So, nun bin ich auch mal wieder hier, nachdem ich in den vergangenen 5 Wochen wieder eine neue Runde gedreht habe.
Zwei Monate lang war ich nach dem von mir gezogenen Schlussstrich standhaft. Anfang März fragte ich hier nachmittags im Forum noch, nachdem er mir morgens geschrieben hatte, er würde jetzt aufgeben, er könne nicht mehr um mich werben und selbst wenn, es wäre alles zu kompliziert, dass ich nicht wüsste, ob ich darauf nun noch einmal etwas antworten solle. Am gleichen Tag abends stand er dann aber plötzlich wieder vor meiner Tür, hatte seine Meinung vom Vormittag offensichtlich schon wieder geändert und es ging in die Verlängerung.
Die dann folgenden Wochen waren zunächst ganz schön, wir haben viel Zeit zusammen verbracht und viel unternommen. Dann kam der Tag, an dem er seiner Frau völlig überraschend erzählte, dass es mich gab. Sie tolerierte es. Ich hielt zunächst einmal die Füße still, hoffte, es würde jetzt in der Folge vielleicht doch noch zu einer Trennung der beiden kommen. Aber je mehr Zeit verging, umso mehr verstärkte sich meine Befürchtung, dass das für ihn ja jetzt eigentlich eine Art Freibrief ist. Er konnte ja nun ohne lügen zu müssen, ohne Ausreden erfinden zu müssen, ohne Heimlichkeiten mit mir zusammen sein, soviele Nächte mit mir verbringen, wie er wollte und seine Frau sagte nichts dazu. Für ihn war es der Himmel auf Herden, er war glücklich.
Ich fing dann wieder an zu quengeln, dass ich das so nicht könnte, er mal hier bei mir, dann wieder bei ihr usw. Ohne klaren Schlussstrich. Es gab dann ein Gespräch zu dritt. Er wollte sich nicht trennen, er wollte uns beide, am besten alle drei unter einem Dach und er der Pascha mittendrin. Dass das so nicht gehen würde, war ihm selber auch klar, aber man kann ja mal Wünsche äußern.
Seine Frau konnte sich das nicht vorstellen und ich sagte auch, ich würde keinen Mann teilen. Stand auf und ging. Schluss. Er kam aber hinterher und wir redeten zu zweit weiter. Plötzlich kam die totale Kehrtwende. Er würde bei mir bleiben und sich doch scheiden lassen. Ich konnte das natürlich nicht so ganz glauben, weil er ja nicht einmal zwei Stunden zuvor etwas anderes gesagt hatte, aber ich ließ mich von meiner eigenen Wunschvorstellung verleiten und empfing ihn mit offenen Armen. Wir hatten einen schönen Abend zusammen. Er machte Pläne, wie die Trennung von seiner Frau und unser Zusammensein laufen könnte. Ich meldete weitere Zweifel an ob seines ambivalenten Verhaltens an diesem Tage, aber er schien selbst überzeugt davon, sich nun entschieden zu haben, dass wir es probieren sollten. Weitere Stunden vergingen, wir hatten uns bereits zum schlafen hingelegt, sprang er plötzlich auf, zog sich komplett an und sagte mir, er könne das doch nicht. Er hätte Angst, dass er das alles nicht packt, mit der Trennung, und mit mir, mit meinen Kindern usw. Er entschuldigte sich bei mir, es tat ihm leid. Er nahm seine Sachen und fuhr weg, mitten in der Nacht. Wie von der Tarantel gestochen, einfach auf und davon, Richtung Ehefrau. Ich konnte lediglich nur noch darum bitten, dass jetzt ein totaler Kontaktabbruch von beiden Seiten erfolgen müsse und er sich nie mehr wieder bei mir melden solle. Dann war er weg. Das war vor drei Tagen. Und ich sitze nun wieder hier, wie schon einmal Anfang des Jahres und fange wieder von vorne an, das Ganze zu verarbeiten und darüber hinwegzukommen. War schon einmal weiter und nun stehe ich wieder auf Start.
Meine Hoffnung ist, dass er es nun selber für sich begriffen hat, dass es keinen Sinn hat, diese Sache weiter zu verfolgen und mich tatsächlich für immer in Ruhe lässt. Es war ja das erste Mal, dass der Abbruch von ihm selbst kam, alle anderen Male zuvor war ich ja diejenige, die den Schlussstrich gezogen hatte und er das ja nie akzeptiert hatte und immer wieder ankam nach relativ kurzer Zeit.
Ich frage mich, ob dass nun, gerade weil es dieses Mal anders lief, tatsächlich das endgültige Aus bedeutet. Wer hat damit Erfahrung?
Einerseits wünsche ich mir das natürlich, damit ich endlich aus dieser zerstörerischen, aussichtslosen Karussellfahrt aussteigen kann und nach vorne blicken kann. Andererseits habe ich natürlich immer noch die Hoffnung, er kommt zurück und trennt sich doch noch endgültig von seiner Frau. So geht es wahrscheinlich den meisten hier, die noch nicht losgelassen haben. Ach, alles so traurig. Am Sonntag habe ich den ganzen Tag nur geheult. Seit zwei Tagen funktioniere ich nun irgendwie für mein Umfeld, meine Arbeit, meine Kinder. Aber es ist so schwer gerade, mit dem Verlust zu leben.
