Zitat von hanna111:Zitat von Kaetzchen:Du brauchst eine andere Liebe, du wünschst dir ja jemanden, der bei dir ist, der mit dir lebt, der auch stark ist und an den du dich anlehnen kannst, denn das brauchst du doch auch.
Das DRAMA hat wirklich nichts mehr mit Liebe zu tun. Mir wird immer klarer, dass ich meinen EXAM als "Retter" gesehen habe. Als fehlendes Puzzleteil. Genauso hab ich es wirklich mal zitiert: Er ist mein fehlendes Puzzleteil. Durch ihn fühlte ich mich ganz.
Ihn nicht "HABEN" zu können, so ganz mit allen Konsequenzen fühlte sich wirklich wie Multiorganversagen an. Weil gefühlt mein Leben von ihn abhing. Und je mehr ich kämpfte und er haderte fragte ich mich, wie er mir das antun kann. Wo ICH ihn doch SO liebte und er mich angeblich auch.
Ja. Ich liebte ihn wirklich. Aber vorranging
brauchte ich ihn zum Glücklichsein. Mit ihm fühlte ich mich wirklich wie ICH. Ohne ihn war ich ein Wrack.
Mein Mann und ich hatten neulich ein wirklich gutes Gespräch. Er sagte: Ich weiß jetzt, dass ich auch ohne Dich leben kann und glücklich sein kann. Ich brauch DICH dazu nicht. Aber ich hätte Dich gern dabei gehabt.
Ich fand das grossartig. Echt.
Oh je, Hannah ... wenn Du ihn genau das auch hast spüren (oder sogar wissen) lassen, ist es kein Wunder, dass es so geendet ist. Nichts tötet jegliche Liebesgefühle zuverlässiger als zu wissen, dass der andere einen "braucht", um glücklich zu sein. Es macht dem anderen eine Heidenangst vor einer Verantwortung, die viel zu groß ist, um sie zu tragen. Ich habe aus u.a. diesem Grund meine Ehe beendet, weil ich die Last dieser Verantwortung nicht mehr länger tragen konnte. Sie hat mich schlicht und ergreifend erstickt, und ich fühlte mich schuldig und verantwortlich für das "Unglück" meines Ex-Mannes, weil ich ihn nicht genug liebte.
Umgekehrt schürt nichts auf der Welt Liebesgefühle stärker als eine gewisse Unsicherheit. Nicht zuletzt deshalb hängen ja auch die AF so sehr an ihrem AM - weil er eben ein bisschen unerreichbar ist, distanziert, weil sie ihn nicht wirklich "haben" können - und weil er sie eben nicht "braucht". Weil sie ihn mehr lieben als umgekehrt. Das lässt die Gefühle für den anderen so hoch steigen.
Und gleichzeitig lässt die gefühlte Bedürftigkeit der AF beim AM die Gefühle schwinden. Wenn dann die Affäre auffliegt und die Ehefrau Stress macht, lässt genau das die Gefühle für die EF wieder stärker werden. Und so steht die Entscheidung dann schnell fest - denn dann ist die Affärenfrau plötzlich die "sichere", die, die wartet, die, die bedürftig ist. Und die Ehefrau ist auf einmal distanziert, auf dem Sprung, bereit, zu gehen, wenn er nichts tut.
Es ist also nicht immer nur eine rein rationale Entscheidung (wobei das auch eine Rolle spielt, weil Männer ihre Gefühle meist besser rationalisieren können und sich daher in einer Affäre gar nicht erst gefühlsmäßig so richtig einlassen). Es ist oft eben doch auch eine Gefühlssache. Das, was man sicher hat, ist immer weniger "wert" - gefühlsmäßig - als das, um das man bangen oder für das man kämpfen muss.
Und war es nicht Dein AM, der jetzt wieder so angekrochen kommt?

Da siehst Du den Mechanismus live - seine Ehe ist wohl wieder so weit "im Lot", die Ehefrau ist wieder gesichert. Offenbar ist sie auch bedürftig, abhängig, anhänglich, wenn sie das so schnell hinter sich gelassen hat und dort schon wieder Ruhe eingekehrt ist. Das kann Dir aber egal sein. Dafür ist die ehemals doch so bedürftige und so sicher geglaubte Hannah jetzt plötzlich weg und so rein gar nicht mehr interessiert. Emotional neutral, abweisend, ablehnend. Bleib mal so ihm gegenüber, wenn Ihr Euch über den Weg lauft. Ich wette mit Dir, dass bei dem die Gefühle noch mal ganz gewaltig hochkochen, wenn Du das so durchziehst
Nicht, dass ich Dir wünsche, daraus noch je irgendwas zu machen. Aber allein für die Genugtuung ...
