Wow, Leute, so viele Antworten. So schnell kann ich gar nicht schreiben. Vielen lieben Dank.
Liebes Kaetzchen, ich musste mich jetzt erst mal wieder beruhigen. Deine Worte waren so treffend, ich hab erst mal ne Runde geheult, es ist alles so wahr. Was du da schreibst, trifft es so dermaßen auf den Punkt, dass bei mir alle Schleusen aufgingen. Gleichzeitig bin ich unendlich erleichtert, ich bin wohl doch nicht verrückt.
Zitat von Kaetzchen:@Vya
Ich glaube, Assi freut sich immer über Besuch in ihrem Wohnzimmer

und wenn nicht, ist es mir egal, denn ich halte mich ja auch nun schon seit Monaten ungebeten bei ihr auf. Solange mich keiner rausschmeißt ...
Hihi.
Zitat von Kaetzchen:So wie es Dir geht, ging es mir auch eine ganze Weile. Und ich habe mich genauso gefragt, was da eigentlich mit mir los ist. Mir war vom Kopf (Verstand) her völlig klar, dass mich dieser Mann überhaupt nicht mehr angeht oder kratzt. Dass ich mir niemals eine Beziehung mit ihm vorstellen könnte, von Anfang an nicht und je länger die Affäre ging, immer weniger. Und dennoch waren da - Gefühle. Gefühle, die meinem Verstand so konträr gegenüberstanden, dass ich manchmal dachte, ich wäre zwei verschiedene Menschen
Ich denke noch immer, ich werde verrückt. 2 Menschen in einer Person, ja, das trifft es ziemlich genau. Ich hatte ihm das auch mal gesagt: "Selbst wenn du frei wärst, wärst du es doch nicht." Auch in der Beziehung mit ihm war es immer ein Hin und Her, ich liebe dich bis zum Wahnsinn oder ich find dich grad ganz schrecklich fies. Ich kenne diese Extreme nicht, sowas erschreckt mich. Jedem anderen hätte ich empfohlen schleunigst einen Therapeuten aufzusuchen.
Zitat von Kaetzchen:Ein Vernunftmensch, dem alles total klar war und der genau wusste, woran er ist, und gegenüber - ein hoffnungsloser Idiot ... der bei allem Verstand und unnützem Wissen morgens im Bett die Augen aufmachte und dieses eine bestimmte Lächeln vor sich sah, wie ein J. nach dem Handy griff um zu sehen, ob er nicht vielleicht doch was geschrieben hatte, und wenn nicht, wenigstens noch mal kurz - ein letztes Mal, ich schwöre, danach lösche ich ihn! - auf WhatsApp schauen, wann er zuletzt online war ...
… und hoffen, dass er geschrieben hat. Immer dieses Warten, dass er sich meldet. Wir hatten ja fast nur dieses dumme WhatsApp Gedöns, und er hat es immer wieder boykottiert. Das tat so weh.
Zitat von Kaetzchen:Mann, hab ich mich dafür gehasst. Ich wollte mir die Augen auskratzen dafür, dass ich so dämlich und schwach war. Ist mir noch nie zuvor im Leben passiert, dass ich mich durch meine Gefühle so schwach und blöd gefühlt habe. Und jetzt gerade bin ich in einem Zustand wo ich denke, dass mir das auch nie wieder passieren wird. Nun ja, ich weiß es (da ist er wieder, der Verstand, manchmal meldet er sich ja noch) - es
wird mir natürlich wieder passieren. Hoffentlich aber vergeude ich meine Gefühle dann nicht an so ein teflonbeschichtetes, empathieloses Rhinozeros

