Zitat von blackeyed:
Nach alldem was Du über seine Frau berichtet hast, bin ich mir sicher, dass Du seine emotionale, weiche, sehnsüchtige Seite ansprichst.
So wie Du eben bist.
So wie ich es auch erlebt habe. Stichwort: Sein Schutzpanzer.
Deshalb kehrt er immer wieder.
Es fehlt was.
Ja. So sehe ich das auch.
Aber nicht vergessen:
Er hat auch meinen jahrzehntealten Schutzwall durchbrochen. Ich war eine Art Festung - ohne dass mir das selbst bewusst war.
Er ist näher - viel näher - an mich herangekommen, als ich es damals selbst konnte. Ich wusste ja gar nicht mehr, was ich alles weggesperrt hatte.
Wie viel an Gefühlen. Und damit meine ich nicht nur die liebevollen Gefühle. Auch nicht nur die Leidenschaft.
Da war auch anderes.
Sehr viel Schmerz zum Beispiel, an den ich mich nicht erinnern wollte.
Durch ihn war alles wieder da.
Das war teils sehr schön und teils sehr schwer. Teils war es kaum auszuhalten.
Du sprichst von seiner weichen, sehnsüchtigen, emotionalen Seite, die ich angesprochen habe?
Ja. Das glaube ich auch.
Aber eben: Er bei mir auch.
Ich war nämlich überwiegend gar nicht weich und emotional als wir uns kennengelernt haben.
Und ein Helfersyndrom hatte ich erst recht nicht.
Ich war im Gegenteil ziemlich stachlig und scharfzüngig und unerbittlich. Ich musste mich ziemlich durchschlagen im Leben. Da wird man leicht so.
Ich bin all das übrigens immer noch oft. Aber ich habe jetzt auch eine andere Seite entdeckt und die darf jetzt auch leben. Immer mehr sogar.
Und ja: Ich glaube, ich habe bei ihm etwas sehr Ähnliches ausgelöst.
Und das kann er so wenig vergessen wie ich.
Im Unterschied zu mir hängt er aber woanders fest. Warum auch immer.
Ich urteile darüber nicht mehr.
Ich stecke nicht in seiner Haut. Aber ich halte ihn nicht für einen Lappen oder Weichei. Auch nicht für ein Ars chl och.
Er kommt da nicht weg. Trotzdem würde er mich gleichzeitig nicht gern verlieren. Das ist alles.
Kann man ihm das vorwerfen?
Ja, vielleicht.
Ich tue es nicht.
Es ist sehr traurig, das ja. Aber ich werfe es ihm nicht vor.
Wer weiß, welche Dämonen ihn quälen?
Da er es ist, der woanders feststeckt, hofft er, beides doch irgendwie unter einen Hut bringen zu können. Irrationalerweise. Denn auch er hat ja damals gesehen, dass es nicht funktioniert. Er hat sich ja auch überhaupt nicht wohlgefühlt in dieser Situation. Hatte ständig ein schlechtes Gewissen.
Macht ihn das aber zu einem Sc hwei n, dass er den Wunsch weiterhin hat, es möge irgendwie zu vereinbaren sein?
Ich finde nicht.
Und es bleibt ja auch nur ein Wunsch.
Denn ICH habe unter der Affäre definitiv so arg gelitten, dass ich weiß, dass ich das nie mehr will und mitmache.
Ich sehe weit und breit kein Ars chl och.
Es ist traurig. Ja. Ich hätte es gerne anders. Ja.
Aber das ist auch alles.