Zitat:Genau so empfinde ich es. Eine Mischung aus So-solls-sein, Wehmut, Verbundenheit und Dankbarkeit. Ich finde das auch richtig so, und darauf kommt es glaubich an. Ich habe mit den bisher vier (inkl AM jetzt) Lebensgefährten die... wie soll ich sagen... intensivsten zwischenmenschlichen Beziehungen gehabt, die höchsten Glücke, die schlimmsten Streits, die bittersten Tränen, um das mal etwas zugespitzt zu formulieren - die gehören zu mir und meinem Leben, und das sollen sie auch. Auch wenns vorbei ist.
die höchsten Glücke

Das ist süß!
Ja, genau diese Haltung habe ich auch in Bezug auf Verflossene. Und ich wundere mich manchmal über Menschen, die mir erzählen, dass sie einmal verlassen oder betrogen, was auch immer, wurden und fortan, oft sogar über viele Jahre misstrauisch oder sogar bitter durchs Leben gehen. So z.B. ein Ex von mir. Das erzählte er mir gleich zu beginn, aber ich habe damals noch nicht gewisst, dass das kein gutes Zeichen ist. Ich kann selbst gar nicht so denken und fühlen. Also z.B. jetzt ewig verletzt zu sein oder misstrauisch weil mein Exex damals eine Affaire hatte. Nein, ich empfinde es genau so wie Du es oben beschreibst.
Zitat: Und insbesondere der ex-EM, Vater meiner Kinder, 20 Jahre day by day. Du schriebst so etwas Ähnliches über deinen Ex (-Ex?). Und ja, auch die Bereitschaft fürs Da-sein: same here. Bei ihm auch, zum Glück. Drum gehen wir morgen frühstücken, ich freue mich drauf

war es schön?
Ich habe neulich auch meinen EXex getroffen und bin immer ganz berührt, dass auch er diese Haltung zu haben scheint. So etwas friedliches. Und jedes Mal- wir sehen uns selten- bringt er mir ein kleines Geschenk mit. Diesmal waren es passend zum Sommerbeginn Fellhauspuschen. Sehen echt wie kleine Schafe an den Füßen aus
Dieser andere misstrauische Ex z.B. würde wahrscheinlich bei einem Treffen heute gleich wieder auskramen, was irgend welche Erlebnisse für Spuren bei ihm hinterlassen haben.
Zitat:Das mit den Jahrzehnten meinte "vergessen" im Sinne von "keine Ahnung, wie hieß der man noch?". Nicht, dass das Herz noch hängt.
jetzt schnalle ich es, habe eben nochmal nachlesen und grübeln müssen. Das- wie hieß der noch? kenne ich gar nicht, aber auch nicht, dass mein Herz noch bei ihm hängt. Es bleibt da aber eine Art familiäres Gefühl. Ich finde das ganz komisch. Seit jeher empfinde ich es für mich irgendwie unnatürlich, jemanden geliebt zu haben und dass er dann kein Teil meines Lebens mehr ist. So, als würde jeder zu meiner Family, den ich mal berührt habe, selbst wenn da null Sehnsucht bleibt und auch gar kein Kontakt mehr besteht. Mich irritiert das. Ein Ex wird sozusagen nie einfach nur zu einem fremden Menschen.
Zitat:Interessant, das mit dem Tagebuch! Mach ich in Krisenzeiten exzessiv - gerade der AM, der die meisten Fragen ever aufgeworfen hat, füllt ewig viele Seiten. Und ja, Du hast Recht, das ist tatsächlich manchmal wie eine Art Häutung: Wenn man durch ist, dann ist es auch durch. Es gibt kein Zurück, so ist das eben.
Aber weißt Du, wisst Ihr, @ all: ich glaube, viele von uns treffen sich ausgerechnet hier, schreibend, weil für uns eben schreiben die beste Hilfe ist. Und, dass da andere sind. Und dass manchmal (meistens), eine antwortet

bei Dir ist es die Häutung. Ich empfinde immer das Ablegen, also wirklich ein Gefühl des materiellen Ablegens oder aus mir heraus holens und ins Tagebuchkistchen legens. Danach habe ich dann meinen Frieden weil alles wieder frei in mir ist, so als könnte man Erlebtes wirklich ablegen wie....wie einen Mantel
Und das ist ganz wunderbar weils auch mit Verletzungen funktioniert. Ich schreibe alles auf, was mir weh tat und dann dauert es nicht lange, bis es wieder gut ist, so als hätte ich alles echt von mir hinaus ins Tagebuch abgelegt.
Über Freudiges schreibe ich viel weniger. Das behalte ich in mir drinnen
Zum Markierten: ja, manchmal ist es auch wie Tagebuchschreiben mit einer Antwort, Anregung. . .

Das bietet ein materielles Tagebuch ja nicht
Und nochmal ja, ich schreibe ja schon lange hier. In guten und in schlecten Zeiten. Das besondere in so einem Forum ist ja, dass man ein Thema hat, das einen bewegt und sich dann jemand findet, der sich auch genau damit befasst und das oft sehr präzise. Das habe ich so im Alltag nicht. Bewegt einen um 2h morgens etwas spezielles, kommt ein Echo.
Zudem reizt mich das Forum weil ich hier auch Menschen begegne, die gaaanz anders sind als ich und denen ich im Alltag vielleicht nie begegnen würde. Und auch gerade die Gedanken von so anderen Menschen sind interessant für mich.