ysabell
Gast
Zitat:Die Unschuld der Beziehung, das Vertrauen, die Liebe, alles das, werden nie wieder das selbe sein.
Der Satz ist echt schön. Und ja, da ist viel dran aber in welcher sehr langen Beziehung können beide sich diese "Unschuld" bewahren (nicht im Sinne von Schuld)? Eine Beziehung ohne Brüche und Risse gibt es sicherlich nicht.
Ich glaube vielmehr, dass man, so man liebt, immer wieder bereit sein sollte, sich neu zu begegnen, sich auch wieder neu kennenzulernen, denn jeder Mensch entwickelt sich weiter...
Man kann nicht die alte Unschuld wieder gewinnen aber dafür ganz andere Dinge erfahren, entdecken; ja, man kann sogar eine gewisse neue Unschuld erleben.
Und je mehr man einerseits seinen Partner versteht, seine Beweggründe, seine Schwächen, und andererseits bereit ist, der Realität ins Gesicht zu schauen, desto eher kann man aus ganzem Herzen verzeihen bzw. seinen Frieden finden.
Realität bedeutet für mich u.A., hinzunehmen, dass es Zeiten gibt, in denen bsw. ein anderer Mensch meinem Partner etwas geben kann, das ich ihm nicht geben konnte (keineswegs nur auf S. gemünzt). Dass ich eine Zeitlang nicht die Nummer eins bei ihm war oder die Träume ihn woanders hin zogen. (ich spreche nicht von Typen, die Tagein Tagaus auf der Suche nach Abenteuern sind).
Ich glaube echt, dass wir sehr kindliche Ansprüche an unseren Allerliebsten stellen: er soll uns lieben, wie unsere Eltern uns liebten (sofern das der Fall war). Und zwar unaufhörlich. Absolute Exklusivität.
Merken wir dann, dass dieser Traum nicht in Erfüllung geht, sind wir tief enttäuscht und fühlen uns betrogen.
Obwohl gerade ich ein Mensch bin, der früher bei einem Mann genau diese Elternliebe suchte, weil ich sie nicht erfahren habe, wunderte ich mich sehr, dass ich nicht an der Liebe meines Ex zweifelte weil er eine lange Affaire hatte. Ich konnte sie einfach spüren, sah sie in seinem Blick, an seinem Verhalten usw. Die Unschuld, von der Du schreibst, ist für mich bis heute nicht gebrochen worden durch sein Fremdgehen.
Bei einem anderen Partner hingegen fühlte ich nie diese Sicherheit seiner Liebe und dass, obwohl er mich nicht betrog.
Zitat:Wir sind nach einer Hauruck-Aktion jetzt schon 1 Jahr getrennt und geschieden. Am Montag feierter seinen ersten Hochzeittag mit dre neuen Frau. Seht ihr..... auch Affärenfrauen haben manchmal Glück und sie bekommen den Mann für den sie jahrelang 'so viele Opfer' gebracht haben.
Das liest sich sonderbar für mich. Ist das Glück? Erst viele Opfer zu bringen, um dann einen Mann zu "bekommen"? Mir steht da das Kämpfen um eine Liebe viel zu sehr im Zentrum.
Zitat:Aber eine Frage stellt sich mir immer wieder - was ist eine Affäre? Was ist der Unterschied zu einer Geliebten? Oder gibt es da gar keinen? Bin ich vielleicht hier auch im falschen Thread?
Ist nicht die Affaire die Beziehungsform und die Geliebte oder der Geliebte ist eben derjenige, mit dem man die Affaire führt?