aber das weiß man ja blöderweise meistens erst am Ende einer Geschichte, ob man einen Frosch oder einen Prinzen geküsst hat.
Ich habe allergrößte Angst davor, dass mir das nochmal passiert. Ich hab mich noch nie so hilflos und ausgeliefert gefühlt wie in dieser Beziehung. Weißt du, das schlimme ist, ich kann gar nicht denken, der AM ist ein teflonbeschichtetes, empathieloses Rhinozeros. (Coole Formulierung übrigens, gefällt mir. :LOL:) Warum denkst du, das passiert dir wieder?
Zitat von Kaetzchen:Ich hatte noch nie Liebeskummer vorher, daher kann ich Dir nicht sagen, ob dieser eine andere Qualität hatte. Es war mein erster, weil ich zum ersten Mal im Leben meinen Verstand über meine Gefühle habe regieren lassen. Das ist mir schwerer gefallen, als ich dachte, aber es ging, auch wenn es oft weh tat zwischendurch. Und heute sind die Gefühle dem Verstand gefolgt. Viel einfacher, als ich dachte. Das Ganze ist jetzt oft so weit weg für mich, dass ich mir die Gefühle von damals nicht mal mehr vorstellen kann. Klar, umgekehrt ist es leichter - wenn erst die Gefühle abflauen und dann der Verstand beschließt, dass es das "nun war". Aber es geht auch so rum, auch wenn Du natürlich noch am Anfang stehst und vor allem - darauf würde ich aufpassen an Deiner Stelle - rückfallgefährdet sein wirst.
Ich kenne Liebeskummer, aber dieser ist anders. Wahrscheinlich weil ich mich getrennt habe, nicht weil ich nicht mehr liebe, sondern weil ich es nicht mehr ertragen kann ihn zu lieben.
Ich werde auf gar keinen Fall Kontakt aufnehmen, das darf ich mir selbst nicht antun. Und schon gar nicht darf ich ihn sehen, riechen, in seine Augen schauen, ihm lachen hören, etc. Aber wie gesagt, es war eine Fernbeziehung, der fährt nicht extra hier her. Und ich nicht dorthin.
Zitat von Kaetzchen:Ich finde es übrigens gut, dass Dein AM Deinen Wunsch nach Kontaktsperre respektiert und sich nicht meldet. Klar, insgeheim flüstert einem dann das Ego "Siehst Du, er hat Dich schon längst vergessen, Du hast ihm absolut nichts bedeutet!". Andererseits sieht es aber so aus, dass er Dir doch mit seinem Schweigen hilft, das Ganze zu verarbeiten und zu vergessen, und das hat für mich deutlich mehr von Respekt und Wertschätzung Dir gegenüber, als wenn er sich nun ständig bei Dir melden und rumjammern würde, wie sehr Du ihm fehlst (denn DAS wiederum würde nur SEIN Ego füttern, sonst gar nichts, also kannst Du gut darauf verzichten).
Da hast du wahrscheinlich recht, aber ich gebe zu, ich "verdächtige" ihn schon, dass es ihn gar nicht so juckt wie mich.
Andererseits war er immer sehr bemüht um mich, er meinte, ich sei so zart im Wesen. Meine Feinfühligkeit und meine Sensibilität haben ihm immer gut getan und er hat das immer als "schützenswert" bezeichnet.
Zitat von Kaetzchen:Das Kopfkino ist ja normal nach dieser kurzen Zeit. Das wird Dich leider auch noch eine Weile begleiten, fürchte ich. Ich bin daran fast irre geworden *gg* als phantasievoller Mensch kann man sich da auch gut in Dinge reinsteigern, ich kann Dir sagen ...
Das erlebe ich gerade, ja, und es macht mich irre. Was mir nicht alles durch den Kopf geht, Phantasie hab ich genug.

Komm ich da jemals wieder raus? Au weia.
Zitat von Kaetzchen:ich habe aus der Not eine Tugend gemacht und aus dem, was mir teilweise durch den Kopf geisterte in dieser Phase, einen sehr fiesen Psychothriller gemacht
Somit sind selbst die schlimmen Zeiten und bösen Gefühle nicht verschwendet, sondern wurden gut genutzt. Vielleicht magst Du etwas ähnliches machen? Hast Du ein kreatives Hobby, mit dem Du Dich austoben kannst? Wenn nicht, probier es mal. Mit Schreiben (geht eigentlich immer), oder malen (da kann man auch wunderbar seine Gefühle rauslassen), musizieren, Songs schreiben, Nadeln in Voodoopuppen stopfen ...

Vielleicht schreib ich auch mal ein Buch, wer weiß? Im Moment hab ich nicht mal die Kraft meiner Arbeit und meinem Studium so nachzukommen wie ich es von mir gewohnt bin und es mir wünschen würde. Aber ich behalte die Idee im Hinterkopf. Auf alle Fälle.
Zitat von Kaetzchen:Das hat tatsächlich weniger mit Dir persönlich zu tun, sondern viel mehr mit der destruktiven "Beziehung" Affäre an sich. Denn in einer Affäre ist die Augenhöhe arg zu Ungunsten des Unterlegenen (also der warst Du

