Zitat von Kaetzchen:
Er sucht eine Lösung - ja, finde ich gut. Du siehst keine, weil es für Dich nur "alles oder nichts" gibt. Oder? Nichts dazwischen? Keine Grauzone? Soll er sich scheiden lassen, zu Dir ziehen und mit Dir und Deinen Kindern leben? Ist das wirklich Dein Wunsch?
Doch, es gibt etwas dazwischen und darüber haben wir auch schon gesprochen. Es ist doch so, dass er mit seiner Frau seit Jahren nur noch wie Bruder und Schwester zusammenlebt. Das glaube ich auch, denn ich kenne beide. Natürlich nicht, wenn sie allein in ihren vier Wänden sind, aber diese Äußerung von ihm passt schon. Wenn das aber so ist, wo ist dann das Problem, mit der Frau darüber zu sprechen, dass sie eben nur noch seine "Schwester" ist und nicht mehr seine "Geliebte, er sich weiterhin um sie kümmert, eben tatsächlich wie man sich um eine Schwester kümmern würde, die ansonsten auf sich allein gestellte wäre. Er soll sie ja gar nicht im Stich lassen, ich weiß, dass er das nicht kann und ich könnte damit auch nicht leben. Auch er könnte diese "Bruder-und-Schwester-Sache" ernsthaft leben, sich weiter um sie kümmern, wie es eben nötig wäre, aber die (exklusive) Liebesbeziehung führt er mit mir! Und das müsste er auch ganz klar so kommunizieren und leben. Und genau das ist der Knackpunkt, das tut er nicht. Er zieht da keine klare Linie, sie schlafen nach wie vor im Ehebett zusammen, wenn auch nichts passiert. Trotzdem. Mit meiner Schwester schlafe ich nicht in einem Bett, auch nicht im selben Zimmer. Maximal vielleicht in der selben Wohnung, wenn man so eine Art WG hat. Und er nimmt sie überall hin mit. Er bringt sie auch dort mit hin, wo er weiß, dass ich auch da sein werde (wir haben das gleiche Hobby) und zeigt sich dort mit ihr als Paar. Hat er auch getan, als unsere Affäre noch lief. Obwohl er wusste, dass das für mich nicht geht. Und an dieser Stelle finde ich, hätte er einfach konsequent sein müssen, wenn er diese "Bruder-Schwester-Sache" ernst meint und sich eindeutig zu mir bekennen müssen. Vor ihr und auch vor allen anderen. Aber es ist eben nur halbherzig. Er wollte schon mehrfach mit ihr darüber reden. Vielleicht hat er es auch und ich weiß es nur nicht. Wahrscheinlich kommt er da bei ihr nicht weiter, weil sie damit nicht einverstanden ist, was weiß ich und er setzt sich halt dann nicht durch mit seinen eigenen Bedürfnissen. Und weil sich diese Sache eben immer nur im Kreis drehte, habe ich mich zurückgezogen.
Natürlich kann ich mir das nicht vorstellen, ihn hier immer ganz bei mir zu haben, in meiner Wohnung mit meinen Kindern und ihm den Alltag zu leben. Das weiß ich alles, dass das nicht passt. Das will ich auch gar nicht. Aber etwa die Hälfte der Woche würde ich ihn schon sehen wollen, zumindest an den Wochenenden. Dann gern was Schönes zusammen unternehmen, halt die schönen Dinge des Lebens genießen, abseits von seinem Allltag mit seinem Haus und seiner kranken Frau und abseits von meinem Alltag mit meinen Kindern. Dafür will ich aber zumindest das Gefühl haben, die einzige Liebesbeziehung für ihn zu sein. Er müsste dazu stehen und beide Frauen (sie="Schwesterbeziehung"; ich="Liebesbeziehung) entsprechend behandeln. Er weiß das, aber er kriegt es nicht hin. Warum auch immer. Und deshalb zieht sich diese ganze Geschichte seit Monaten wie Kaugummi ohne Ergebnis.
Das wäre für mich ein Kompromiss, mit dem ich eventuell eine Zeitlang leben könnte. Wie lange, kann ich nicht sagen. Aber dazu müsste er sich eben erstmal bewegen und die Grenzen zwischen beiden Lebenswelten deutlich ziehen. Und daran scheitert es ja schon. Ich verstehe, dass das schwer ist für ihn. Aber er ist ja derjenige, der das unbedingt lösen will und mich nicht loslassen will. Dann muss er auch was tun. Nur ob und wann, ist weiterhin fraglich?
