Zitat von Vya:
Das ist auch Teil meines Kopfkreisels, ich kam da einfach nicht raus, und frage mich warum und wieso das so war. Und für irgendwas muss es wohl gut gewesen sein so etwas erleben zu müssen.
Dieses da Reinstolpern und nicht wieder herauszufinden ist dermaßen heftig. Da ärgert es mich schon auch ein bisschen wenn ich hier im Forum manchmal so Sachen lese wie "Aber es liegt doch in jedermanns Verantwortung sich zu trennen." Das mag sachlich richtig sein, aber warum haben dann so viele dasselbe Problem und kommen nicht raus aus ihrer Affäre?! Hätte ich es gekonnt, wäre ich gegangen oder hätte ihn spätestens rausgeschmissen als ich erfuhr, dass er fremdgeht. Ging aber aus irgendeinem Grund nicht, warum, das möchte ich noch herausfinden, damit ich Ruhe finden kann.
Weißt du Vya, bei mir kreiselt es immer noch und zwar täglich.
Manchmal denke ich, ich komme der Sache langsam näher. Zwei Stunden später bin ich mir nicht mehr so sicher.
Insgesamt glaube ich aber schon, dass es langsam besser wird...
Und wenn jemand sagt, es läge doch in jedermanns Verantwortung sich zu trennen, dann hat derjenige schlicht keine Ahnung, in welch furchtbare Dynamik man da geraten kann.
Ich bin echt ein Fan davon, die Verantwortung selbst zu übernehmen, für das, was ich tue. Schon allein deshalb, weil man leichter mit Dingen umgehen kann, wenn man sich nicht selbst zum Opfer erklärt( Was nicht heißt, dass ich mich schuldig fühle, das ist wieder etwas ganz anderes. Das lasse ich mir auch nicht einreden).
Aber wie gesagt: Ich wüsste nicht, was ich hätte anders machen können. Vielleicht weiß ich es in Zukunft. Ich glaube schon. Ich habe mich schlicht und einfach ganz fürchterlich verliebt. Und mein ExAm hat - mit den offenbar üblichen Strategien, von denen ich nichts wusste - meine Liebe und meine Hoffnung ordentlich befeuert. Es war ambivalent und verwirrend, das ja. Trotzdem hat er meiner Hoffnung eindeutig Nahrung gegeben.
Und bis heute bin ich mir nicht sicher, ob er das in eindeutig manipulativer Absicht gemacht hat, um das zu bekommen, was er wollte und brauchte, oder ob es ihn auch erwischt hat und er einfach mit seinem eigenen Leben und Chaos nicht klarkommt und aus Zerrissenheit nicht fähig ist, etwas zu ändern und eine Entscheidung zu treffen.
Was mir letztendlich hilft, ist die Erkenntnis, dass das keine Rolle spielt.
Egal, ob "böser" Narzisst oder zerrissener, vielleicht feiger Mann, es läuft auf dasselbe hinaus: Er ist ein gebrochener Mensch. Denn ein Narzisst ist das auch.
Meine Aufgabe ist es jetzt, mich um mich selber zu kümmern. Nicht um seine Motive. Nicht um seine Zerrissenheit.
Damit habe ich auch genug zu tun. Weißgott!