gekippt. Und dieses Gefühl der ohnmächtigen, permanenten Unterlegenheit, gepaart mit dem Wissen, ständig gegen die eigenen Werte und damit den Selbst-Wert zu leben und zu handeln und noch dazu die meistens stark abhängig machenden Muster aus Nähe-Distanz-Problemen - die es auch in anderen destruktiven Beziehungen gibt, in Affären aber zwangsläufig fast immer zum Tragen kommen - all das macht eine Affäre zu so einem ungesunden Konstrukt. Und all das hat dafür gesorgt, dass Du Dich so vergessen und aufgegeben hast.
Das ist es ja, was mich so erschreckt und was mir solche Angst macht. Ich will nie wieder in so eine destruktive, hilflose Situation geraten. Auch nicht unterlegen sein, vor allem nicht, wenn es um Liebe geht.
Zitat von Kaetzchen:Ich bin immer wieder erstaunt, wie oft es starke, selbstbewusste und eigentlich unabhängige Frauen trifft. Am Ende sind wir Frauen an genau einer Stelle immer ganz weich, und das ist unser Herz. Und wer uns dort berührt, der hat Zugang zu unserem Innersten, und dann sind wir so leicht manipulierbar, so verletzlich, dass es - ja, weh tut. Die eine hat ein mütterliches Herz und lässt sich mit Mitleid oder Schuldgefühlen manipulieren. Die andere hat ein kindliches Herz und reagiert auf Gefühlskälte und Distanz, die früher der Vater hervorgerufen hat. Und so weiter. Es ist immer eine Frage, wo unsere wunden Punkte sind, und wie der, dem wir dazu Zugang gewähren, am Ende damit umgeht. Statt Dich also jetzt zu fragen, was mit Dir "nicht stimmt", dass Du es so weit hast kommen lassen - mit Dir stimmt alles, Du hast Dich einfach nur dem Falschen so geöffnet.
Ich hoffe, ich kann das irgendwann auch so logisch sehen. Im Moment bin ich einfach noch zu tief getroffen von all dem. Aber immerhin weiß ich schon mal, was ich nicht mehr will. Eine AF sein, nein, ich wünsche mir für einen anderen "die Nummer 1" zu sein. Jemand, der meine Liebe annehmen kann und sie erwidert. Eigentlich ganz einfach, gell? Aber nicht mehr nach dieser Sache. Nicht für mich.
Zitat von Kaetzchen:Mir kam in der Phase direkt nach der Affäre immer wieder der Spruch meiner Oma ins Gedächtnis. Drum prüfe, wer sich ewig bindet ... hat mit ewiger Bindung oder Ehe gar nicht viel zu tun, aber ich war naiv und unbedarft, als ich in die Affäre marschiert bin, und komme als geläuterter Soldat mit voller Rüstung wieder raus. Der Nächste, der da rein will, wird es bedeutend schwerer haben, und das ist das eigentlich Traurigste an dieser Affäre. Für mich jedenfalls. Ich trage nun eine dicke, scheppernde Rüstung statt des luftigen weißen Sommerkleides, das ich vorher am Leib hatte, und jeder neue Mann wird erst diese Rüstung aufbohren müssen, um das Kleidchen zu Gesicht zu bekommen. Irgendwie schade, aber so ist es. Jede Wunde hinterlässt eine Narbe, manche verblassen, andere sieht man quasi nicht, aber da sind sie trotzdem. Wir können nur versuchen, stolz auf sie zu sein und mit ihnen zu leben. Und dann denke ich, irgendwann kommt ein Kerl wie Mel Gibson, und wir zeigen uns dann wie hier im Film gegenseitig unsere Narben und finden die gegenseitig richtig gut
Hihi, die Filmsequenz, echt gut. Ja, so ungefähr fühle ich mich auch. Ich bin so zugewandt, so lebendig und innerlich so frei gewesen. Ich fürchte wirklich, ich verschließe mich aufgrund der Erfahrungen so sehr, dass jemand, der einmal kommt und mich wirklich in sein Herz lassen will, daran scheitert. Ich finde das schlimm, aber vielleicht kann ich das durch die Arbeit in der Therapie "abdämpfen" und einen Mittelweg aus Sommerkleid und Ritterrüstung erarbeiten?
Zitat von Kaetzchen:Mein Affärenmann, dem ist das alles egal. Der macht fröhlich weiter, sucht seit Monaten wie verrückt eine neue Affäre - offenbar bisher ohne Erfolg, denn er würde immer noch so gerne mit mir .. nun ja. Wie Random (glaub ich) neulich so schön schrieb - und ich komme ja auch aus dem Marketing - Bestandskundenbindung ist einfacher und günstiger als Neukundenakquise

