Kaetzchen
Gast
Es ist leider so, dass genau die nötige Augenhöhe, die für eine "schmerzfreie" Affäre nötig wäre, von den Männern eben gerade nicht gewünscht ist. Die ziehen nämlich den größten Kick aus einer Affäre gerade aus der fehlenden Augenhöhe. Weil es sich so toll, so cool, so männlich anfühlt, von einer bedürftigen Frau angehimmelt zu werden. Wenn die eigene Frau zu Hause auf s. Avancen des Mannes mit Augenverdrehen oder Migräne reagiert, ist das ja sogar rein menschlich gesehen durchaus verständlich. Wer wünscht sich da nicht zumindest den Gedanken an eine hingebungsvolle Geliebte, die sich nach einem verzehrt? Damit kann man auch die Zurückweisungen der Ehefrau leichter ertragen.
Deshalb sind viele Fremdgänger sehr darauf bedacht, die Situation so zu halten, wie sie ist. Und sollte die Affäre es wagen, sich mehr Raum / Augenhöhe zu erobern, wird sie gern mal wieder in die Schranken gewiesen. Dann reduziert er den Kontakt oder die Treffen (macht sich also künstlich rar). Dann manipuliert er emotional mit Eifersucht, um die Kontrolle zu behalten. Dann macht er zwischendurch Schluss, um das ungesunde Gegengewicht wiederherzustellen, und hofft darauf, dass die Geliebte danach zähneknirschend und reumütig wieder zu Kreuze kriecht. Und so weiter. Alles ganz übliche Methoden und Muster in Affären.
Was nun die Beweggründe bei Frauen angeht, kann ich aus den bisher spärlichen Befragungen nur folgendes beitragen: Frauen gehen sehr oft nur "virtuell" fremd, und das reicht ihnen. Zum Leiden der Männer, die in Portalen eine Affäre suchen und immer wieder an Frauen geraten, die eigentlich nur ein bisschen Aufmerksamkeit, Bestätigung und Begehren brauchen, und das reicht ja, wenn man mit jemandem schreibt, dem ab und an neckische Bildchen schickt ... und die so neu geschürte Lust dann am eigenen Mann austobt. Da die weibliche Libido stark vom Begehren und dem eigenen Kopfkino abhängt, funktioniert das für viele Frauen auch ganz prima.