Random
Gast
Nö, nix für mich.
Ich hab lieber an vielen vielen kleinen Dingen Freude.
Und nicht an einer großen extrem.
In der Summe auch o. k.
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Random
Gast
Gast30
Mitglied
Zitat von Ema:Ebenso erging es mir mit dieser totalen Desorientierung und dem kompletten Nebel, wodurch ich dann aber mal zur Besinnung kam und eine Ahnung hatte, was mich dazu treibt. Diese Gefühle eines anderen anzunehmen und die teilweisen Mindgames waren später für mich beängstigend
Mir geht's hier auch gar nicht drum, jemanden in irgendeiner Form zu pathologisieren, um besser dazustehen und die Verantwortung schöner abschieben zu können - dir vermutlich auch nicht.
Mir hat das Nachlesen trotzdem ziemlich geholfen, weil es mir Erklärungsansätze für Phänomene gegeben hat, die ich zuvor überhaupt nicht einordnen konnte und die mich völlig verwirrt und demontiert zurückgelassen haben.
Die große Frage für mich ist jetzt natürlich, warum so jemand so wunderbar bei mir andocken konnte.
Erste (und zweite) Ideen hab ich allerdings schon
Santosha1951
Gast
Kaetzchen
Gast
Zitat von Random:So eine klassische Affäre hat ja auch wirklich alle Zutaten für ein Extremerlebnis.
Nö, nix für mich.
Ich hab lieber an vielen vielen kleinen Dingen Freude.
Und nicht an einer großen extrem.
In der Summe auch o. k.
Vya
Mitglied
Zitat von Santosha1951:@Vya
ich möchte nur nochmal zu meinem letzten Beitrag klarstellen, dass ich auf eine Anfrage von Ema geantwortet habe.
Wenn man fast zwei Jahre mit einem Menschen zusammen ist und feststellt, dass da bestimmte Persönlichkeitsmerkmale vorliegen, die, wie @Ema bereits beschrieben hat, einen anderen Menschen psychisch sowie physisch völlig außer Gefecht setzen, dadurch sogar eine Arbeitsunfähigkeit eintritt, dann muss ich das hinterfragen.
Nicht mehr und nicht weniger habe ich in meinem Fall getan. Habe mit meiner Therapeutin damals darüber gesprochen und erfahren, egal welche Diagnose, wenn er einem nicht gut tut, dann muss man es sofort beenden.
In meinem Fall war es aber eher so, dass dann eine andere Erkrankung bei meinem AM dazu kam und diese vorherigen Anzeichen einer Persönlichkeitsstörung genauso daher kommen könnten.
Vorhanden sind sie allemal!
Er hat mal gesagt....."es ist, wie wenn man innen langsam stirbt und sich doch zu lebendig fühlt für diese tote Welt"
LG

Random
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Kaetzchen
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Ema
Mitglied
Zitat von Gast30:Zitat von Ema:Ebenso erging es mir mit dieser totalen Desorientierung und dem kompletten Nebel, wodurch ich dann aber mal zur Besinnung kam und eine Ahnung hatte, was mich dazu treibt. Diese Gefühle eines anderen anzunehmen und die teilweisen Mindgames waren später für mich beängstigend
Mir geht's hier auch gar nicht drum, jemanden in irgendeiner Form zu pathologisieren, um besser dazustehen und die Verantwortung schöner abschieben zu können - dir vermutlich auch nicht.
Mir hat das Nachlesen trotzdem ziemlich geholfen, weil es mir Erklärungsansätze für Phänomene gegeben hat, die ich zuvor überhaupt nicht einordnen konnte und die mich völlig verwirrt und demontiert zurückgelassen haben.
Die große Frage für mich ist jetzt natürlich, warum so jemand so wunderbar bei mir andocken konnte.
Erste (und zweite) Ideen hab ich allerdings schon
was sind denn deine Ideen ? Du hattest ml geschrieben, dass er dennoch in dir etwas Schönes ausgelöst hat..
Ich will versuchen, darauf zu antworten. Wird aber länger.
Zunächst einmal die Erkenntnis, dass all das, was er in mir ausgelöst hat, diese tiefen Gefühle von Liebe, Vertrauen und auch Mitgefühl etwas ganz Wunderbares sind. Ich kannte das nicht und wusste gar nicht, dass es in dieser Form in mir steckt.
Allerdings darf man nicht den Fehler machen, sie auf diese Person zu projizieren und deshalb in einer suchtähnlichen, ungesunden und destruktiven Beziehung zu verharren.
Das ist ein großer Unterschied.
