Zitat: Eine andere Freundin hat ihren Mann Silvester bei der neuen Nachbarin gefunden.
Zu Deinem Beitrag Föhni: kommt immer drauf an
wie das alles geschieht. Manchmal ist trotz aller Polygamie Liebe im Spiel. Man kann es nicht generalisieren.
Dazu fallen mir 2 Anekdoten ein:
- ich so um die 20., die Mutter einer Freundin Italienerin, wie sie im Klischeebuche steht. Wunderschön, stolz, temperamentvoll usw. Etwa 10-15 Frauen saßen zusammen. Wir Freundinnen und einige Mütter. Natürlich redeten wir irgendwann auch über unsere Männer. Eine Freundin wurde gerade berogen. Die Italienerin schaute fast verwundert und sagte dann nur "Er ist ein Mann Laura!", so als wäre damit alles gesagt

Das zog sich über Jahre hin. Auch als der Ehemann dieser Italienerin selbst eine jüngere Geliebte hatte und ich sie fragte, was nun los sei, wie es ihr geht, schaute sie mich wieder verwundert an, so als ob ich die Spezies Mann noch nicht begriffen hätte und sagte nur "Er ist ein Mann Ysabell!"
Interessante Perspektive.
Ich will damit übrigens nicht sagen, dass man diese Perspektive einnehmen sollte, finde es nur sehr lustig.
- Story Nr. 2: ich war mit meiner Jugendliebe zusammen. Ein wilder junger Kerl. Wir waren ein sowas von cooles Team. Ich fühlte mich sehr geliebt und ihm zu 100% vertraut. Aber er ist eben ein Mann
Eines Nachts waren wir nach dem getrennten Feiern bei mir Zuhause verabredet. Er ließ sehr lange auf sich warten. Ich mich also auf den Weg in seine Sammkneipe gemacht. Und siehe da, er war da. Allerdings saß gerade eine bombastische S.bombenschönheit auf seinem Schoß

Wie eine Raubkatze im ganzkörper Lackanzug mit wallendem Haar. Die Kneipe wurde schlagartig still (fast alle kannten uns und wussten, was los ist). Ich stand wie angewurzelt, mein Freund sprang wirklich freudestrahlen auf, rief laut durch den ganzen Raum "Da kommt meine Prinzessin! Komm zu uns!", der beste Freund meines Süßen kam besänftigend auf mich zu "Ähäm, Du, öhm, nimm das nichtso ernst. Der Felix liebt dich..." *stotter*, ich habe ausgeholt und seinem besten Freund eine saftige Ohrfeige gehaun

Und habe den Laden verlassen. Mein Freund mir hinterher, ich ihn hysterisch schreiend zur Mücke gemacht (ja, damals war ich so). Ein Mann rannte auf uns zu und fragte, ob er mir helfen könne, ob ich bedroht werde. Mein Freund sagte "Nö, ich werde bedroht!"

Und danach haben wir uns lachend in die Arme geschlossen.
Ein paar Tage später ließ mir diese Lackfrau über Bekannte mitteilen, dass sie mich unbedingt kennenlernen wolle weil sie mich noch spannender fände als meinen Freund (sie war Bi)

Oh Mann...
Ich will damit nur sagen, dass so ein Irrsinn ganz und gar nicht bedeuten müsse, dass zwei Menschen sich nicht lieben. Und auch nicht, dass sie sich nicht mehr begehren. Wir haben uns damals immer noch sehr begehrt...Es war durchaus heiß. Ich habe trotz allem selten jemandem so vertraut wie ihm- bis heute. Er ist auf einer viel tieferen Ebene der treueste und idealistschste Mensch, den ich je kennenlernte.
Klar gibt es echt massenweise diese tristen Ehen, voll von Verlogenheit...Aber Fremdbegehren und S. ist für mich absolut kein Maßstab für Liebe oder Nichtliebe. Auch viele Beobachtungen aus meinem Umfeld in all den Jahren lässt mich das denken...Es gab auch Paare, die sich nach vielen Jahren noch intensiv liebten...
p.s. das von Föhni beschriebene Beziehungselend ist herrlich in Yasmina Rezas "Der Gott des Gemetzels" beschrieben. Unglaublich beeindruckend, wie sie diesen ganz normalen Wahnsinn erfasst hat! Erst musste ich schlucken, fühlte mich desillusioniert, dann krümmte ich mich vor Lachen. Man denkt immer, das war jetzt aber der Höhepunkt! Aber es eskaliert immer weiter und weiter...Sehr zu empfehlen.