Hi Leute,
hatte ja versprochen, mich hier nicht mehr einzumischen, mache es jetzt aber doch weil ich die Beiträge hier echt z.T. zum Haare raufen finde.
Ich beziehe mich nur auf das wenige, was ich gelesen habe, sorry also, falls ich also geäußerte Gedankengänge nicht mit ein beziehe.
Ich bezweifle, ob Dummda missionierend durch die Welt ziehen möchte: lasse dich nie auf einen vergebenen Mann ein!
Ihr Beitrag besagt mMn nach vielmehr: auch die ungebundene Affairenfrau trägt ihre Verantwortung (nicht Schuld) an der Misere, u.A. weil sie sich eben auf einen vergebenen Mann einließ.
Das mag man mit der Begründung von sich weisen, dass der gebundene Part ja sagte, er sei mit einem Bein schon beim Scheidungsrichtiger oder, er habe so viel von großer Liebe gesprochen.
Ja aber warum wird auf Seiten des ungebundenen Affairenparts alles mit Liebe entschuldigt, auf Seiten des gebundenen Parts aber nicht?
Und darüber hinaus trägt man dennoch auch Verantwortung für diese Erfahrung, auch wenn man noch so verliebt war.
Oder kann ich auch meine Beziehung zu einem Schläger, der mir regelmäßig auf die Glocke haut, damit entschuldigen, dass ich liebe und er mir doch stets versprach, mich nicht mehr zu schlagen?
In diesem Fall wären wir uns alle wohl über die Eigenanteile einig, oder?
Warum nicht im Fall einer Affaire, die einen totunglücklich macht?
Denn trotz der Liebesgefühle hätte man die Situation dennoch auch einmal mit Vernunft betrachten können (gleiches erwartet ihr doch auch vom gebundenen Part): da ist jemand gebunden und trägt Verantwortung für seine Familie und wird sich wohl, trotz großer Gefühle für die Affairenfrau, nicht so schnell und einfach aus dieser Bindung lösen können.
Das wurde ausgeblendet und zwar von beiden Affairenpartnern.
Und man hätte auch zum gebundenen Part sagen können: es gibt keine Nähe, solange du nicht geschieden bist. Wurde nicht gemacht...Ist auch alles nachvollziehbar und ich verurteile es nicht...aber man trägt halt doch Mitverantwortung für das Geschehene.
Man hat den Sehnsüchten vorschnell nachgegeben; nicht anders übrigens der gebundene Affairenpartner. Auch er hat das Schöne genossen, lange bevor er sich über die Konsequenzen bewusst wurde.
Ich denke, nur darum ging es Dummda.
Und was die Besitzansprüche betrifft, so gibt es die sehr wohl oft auch auf Seite der ungebundenen Affaire. Bei Dir Kätzchen war das nicht der Fall, bei Bina und anderen aber schon. Sie warteten auf den Beginn einer richtigen Beziehung.
Aus dem Nichteintreten dieses Wunsches (oder sollte ich sagen- Besitzanspruchs?) resultiert ja diese grenzenlose Enttäuschung.
Zitat:Es gibt so viele 1000x mehr Verletzung als schöne Erinnerung.
Irgendwann sieht man die kaum noch.
Ich wollte mir wenigstens das Schöne in Erinnerung bewahren.
Nach augenblicklichem Stand ist das nicht mehr möglich!
Ja und dass Du das so siehst, liegt meines Erachtens auch daran, dass Du Dich noch immer viel zu sehr als Opfer betrachtest. Würdest Du mehr Deine eigenen Irrtümer, "Verfehlungen", Schwächen in Deine Gedankengänge mit ein beziehen, wäre es Dir mMn unmöglich, so zu denken und empfinden.
Es geht auch überhaupt nicht um Moral (sowas tut man nicht! Und wer`s doch tut, ist ne böse böse Schl.ampe), sondern um Einsicht in die eigenen Anteile. Was habe ich dazu beigetragen bzw. ignoriert, dass ich so tief enttäuscht aus dieser Beziehung gehe? Und an welcher Stelle bin ich selbst über meine Grenzen gegangen? Und warum?
Denn man könnte sich ja auch, nicht als Opfer, als ewig vom Schwachkopf von Mann Enttäuschte betrachten, sondern als Mensch, der irrte und auch Fehler machte, der dann klar erkennt, dass eine solche Beziehung wahrscheinlich gar nicht zum gewünschten Ergebnis hätte führen können.
Gesteht man sich diese eigenen Irrtümer und Fehler ein, kann man auch dem gebundenem Part viel eher verzeihen und seinen Frieden finden.
Solange die Antwort nur lautet: ich war halt naiv und verliebt, kommt man da natürlich nicht raus und hängt in der Enttäuschung fest.
