Zitat von Hailey12: Selbst, wenn der Fokus stark auf einem selbst liegt...Selbst, wenn man die Ruhe in sich wäre/sich selbst findet...schließt das nicht aus, sich nach einer Beziehung zu sehnen...
Natürlich schließt das eine das andere nicht aus. "Sich aber sonst nicht komplett zu fühlen" ist m.M.n. bedenklich. Dann wird es krampfig und man neigt dazu anderen Menschen (potenziellen Partnern) zu viel Verantwortung auf die Schultern zu laden.
Zitat von Hailey12: Es wird einem heute gerne suggeriert, man müsse erst sich selbst lieben...So ein Quatsch.
Sollte man schon. Eine eigene innere Leere/Trigger/(Selbstwert)Probleme oder strikte Erwartungen an den Gegenüber Bedürfniserfüller zu sein, wird nicht unbedingt ein Gleichgewicht in Partnerschaften schaffen. Ich habe das Buch "Liebe Dich selbst und es ist egal wen Du heiratest" nicht gelesen. Aber allein im Titel befindet sich m.M.n. viel Wahres.
Zitat von Hailey12: Ich frage mich allen ernstes woher dieses Denken kommt ....Wir sind zutiefst soziale Wesen. Unser komplettes Verhalten ist auf Leben in Gemeinschaft programmiert...nicht auf die eines einsamen Einsiedlers.
Zwischen "als Single nicht komplett" und "einsamer Einsiedler" gibt es aber ein breites Spektrum.
Zitat von Hailey12: Ich halte auch nicht wirklich was von Floskeln wie "Du strahlst das aus" (hä selbst wenn, und jetzt? Man ist ja auch auf der Suche) und "das macht dich unattraktiv"...das sind so Standartantworten...
Zitat von Hailey12: Meiner Meinung nach wird da auch noch unüberlegt Öl ins Feuer gekippt...vor allem in heutiger Zeit, in der ehrliche, bindungsfähige Menschen ständig enttäuscht werden von Personen die mit Bindung ein großes Problem haben.
Ja, es gibt Menschen, die haben Bindungsprobleme. Die suchen nach 100% (was nie funktioniert), wechseln von einem zum anderen, nehmen mit, was sie kriegen können oder - die andere Variante - hängen sich an den/die Erstbeste(n), der/die auch beziehungswillig ist, alles andere eher zweitrangig. Extreme sind immer doof.
Ich selbst habe auch früher Männer aussortiert, von denen ich das Gefühl hatte, dass die eine Partnerschaft "brauchen". Und natürlich merkt man das. Und irgendwie hatte ich keine Lust auf den Druck der Erwartungshaltung, dass ich nun die bin, die in der Lage sein könnte, den Single-Zustand zügig und endgültig zu ändern. Es kam bei manchen schon nach ein paar Dates das Gefühl auf, irgendwie verpflichtet zu sein. Verpflichtet dazu das jetzt auch erst mal durchzuziehen, verpflichtet jemand Platz und Zeit in meinem Leben einzuräumen, wie er das gern hätte. Obwohl ich mich selbst aus meiner Sicht noch in der lockeren Kennenlernphase mit einem lieben Kerl befand, von dem ich erst mal noch viel mehr wissen und fühlen (emotional, nicht körperlich) wollte, bevor ich mich darauf festnageln lassen wollte, dass ich irgendwas versprochen, forciert oder auf ewig sein Herz gebrochen hätte. Und das hat mich eher weggetrieben. Und ich hatte damals eine Zeit lang das Gefühl, dass genau diese Männer blöderweise mein Beuteschema waren. Mit zwei hatte ich dann aber mal ein Date - eins vor meiner Ehe, eins danach -, da trafen wir uns dort, verbrachten einen netten Abend, danach hat sich niemand von uns mehr beim anderen gemeldet. Das war auch in Ordnung. Ich kann ja nicht zu allen passen.
😉