Ich hatte ihn so gern, hatte auch so große Empathie mit ihm, dass ich ihm alles vergeben und verziehen habe und immer schön weiter mitgespielt habe.
Ersteres ist toll. Zweiteres ist destruktiv und schädlich.
Folgender Spruch, der dem Dalai Lama zugeordnet wird, fasst es vielleicht zusammen:
"Verstehen und verzeihen heißt nicht, dass man alles mit sich machen lässt."
Ich war dermaßen demontiert und am Ende und mochte ihn doch immer noch. Damit kam ich überhaupt nicht klar.
Jetzt aber schon, zumindest schon einmal in der Theorie.
Meine Gefühle für ihn waren so stark, dass die üblichen Abwehrmechanismen komplett versagt haben. Und die heißen: Wut, Hass, Ablehnung, Verurteilung.
Das braucht man normalerweise, um sich abgrenzen und lösen zu können. Hat nicht funktioniert. Tut es noch nicht.
Er hat gelogen, betrogen, getäuscht und so weiter. Trotzdem ist er kein A.loch. Trotzdem fühle ich tiefe Zuneigung.
Auch wenn ich nie wieder in einer Beziehung mit ihm sein möchte. Und dies war für mich total neu.
Und ja, alle die hier geschrieben haben, dass man mit den 'Diagnosen' vorsichtig sein muss, haben völlig recht. Wir alle tragen Züge von Narzissmus und anderen unschönen Dingen in uns.
Mir hat es auch lediglich dabei geholfen zu erkennen, was da möglicherweise in mir passiert ist.
Und vor allem hat es mir geholfen zu sehen, dass ich selbst auch alles andere als perfekt bin. Nicht nur er.
Abseits jeder 'Diagnose' hat mir meine Wahrnehmung von ihm einfach nur eine tief geschundene Seele gezeigt. Mit der ich tiefes Mitgefühl habe und hatte.
Und mein kompletter Zusammenbruch hat mir gezeigt, dass ich die auch habe. Irgendwo.
Allerdings geht das ganze nun mal gegen meine eigenen Prinzipien von Aufrichtigkeit und Stolz.. eigentlich bin ich sehr konsequent.. und er ist so nen eierer.. und nun wurde ich selbst eierig und so unsicher.. auch in mir selbst.. und mag das an mir so gar nicht..
Ja, genau. So dachte ich auch. Von mir selbst.
In der Phase meiner totalen Demontage ist mir aber aufgefallen, dass ich in vielen Situationen in meinem Leben ganz anders gehandelt habe, als es meinen Prinzipien entspricht.
Mir sind da Sachen bewusst geworden, die mir die Schamesröte ins Gesicht getrieben haben. Wie ich manchmal mit anderen umgegangen bin. Wie sehr auch ich andere schon verletzt und missbraucht habe.
Und das Schlimmste ist: Das ist mir jahre- und jahrzehntelang gar nicht aufgefallen. Überhaupt nicht. Bis vor kurzem.
Und nach der Schamesröte kam die Erkenntnis, dass ich damals gar nicht anders handeln KONNTE. Wenn man mich darauf aufmerksam gemacht hätte, ich hätte tausend Gründe gefunden, warum das doch etwas ganz anderes ist. Warum das gerechtfertigt ist. Warum der andere das provoziert hat. Und so weiter.
Zum damaligen Zeitpunkt KONNTE ich nicht anders! Ganz offensichtlich.
Was ist daran ist so anders als das, was ER jetzt tut und getan hat? Ob Borderliner, Narz oder nicht. Ich glaube, im Moment KANN er nicht anders. So einfach ist das. Und ich konnte nicht anders, als da mitzuspielen. Ich hätte sonst ja viel früher die Reißleine gezogen, oder?
Hätte mal viel früher an die Ehefrau gedacht, oder? Hätte mal darüber nachgedacht, ob sich eine Beziehung, eine große Liebe, wirklich auf dem Fundament von Lug und Betrug aufbauen lässt. Hätte zumindest mal Konsequenzen gezogen als ich gemerkt habe, dass ICH den Bach runtergehe. Hab ich alles nicht gemacht. Warum wohl? Ich konnte in dem Moment nicht anders. Wieso also bin ich besser als er?
ich bin ganz anders.. wenn ich mich trennen würde.. würde ich auf der Couch schlafen und nicht weiter in einem bett. ich würde lieber alle unangenehmen Fragen meiner Familie und Freunden hinter mich bringen.. anstatt das alles quälend und zäh aufzuschieben..
[...]
mir fehlt da jegliche Fantasie.. ich bin ganz anders. ich könnte so gar nicht schlafen gehen.. mittlerweile denk ich auch, dass beide EPs in einer emotionalen Abhängigkeit stecken..
