Kaetzchen
Gast
Zitat von Dummda2:Ich meine genau diesen Perspektivwechsel, den eine AF vollzieht. Was sagt dieser über sie selber aus? Warum konnte sie die EF und den Betrug ( jemandem anderen gegenüber) mittragen, als es für sie opportun war?
Du hast Dir die Antwort schon selbst gegeben - weil es für sie opportun war. Natürlich ist das egoistisch, und natürlich ist es ein "normaler" Egoismus (ich lasse die krassen Fälle, in denen eine Frau den Mann der besten Freundin oder so was nimmt, mal raus, da bin ich auch noch nicht sicher, was für seltsame psychische Programme da ablaufen), denn - warum sollte ich auf etwas verzichten, das ich gerade will, nur um einem anderen, den ich nicht mal kenne, damit einen Gefallen zu tun? Das wäre doch arg altruistisch, oder? Ich verzichte doch auch nicht im Supermarkt auf das letzte Brot im Sonderangebot, weil es eine andere, mir völlig unbekannte Frau hinter mir auch haben möchte? Vielleicht gibt es solche Menschen, abgesehen von Mutter Teresa, wirklich, ich kenne aber ehrlich gesagt keine.
So bitter es klingt, aber so ist es nun mal eben. Eine Affäre funktioniert nur, weil beide Affärenpartner egoistisch handeln. Sonst gäbe es keine Affären. Der Kapitalismus funktioniert aber auch nur, weil Menschen eben egoistisch sind. Sonst hätte der Kommunismus längst die Weltherrschaft - hat er aber nicht.
Und darüber hinaus behaupte ich mal ganz frech, am Weltfrauentag, dass "Frauensolidarität" eine Fantasie ist. Frauen sind untereinander sehr oft viel schlimmere und härtere Konkurrenten, als die meisten Männer sich das je vorstellen könnten. Im Fall, dass eine AF feststellt, dass auch sie nur betrogen und belogen wurde, fühlt sie sich aber der EF plötzlich solidarisch gegenüber. Schließlich hat man mit demselben Mann das "gleiche" Leid erlebt. Und dann entsteht auf einmal der Wunsch, sich mit der EF zusammenzutun. Passiert sogar auch manchmal, ich kenne ja auch solche Geschichten, in denen sich die Frauen am Ende gegen den Mann solidarisiert haben.
Manchmal erkennt man das Leid, das man anderen angetan hat erst, wenn man selbst davon betroffen ist. Nicht jeder Mensch kann Leid, das er selbst noch nie erlebt hat, nachempfinden. Das ist eben auch eine Frage der Empathie. Und da den meisten AF vom AM vorgemacht wird, dass die Ehe sowieso unglücklich und am Ende ist, glaubt manche AF womöglich auch, dass sie der EF einen Gefallen tut, wenn sie sie von dem lieblosen Mann und aus der unglücklichen Ehe befreit. Dass die Ehe gar nicht so lieblos ist/war kommt ja meistens erst am Ende raus, wenn die Affäre auffliegt und der Mann bleibt, wo er ist.