Zitat von DerTypderwo40ist:Muss gerade lachen. Ja, ich genauso. Ich war viel zu feige nachzufragen. Diese Fragen hab ich nie gestellt, wenn ich sie in manchen Threads lese, was einige ihre Affärenpartner wirklich konkret gefragt haben - da roll ich dann doch die Augen und frag mich wo in dem Moment der Mut herkam.
Ich hab in den letzten Monaten über gar nichts anderes mehr im direkten Kontakt mit ihm geredet als darüber. Ich hab so rumgebohrt und rumgestochert ... wie er das kann, seine Partnerin so belügen, wie es ihm damit geht ... bis er sich richtig mies fühlte (und dann natürlich auch fix nach Hause musste

). Meiner war aber auch so drauf, dass er mir in einem Satz (!) erklärte, dass wir nicht mehr so gut über WA schreiben können, weil seine Partnerin dort den ganzen Tag schaut, ob und wann er online ist und er sich da überwacht fühlt. Sie ahnt aber nichts von seinem Fremdgehen, nein, nein
Realitätsflucht halt. In jeder Hinsicht. Allerdings war mein Ex-AM auch wirklich nicht "cool" genug für eine Affäre. Er konnte sich nur wirklich gut auf Treffen mit mir einlassen, wenn seine Partnerin beruflich unterwegs war. Die Treffen, die wir dann später hatten, wo er nach den Stunden mit mir nach Hause musste, wo sie dann war, waren schrecklich für ihn. Das hat er kaum ertragen, aber er wollte mich ja auch unbedingt sehen und wusste dann, dass er danach leiden würde und hat es in Kauf genommen. Und ich konnte das sehr gut verstehen. Ich wollte aber auch, dass er leidet, weil mir das irgendwie gezeigt hat, dass er eben doch kein eiskalter Betrüger und Lügner ist. So wie ich bei jedem Ende der Affäre auch immer gern gehört habe, dass er leidet, weil mir das vermeintlich gezeigt hat, dass ich ihm doch etwas bedeutet habe und er mich nicht einfach so "abhakt".
Ich hab aber auch deshalb gegen Ende so viel nachgebohrt, weil ich das für mich brauchte. Ich habe mich irgendwann so sehr in seine Partnerin reinversetzt, dass ich
ihretwegen abends im Bett geheult habe
Und dann habe ich sie bei FB gesucht - und gefunden. Danach hatte sie einen Namen und ein Gesicht. Und ab dem Tag war die Affäre für mich vorbei, ich habe ihn danach nie wieder angefasst. Ich hätte das nicht mehr gekonnt. Also ich bin definitiv
nicht "cool" genug für eine Affäre. Als Betrügerin schon gleich gar nicht, das hab ich noch nie gekonnt, aber ich kann nicht mal jemanden betrügen, den ich zwar persönlich gar nicht kenne, von dessen Existenz ich aber weiß. Ich fürchte, mich hat dieser Betrug an ihr mehr belastet als ihn ...
Und jetzt wird's noch richtig "doof" - sie ist ja psychisch krank, und ich habe dann am Ende der Affäre eine großzügige Spende an eine Selbsthilfegruppe für diese Krankheit gemacht

. So wie Christen vermutlich zur Beichte gehen brauchte ich das irgendwie für mich, als ob ich mir dadurch selber Absolution erteilen könnte. Ja, am liebsten würde ich mich bei ihr entschuldigen und ihr vor allem sagen, dass es vorbei ist und sie jetzt keine Angst mehr haben muss. Denn das hat mich am meisten belastet, dass sie "meinetwegen" unter solchen Ängsten leidet. Da sie nun nicht weiß, dass es vorbei ist, wird sie wohl noch eine ganze Weile unter diesen Ängsten leiden, und das finde ich schlimm. Es ist nicht meine Verantwortung, das ist mir klar. Aber er redet ja nicht mit ihr, und wenn doch, dann lügt er bloß. Ich empfinde das als sehr grausam. Und respektlos.
Wer anfängt, zu kontrollieren, dem fehlt das Vertrauen. Ganz einfach. Deshalb ist ja die emotionale Kontrolle in einer frischen Beziehung so wichtig. Ganz zu Beginn ist man verknallt, da vertraut man dem anderen einfach. Ja, sogar, wenn es sich um einen nachweislichen Betrüger handelt

Wenn dann alles gut läuft, bleibt es dabei, das gegenseitige Vertrauen ist halt da, die gegenseitige emotionale Kontrolle ist damit gegeben, und die Beziehung festigt sich und wird sicherer. Wenn nicht alles rund läuft, wird man irgendwann misstrauisch - was in einer Affäre wohl so ziemlich immer passieren dürfte, denn es gibt nun mal eben Lügen, und zwar eine Menge, und vor allem immer starke Diskrepanzen zwischen Taten und Worten, da meldet ja schon unsere innere Stimme, dass da "was nicht stimmt". Und dann fängt man eben an, zu kontrollieren. Weil man sich vergewissern will, ob einen die eigenen Gefühle trügen. Ob der andere vielleicht doch meint, was er sagt. Ob man sich wirklich selbst so hat täuschen können. Man zweifelt ja vor allem auch an sich selbst und er eigenen Wahrnehmung - zu Recht.
Mein Fazit aus dieser Affäre, weil ich das so von mir überhaupt nicht kannte und das auch in Beziehungen noch nie hatte: sobald ich in einer Beziehung anfange, den anderen zu kontrollieren, muss ich sie beenden. Denn das bedeutet, dass etwas nicht stimmt, dass ich nicht mehr genug Vertrauen habe, und dass ich gegen mich selbst kämpfen und leben muss, weil mir Kontrolle nämlich absolut zuwider ist. Und um da rauszukommen, gibt es nur die eine Lösung.