Gilt wohl auch für Affären.
Ich komme aus der Grafikwelt. Webseitenpflege ist auch einfacher als eine komplett neue Seite zu programmieren. Hihi.
Ich weiß nicht, was meiner macht. Ich habe keine Ahnung, nicht davon, was er macht, noch von diesem ganzen Affärenkram. Ich vermute, irgendwann wird er sich eine Neue suchen.
Zitat von Kaetzchen:Drum sei gewarnt und gewappnet, er wird sich sehr wahrscheinlich wieder melden und wieder bei Dir andocken wollen, da Du ja die Affäre beendet hast. Aller Erfahrung nach melden sie sich IMMER wieder

egal, ob sie zwischendurch heiraten, drei Kinder zeugen oder auf den Mars auswandern. Sie sind halt wie Teflon, die kleben und gehen nicht so leicht weg ... es sei denn, man nimmt eine Gabel und ...

Echt? Ist das so? Ist ja irre. Och nö, bitte nicht. Dann kann ich mir aber auch meine Idee von irgendwann mal Freunde sein von der Backe kratzen. Führt ja nur wieder in die Situation, die ich nicht mehr will.
Zitat von Assi07:@Vya
Kätzchen hat in den vorigen Beiträgen schon sehr viel nützliches geschrieben.
Bei mir ist es nun ein halbes Jahr her und ja ich sehe ihn fast täglich, das macht das Ganze natürlich viel schwerer. Mittlerweile konnte ich aber den Fokus, der über 3 Jahren komplett auf ihm lag, ganz gut auf mich umleiten. Auch bei mir war es so wie bei dir, sein Wohl stand über allem, leider auch über meinem Wohl. Ich habe unglaublich viel gelitten, trotzdem kam es mir nicht in den Sinn mehr auf mich zu achten. Ich kenn auch dieses Gefühl, von dem viele hier berichten, dass sie sich selber verloren haben, überhaupt nicht. Ich war während der Affäre ganz bei mir .... und leider komm ich jetzt in der Aufarbeitung, oder nein nicht leider sondern gsd, drauf, was bei mir schon seit Ewigkeiten falsch läuft. Bei mir ist es das innere Kind, das es halt nicht anders kannte und trotzdem natürlich so unglaublich litt. Durch Ysabells Anregung beschäftige ich mich nun sehr mit diesem inneren Kind und dadurch wurde ich in den letzten Wochen so viel ruhiger. Das ist ein langer Prozess und ich bin noch lange nicht durch damit. Ich hoffe durch diese Verarbeitung endlich wirklich zu mir zu finden, denn eigentlich weiss ich gar nicht, wer ich wirklich bin. Traurig, gell? Aber vorerst gehts mal um die keine Assi in mir und der tut das unglaublich gut. Ich sehe jetzt auch, wann die erwachsene Assi reagiert und wann die kleine. Das ist auch ein sehr unterschiedlicher Schmerz. Die große Assi ist vom AM einfach nur mehr genervt, die Kleine hofft noch immer auf seine Liebe.
Ich glaube, das spielt auch bei mir eine Rolle. Das innere Kind, ich habe gar keinen Kontakt zu ihm und weiß nicht wer ich wirklich bin. Auch das werde ich in die Therapie mitnehmen. Ich muss lernen mich besser um mich zu kümmern.
Zitat von Assi:Vya, du musst für dich selber draufkommen, was es bei dir war ... das wird dauern, denn momentan überwiegt der Trennungsschmerz noch. Könnte es mit deiner Trennung davor zu tun haben?
Vorerst schließ ich mich Kaetzchen an, sei vorsichtig! Ich sehe es auch als Wertschätzung deiner Person, das er die KS einhält. Aber trotzdem, sei wachsam und kümmere dich gut um dich!
Vielen Dank, ja, es ist alles noch sehr schmerzhaft und verwirrend. Die Trennung vorher, darüber kann ich hier nicht sprechen. Höchstens per PN oder so. Aber das war ein schlimmer Wendepunkt in meinem Leben. Sehr schlimm. Aber der Mann, um den es da geht, ist heute mein bester Freund, meine Familie. Trotzdem muss ich das noch aufarbeiten.