Ja, genau. Jetzt überleg dir aber mal, ob du wirklich immer in deinem Leben nur straight, ehrlich, aufrichtig und integer bist. Würde mich wundern. Ich kenne niemanden. Siehe auch oben
.
Gast30
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Dummda2
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juliet
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Zitat von Kaetzchen:
Ich mag immer noch am liebsten Kettenkarussell fahren.
Und dabei bleib ich, so ist es mir am liebsten. Ein gleichmäßiges Dahingleiten, mal geht's etwas tiefer, mal wieder etwas höher, aber man bekommt kein Schleudertrauma, es wird auch nicht langweilig, weil es immer angenehm prickelt, und es wird einem auch nicht schlecht, solange man den Fokus nicht aus den Augen verliert.
Random
Gast
Zitat von Dummda2:@ema, ich finde deine Reflektion klasse. Natürlich sind wir nicht alle perfekt und können nicht alles. Aber die eigenen Grenzen ehrlich anzuerkennen ist wichtig.
Mein Mann und ich hatten einen Disput die Tage. Ich erzählte von einem Fehlverhalten von mir (war nichts zwischenmenschliches). Er verurteilte es schlicht. Klar, das Verhalten war damals nicht korrekt gewesen, aber, so mein Einwand, "verstehbar". Wenn man z.B. Hunger hat und kein Geld, dann ist es "verstehbar", dass man sich einBrot klaut. Es ist aber dennoch nicht richtig (dem Ladenbesitzer ist ja auch ein schaden entstanden). Mich hat die Reaktion meines Mannes sehr geärgert. Er stellte sich als der Saubermann dar und urteilte. Klar, es gibt Dinge, die würde er nie machen, da wäre er immer sehr korrekt. Aber wer ist denn fremdgegangen und hat seine Frau belogen? Ja, das sei was anderes. (Ja, ist es auch, es ist schlimmer). Ich versuchte ihm zu erklären, dass wir manchmal das "Falsche" aus der Not tun. Das sei dann mitunter verstehbar, aber es ist deshalb nicht richtig. Ich könne verstehen, warum er die Affäre gehabt habe, aber nur weil ich es verstehe, heißt es nicht, dass sein Handeln richtig gewesen sei. Und mein Handeln damals war auch nicht korrekt, aber unter Würdigung der damaligen Umstände verstehbar. Wer für sich Verständnis einfordert, sollte es auch anderen unter Umständen gewähren. Das bedeutet nicht, dass falsches nun richtig sei. Im Gegenteil, man soll seine Werte nicht verraten.
Ja, wir sind nicht perfekt. ich mein jedoch, es gibt hier eine scheinbare Ambivalenz, die wir anerkennen sollten. Das eine ist, dass es vielleicht gute Gründe für unser Handeln gab, aber es sich dennoch um ein Fehlverhalten handelt. Sich selber verzeihen kann man nur, wenn man anerkennt, dass es etwas gibt, dass man verzeihen muss. Und so kann aus dieser Ambivalenz eine gesunde Wechselwirkung entstehen. Es ist schwer sich einzugestehen einen Fehler gemacht zu haben, gegen die eigenen Werte verstoßen zu haben (egal ob sich selber oder anderen gegenüber) und gleichzeitig möchte jeder, dass die eigenen Umstände gewürdigt werden, man verstanden wird. Für die Heilung ist aber beides nötig.
Santosha1951
Gast
Zitat von Dummda2:Mein Mann und ich hatten einen Disput die Tage. Ich erzählte von einem Fehlverhalten von mir (war nichts zwischenmenschliches).
Zitat von Dummda2:Er verurteilte es schlicht. Klar, das Verhalten war damals nicht korrekt gewesen, aber, so mein Einwand, "verstehbar".
Zitat von Dummda2:Mich hat die Reaktion meines Mannes sehr geärgert. Er stellte sich als der Saubermann dar und urteilte. Klar, es gibt Dinge, die würde er nie machen, da wäre er immer sehr korrekt. Aber wer ist denn fremdgegangen und hat seine Frau belogen? Ja, das sei was anderes. (Ja, ist es auch, es ist schlimmer). Ich versuchte ihm zu erklären, dass wir manchmal das "Falsche" aus der Not tun
Random
Gast
Zitat:Daraufhin bleibst du nicht bei deinem eigenen Fehlverhalten und reflektierst, sondern schmierst ihm wieder seine A.ffäre aufs Brötchen.
"Ja, wer ist denn damals fremdgegangen und hat seine Frau betrogen?"