Zitat von Kaetzchen:Das glaube ich Dir auch, dass das so ist. Man wird niemals einen Menschen finden, der einem ALLE Bedürfnisse erfüllt

wenn's gut läuft, schafft der Partner 50%. Wenn's richtig gut läuft, zwei Drittel. Mehr ist aber kaum drin. Da bleibt also immer etwas ungestillt, es ist nur immer die Frage, was (das sollte man bei der Beziehungsanbahnung halt überlegen, was da fehlt und ob man dauerhaft ohne das leben kann - wenn es z.B. s. nicht passt, weil der eine lieber P..o6 hat und der andere lieber stundenlangen Tant., wird das irgendwann zu Problemen führen). Im Grunde entscheidet man sich ja dann für den Partner und damit auch gegen die Dinge, die dieser einem eben nicht erfüllen kann. Wenn dann natürlich eines Tages jemand auftaucht, der genau diese Brachstellen füllt, ist man sehr anfällig dafür. Je nachdem, wie lange man das schon vermisst hat.
Im Grunde musst Du Dich ja nun für einen von beiden entscheiden - und damit aber eben auch ganz klar gegen den anderen. .
Das ist alles soweit richtig.... und fällt mir dennoch schwer. klar für mich ist: dass die Bedürfnisse, die mir bei meinem EM fehlen, mir vorher nicht bewusst waren. Also es ist nicht wie Du schreibst so, dass mir das alles schon bei der Beziehungsanbahnung klar gewesen ist. In der Tat hab ich mir darüber erst Gedanken gemacht, als das Kind bereits in den Brunnen gefallen war, d.h. mit dem Zeitpunkt, als ich mich "fremdverliebt" hatte. Das hat mich damals getroffen wie ein Schlag, ich hätte jeden, der mir das nur einen Tag vorher noch erzählt hätte, definitiv ausgelacht. Hätte auch niemals gedacht, dass mir sowas jemals überhaupt passiert.
Wie es dazu kam, hab ich mir erst danach überlegt. Heute weiß ich das. Aber nicht in dem Moment.
Und nein, es sind in der Tat keine s..uellen Gründe. Das hab ich mit meinem AM nie ausgelebt und da gibt es mit meinem Mann auch keine Defizite. Das ist eher der zwischenmenschliche Bereich. Mein Mann liebt mich, das weiß ich und das spüre ich auch, aber er hat auch viel an mir auszusetzen. Mein AM nimmt mich an, so wie ich bin. Da fühle ich mich angenommen, geschätzt und ja, auch geliebt. Bedingungslos. Auch wenn er sich nie zu mir bekennen würde, weiß ich dass das so ist.... das mag auf dieser Welt keiner verstehen, das ist mir auch völlig Schnuppe. Denn ich für mich weiß, dass es so ist.
Manchmal glaub ich zudem, er ist mir einfach ähnlicher als mein Mann. Vielleicht liegt es auch an der Erziehung bzw. am Elternhaus. Das was man so ganz bei sich betrachtet gewohnt ist. Ich war relativ "tief" in dieser Familie drinne, auch bei seinen Eltern, seinem Bruder und so. Oft wusste ich, die ticken so wie ich, da sind viele Schemen gleich abgelaufen. Bei der Familie meines Mannes ist das anders. Ich fühl mich da zwar megawohl, aber dennoch ist es dort "anders" als ich es als Kind gewohnt war. Keine Ahnung, ob sowas das alles beeinflussen kann, ich bin ja kein Psychologe. Aber irgendwie hab ich mich da immer sehr verbunden gefühlt. Bis heute fällt mir das auch schwer, dass ich keinen Kontakt mehr zu seiner Mutter habe.
Dennoch hat mein AM Charakterzüge, mit denen ich im Alltag nicht klar kommen würde. Das weiß er auch. Hat er viel zu oft erwähnt. Wir hätten keine Chance.