenn er so selbstsicher und schön gewesen wäre, wie er sich der Welt in den letzten zwei-drei Jahren präsentierte (weil er sich wirklich so fühlte, denn ja, das muss man ihm lassen, er ist absolut authentisch) … es wäre mir egal gewesen.
Ich habe mich als Mittelpunkt empfunden – nicht als Mutter oder weil ich zufällig das wunderbarste Kind von allen habe!
Sondern einfach als Mensch, na ja, schon auch als Frau, vor allem aber, weil ich mich als Zentrum eines Magnetfeldes empfunden habe, in dem die verschiedensten Strömungen zusammenliefen.
Ich beobachte das jetzt schon seit einiger Zeit, dass er wieder da ist, dieser Magnetismus.
Und, ich gesteh’s frei heraus: Das macht mir Mut.
Ich bin durch seine Ablehnung nicht ausgelöscht (wie ich lange glaubte).
Vielleicht sogar im Gegenteil – anders interessant, weil natürlich das jahrelange Leid (aus dem ich auch nicht erlöst werden wollte, weil ich es angesichts des Verlustes für angemessen hielt) Spuren hinterlassen hat. Aber, glaub ich, nicht negativ.
Ist es, weil ich für die Zeit, die wir hatten, dankbar bin?
Nein, ich glaub, das ist jetzt eher der Stolz darauf, mich ganz allein aus dem Tal gehieft zu haben, die Konfrontation nicht gescheut zu haben.
Kurzum: Meine Frau, meinen weiblichen Mephisto gestanden zu haben!
YES, we CAN do it!
