Zitat von Holylake:Liebe Ema, Du bist so reflektiert, Deine Beiträge so oft hilfreich für Leute wie mich im akuten Kaltentzug. Und nun stellst Du echt diese Frage? Du kennst die Antworten, denn eine reicht jeweils nur für eine Affäre.
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Ich zitiere mal nur diesen Absatz, damit klar ist, worauf ich mich beziehe, ich meine aber den gesamten Beitrag.
Ja, Holy, ich stelle die Frage ernsthaft. Und ich kenne die Antwort nicht.
Alles, was du sagst, stimmt.
Und es erklärt vielleicht, wie ich da hineingeraten konnte. Vielleicht. Denn bisher ist es mir immer gelungen, mich von Manipulatoren jeglicher Art ziemlich fernzuhalten. Oder doch recht bald wieder zu gehen, wenn ich es gemerkt habe.
Diesmal nicht. Diesmal ist alles anders. Warum?
Es erklärt NICHT, wieso ich da nicht wieder rauszufinden scheine. Immer noch nicht. Nach all der langen Zeit.
Ich halte mich von ihm fern. Ich halte ihn von mir fern. Schon lange.
Aber das Gefühl, etwas ganz Besonderes und sehr Wichtiges verloren zu haben, das bleibt.
Ich bin nicht mehr dauernd traurig. Im Gegenteil. Die meiste Zeit bin ich es nicht. Ich lache viel. Viele Leute sagen, dass ich regelrecht strahle.
Aber tief in mir sitzt seitdem ein großer Schmerz.
Vielleicht saß der dort auch schon immer und ich konnte ihn nur nicht fühlen.
Ich weiß es nicht.
Aber eins weiß ich: Diese Begegnung hat so tief in mir eingeschlagen, sie hat mich so tief im Inneren berührt wie keine andere zuvor. Nicht einmal annähernd. Ich hätte das nicht für möglich gehalten.
Und das hat mich verändert. Es verändert mich weiterhin. Ich spüre das.
Und ich bekomme es auch von außen gespiegelt.
Die Menschen reagieren anders auf mich als früher. Und ich reagiere umgekehrt anders auf sie.
Ich fühle anders. Ich mag andere Dinge.
So einen gewaltigen Einschlag kann ich mir nicht mit Hormonen und/oder Manipulationstechniken erklären.
Irgendwie nicht.
Du sagst, ich sei sehr reflektiert?
Wahrscheinlich bin ich das. Oder war es zumindest immer.
Ähnlich wie Gretchen schreibt, hatte ich gern das Gefühl, Kontrolle über den Intellekt und über das Verstehen von Zusammenhängen zu erlangen.
Diese Kontrolle versagt im Moment jedoch kläglich.
So viel ich auch nachdenke: Ich verstehe es einfach nicht. Nicht wirklich.
Und ich denke jetzt immerhin schon seit zwei Jahren nach.
Vielleicht ist genau das der Punkt.
Vielleicht muss ich anfangen, der rechten Hirnhälfte - die so lang schon ein Stiefkind-Dasein bei mir spielt - eine echte Chance zu geben.
Aufhören, den Kram gedanklich durchdringen zu wollen.
Andere Ansätze suchen. Solche, die nichts mit Nachdenken und Verstehen auf der rationalen Ebene zu tun haben. Solche, die ganz anders funktionieren.
Meine neuen Vorlieben würden jedenfalls genau darauf hinweisen. Sie gehen genau in diese Richtung.
Kurz: Ich glaube, ich habe an dieser Affärengeschichte alles verstanden, was es zu verstehen gibt.
Und bin so klug als wie zuvor
