Bina, ich glaube was Dir fehlt ist Deine eigene Mitte. Du hast Dich viel zu sehr rausgelehnt aus Deiner Mitte für diesen Mann. Das konnte man hier schön sehen, wie sehr sich alles immer um ihn gedreht hat (statt um Dich). Und wenn man so lange aus der Mitte gekippt ist, ist es schwer, die Balance wiederzufinden. Du bist ja nicht nur mit einem Bein rausgetreten aus Deiner Mitte, sondern mit beiden. Das ist nicht gesund. Und jetzt fehlt Dir die innere Mitte, die Ruhe, die Ausgeglichenheit, der sichere Halt (den Du in Dir selbst haben solltest, nicht in einem anderen) und deshalb leidest Du so.
Ich kann Dir nur raten, Dich auf Dich zu konzentrieren. Eine Bekannte von mir hatte eine blöde Beziehungserfahrung (keine Affäre), die sie seelisch sehr instabilisiert hat. Dann kam noch eine schwere Erkrankung hinzu et voilà - Zusammenbruch. Sie ging dann in eine 6wöchige Reha und kam daraus so gestärkt wieder, dass ich sie kaum wiedererkannt habe
Und warum? Weil sie in den 6 Wochen ganz bei sich war. Und zwar nur bei sich - kein Mann, keine Kinder, keine Jobprobleme, nix, worum sie sich kümmern musste. Sie ist früh aufgestanden und hat schon jeden Morgen am See gestanden und den Sonnenaufgang beobachtet. Sie hat viel Sport gemacht, Anwendungen, Gespräche mit Therapeuten geführt. Und jetzt ist sie "wie neu".
Wenn Du die Chance zu so was nicht hast, dann versuch das im Kleinen für Dich selbst. Such Dir eine (gute!) Therapeutin. Geh zum Sport. Mach Wellness. Strukturier Dein Leben so durch, als ob Du ein Asperger Syndrom hättest *gg* auch wenn sich das doof anhört, aber eine übermäßige Durchtaktung hilft oft dabei, die eigene Mitte wiederzufinden und sich auf "das Wesentliche" zu konzentrieren und damit auch, den inneren Halt wiederzufinden. Triff Dich mit Freunden, geh allein ins Kino oder ins Theater, geh allein einen Kaffee trinken oder was essen ... mach Dir ganz fixe Zeiten für alles - für Körperpflege, Haushalt, Frühstück, Mittag und Abendessen, fürs einkaufen, Internet

, Telefon, Spaziergänge, Sport ... und halte die ein, so strikt wie es geht (Ausnahmen nur in wirklichen Ausnahmefällen). Denk nicht mehr so viel darüber nach, was ER jetzt wohl macht und wie er jetzt lebt, sondern konzentriere Dich wirklich auf Dich. Denk lieber darüber nach, wie DU jetzt lebst und wie Du gern leben möchtest. Visualisiere Dein Traumleben so detailliert wie möglich, schreib oder mal es auf. Suche Glücksmomente in kleinen Augenblicken des Tages, jeden Tag mindestens einen, und schreib sie jeden Abend auf.
Und such nicht weiter die "Schuld" für Deinen Zusammenbruch im Außen. Ja, Du wurdest belogen - das passiert wohl Millionen Menschen jeden Tag. Ja, Du hast geliebt und vergeblich gehofft - auch das passiert täglich Millionen Menschen. Das ist alles nichts Besonderes, nur Dein Umgang damit ist besonders, und das ist das, worüber Du die Kontrolle (!) hast, das, was DU allein gezielt ändern kannst.