Und bezüglich des entscheidungsunfähigen Mannes noch ein Gedanke: ja, viele Affairenmänner sind entscheidungsunfähig.
Aber wieso gerate ich an einen solch (vielleicht) schwachen Menschen? Und wieso verbleibe auch ich (genau wie er) in einer unerträglichen Situation?
Bitte nicht antworten: weil ich liebe. Das kann auch der gebundene Part sagen. Das ist echt zu begrenzt.
Genau so gut kann ich eine Beziehung mit einem Al.koholiker führen, ihn immer wieder mit seiner Su,cht konfrontieren, sagen- wenn du nicht aufhörst zu trinken, gehe ich...Und mich dann über seine entscheidungsunfähigkeit und Schwäche beklagen, selbst aber keine Entscheidung treffen und wie er in dieser Situation verharren.
Sicherlich ist viel dran an meinen Klagen. So ein Mensch ist wohl schwach..
Aber sinnvoller wäre es dann doch, irgendwann auch einmal zu fragen, wie es kommt, dass ich mir so einen Mann aussuche und Ewigkeiten am Ball bleibe.
Aus Liebe? Sicherlich nicht nur.
Und auch hier kann ich nach der Beziehung sagen: ich bin soooo enttäuscht, es bleiben nur Verletzungen und ich werde wohl nicht mehr vertrauen können! Was hatten wir nicht alles vor! Doch nichts wurde wahr weil er nur gesoffen hat, dieser Schwächling.
Mit einem etwas reiferen und selbstkritischerem Blick aber könnte man zu der Einsicht kommen, dass man insofern selbst Verantwortung für dieses Scheitern trägt, als man sich so einen sü.chtigen Partner auswählte und zu lange bei ihm ausharrte. Ihn bekehren, verändern wollte, statt etwas für sich selbst zu tun uvm.
Übrigens will ich hier nicht alle über einen Kamm scheren. Ich weiß, dass jede Geschichte individuell ist...Aber diese Tendenzen sehe ich schon hier im Thread (soweit ich gelesen habe).
Hier noch ein Zitat, das ich schon vor Monaten reinstellen wollte, es aber vergaß, und dann habe ich mich ja irgendwann verabschiedet.
Zitat:"Wer oft von seinem Partner betrogen, verlassen oder zurück gewiesen wurde, muss sich ebenfalls fragen, welchen Chimären aus seiner Kindheit er noch anhängt. Es nützt wenig, dem anderen Näheprobleme und Schwächen vorzuwerfen, die er auf Abwegen zu kitten versucht. Jeder, der häufig emotional zurück getoßen wird, hat ein großes Problem mit seinem Selbstwertgefühl, sonst würde er sich nicht diesen ewigen Demütigungen aussetzen. Auch er/sie erwartet Bestätigung von außen, erwartet von einem männlichen oder weiblichen Casanova, dass dieser sich doch endlich nur zu ihm bekennt, erhofft sich von einem emotional instabilen unzuverlässigen Menschen, er möge sich mit seiner ganzen Liebe für ewig nur ihm zuwenden.
Menschen, die in der Liebesbeziehung stets zu kurz kommen, drängen auf Wiedergutmachung und Wertschätzung, gerade bei solchen Menschen, die nicht bereit sind, sich wirklich emotional einzulassen, da sie sich ganz offensichtlich entziehen und nicht reif genug sind für dauerhafte stabile Gefühle.
Es gibt Menschen, die sich immer wieder verheiratete Liebespartner suchen, sich in verhängnisvolle Affären begeben und dann erwarten, dass der andere die vorhandene Ehe beendet und sich am Ende für sie, die Affäre, entscheidet.
Obwohl sie selbst den Ehebruch herbeiführen, fühlen sie sich betrogen, zurück gesetzt und vernachlässigt."
Was hier Leute wie Vegetari, Dummda, Kuddel oder mich (vermutlich) zu Einspruch provoziert, ist gar nicht der moralische Aspekt @kätzchen (siehe Dein Nietzsche-Beitrag).
Es ist vielmehr die Blindheit für die eigenen Anteile an der Geschichte. Meiner Meinung nach kann nur eine so einseitige Sicht auf eine Affairenbeziehung zu solch einer maßlosen Enttäuschung mit folgendem Misstrauen gegenüber dem anderen Geschlecht führen.
Es geht nicht um Schuld, sondern darum, dass eine erweiterte Sichtweise von dieser Enttäuschung befreien kann und die Möglichkeit bietet, in Zukunft eine gesunde Beziehung zu führen. Mir aufjedenfall.
Ich bin jetzt wieder hier raus.
Tschühüß
