Random, da sagst Du was Wahres! Für den ungebundenen Affärenteil besteht ein Großteil der Affäre aus Angst. Verlustangst, Angst vor Zurückweisung und Ablehnung ... und diese Angst wird dann so oft mit großer Liebe verwechselt, weil Angst und Liebe im Gehirn fast die gleichen Symptome auslösen. Tatsächlich kann man oft nur mit Ratio dazwischen unterscheiden. Ich habe in einem Buch das mal so formuliert:
Zitat:Mein Körper unterscheidet nicht, ob mein Objekt der Begierde gerade vor mir steht oder ein Säbelzahntiger. Er reagiert in beiden Fällen gleich.
Das ist ja auch der Hintergrund vom berühmten Stockholm-Syndrom. Da wird die übermächtige Angst gefühlsmäßig in "Liebe" umgewandelt, weil die besser zu ertragen ist als *beep* Angst. Also auch eine Art Selbstschutz.
Einer Affäre fehlt die Sicherheit einer Beziehung, und das triggert natürlich Ängste. Da man auch keine Kontrolle hat, ist man diesen Ängsten schutzlos ausgeliefert. Und natürlich möchte man diese Ängste so schnell wie möglich loswerden, und der vermeintlich einfachste Weg ist halt, aus der Affäre eine Beziehung zu machen. Es ist aber nicht der einzige Weg

Und allzu oft stellt man fest, dass, sobald die Ängste weg sind, gar keine "großen Gefühle" mehr übrig sind.
Der Affärenführer hat übrigens meistens diese Ängste natürlich nicht. Zum einen hat er ja noch den "Rückhalt" der bestehenden Beziehung, seine Verlustängste werden also gar nicht so schlimm wie bei der Affäre, zum anderen ist er sich seiner Affäre ja meistens sehr sicher, schließlich will sie mehr von ihm als umgekehrt. Deshalb sind dann auch seine "Gefühle" in den meisten Fällen nicht so stark wie bei der Affäre. Und wenn er auffliegt und die Ehepartnerin droht mit Verlassen, werden diese Ängste doch in ihm getriggert. Allerdings in Bezug auf die Ehepartnerin und das damit zusammenhängende Leben, das er zu verlieren droht, was ja mehr wiegt als der Verlust einer Affäre. Und schon ist klar, was er tun muss, um die Angst loszuwerden ...