Ich glaube nicht, dass hier jemand etwas falsch versteht, Melana. Fakt ist aber, dass Du an der Frau Deines Ex-AM, die mal eine sehr gute Freundin von Dir war, kein gutes Haar lässt. Obwohl sie ja nun mal eben nichts "getan" hat, so wie auch Dein Mann nicht, außer dem Partner irgendwie nicht mehr genug zu sein. Deine Motivation dahinter ist allerdings jeder Frau, die sich mal in einer Affäre befunden hat, klar

Auch wenn Du vom Verstand her nicht willst, dass er sich trennt und Du ja auch gar nicht mit ihm zusammen sein willst, weil es nicht "passt", verlangt aber Dein Stolz, Deine weibliche Würde danach, dass DU seine wirklich wahre Liebe sein musst, und nicht seine jetzige Frau.
Du schreibst z.B., dass Du Deinen Mann "auch noch" liebst, den AM aber auf eine andere Art auch. Für ihn und seine Frau negierst Du aber jegliche Liebe, Du sprichst stattdessen nur davon, dass er wegen der Kinder bleibt, weil sie die sonst ins Ausland entzieht (was Quatsch ist, es gibt Gesetze in Deutschland, und wenn beide das Sorgerecht haben, haben auch beide das Aufenthaltsbestimmungsrecht, alles andere wäre Kindesentführung und strafbar). Davon, dass sie abhängig von ihm sei und er sie daher aus Verantwortungsbewusstsein nicht verlassen kann ... bla bla. Das ist zu 150% exakt das übliche Affärenmann-Geblabber. Daran ist nichts, aber auch gar nichts "besonders" oder anders.
Das und die Tatsache, dass Du Dich nun schon seit Jahren (!) mit diesen Gedanken beschäftigst, obwohl Du Dich schon vor über einem Jahr für Deinen Mann und Deine Ehe entschieden haben willst, lässt mich an einigen Deiner Worte zweifeln. Wenn man als ehemalige AF eins gelernt hat, dann ist es, auf Diskrepanzen in der Kommunikation sehr empfindlich zu reagieren

denn wo zwei Aussagen nicht zueinander zu passen scheinen, hat man es halt mit einer Lüge zu tun. Ganz einfach.
Worin genau jetzt Deine (Selbst)lüge besteht, kann ich Dir nicht sagen, das musst Du herausfinden. Vielleicht ist es ein Fall von "es kann nicht sein, was nicht sein darf", weil Du Deinen AM liebst, er Dich aber nicht genug, um sich für Dich zu trennen, also bleibst Du bei Deinem Mann und redest Dir selbst ein, dass Du ihn liebst und Deine Ehe toll ist.
Vielleicht ist es die Verklärung des AM zur Liebe, obwohl er Dir nur das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Bestätigung befriedigt hat, das in einer langen Ehe natürlich irgendwann meistens zu kurz kommt. Und weil das irgendwie doof wäre, nur für ein bisschen Ego-Push einen geliebten Mann betrogen und eine Familie riskiert zu haben, obendrein auch noch eine sehr gute Freundin hintergangen zu haben, was alles in Summe natürlich kein schönes Charakterbild mehr ergibt, muss man sich eben einreden, es wäre doch die große Liebe (gewesen) und nicht nur blanker Egoismus.
Es riecht bei Dir in meiner Nase einfach zu sehr nach "ich möchte meine weiße Weste behalten und so gut wie möglich dastehen, obwohl mir klar ist, dass ich ein Ar..loch bin". Das passiert nämlich leider, wenn man sich selbst und anderen in die Tasche lügt und Aussage A nicht zu Aussage B passen will.
Ich will Dir nichts Böses, aber es bringt Dich ja auch nicht weiter in der Verarbeitung, wenn Du bei Deinem Selbstbetrug bleibst und weiterhin krampfhaft daran glauben möchtest. Zumindest Dir selbst gegenüber wirst Du irgendwann Farbe bekennen müssen, Deine tatsächliche Motivation erkennen und Dir selbst verzeihen müssen. Anders wirst Du kaum damit abschließen können. Und da dieser Schritt meistens am dollsten weh tut, weigern sich so viele Menschen, ihn zu gehen. Er ist aber der wichtigste, der erlösende Schritt, und erst, wenn man ihn hinter sich gebracht hat, kommt man wieder weiter voran. Solange man sich nicht traut, ihn zu gehen, bleibt man stehen, dreht sich ein bisschen im Kreis und - kommt eben nicht "los".