Karenberg
Gast
In einer Affäre landet man wegen der Anziehungskraft, der Seelenverwandschaft, der inneren Verbundenheit obwohl man sich kaum kennt, dem Sog dem man sich schwer entziehen kann, dem Feuer (werk)was zuvor keiner verursachen konnte, der wahnsinnigen Innigkeit und Nähe.< Achtung, Ironie.
Es ist schwer einzusehen, dass man einfach nur einem skrupelosen, gefühlslosen, nicht wirklich an einem interessierten Ar.. aufgesessen ist.
In der Zeit, wo man drin steckt erkennt man es nicht. Wegen rosa Brille, Hirnvernebelung, dicht gequatscht werden.
Angesetzt werden kann bei sich. Welches waren die Lücken, die Ar.. füllte. Welche Zukunft wurde versprochen und warum wollte man das genau leben? Welche Sehnsucht wurde zumindest verbal eine Zeitlang abgedeckt u.s.w., in dem Stil. Was war los mit einem zu der Zeit, dass man wider besseres Wissen sich einfach davon tragen ließ in eine Hölle hinein, die einem u.U. jahrelang das Leben versauen kann? Warum ist man bei den ersten, schlechten Gefühlen nicht einfach gegangen? Warum muss man sich es dann schön reden und macht weiter und weiter und weiter?
Macht es tatsächlich so einen Spaß Opfer zu sein? Für jemanden, der gar nichts, aber auch wirklich gar nichts für einen fühlt (weil sonst würde nicht so mit einem umgegangen werden)? Der dich anlächelt, anhimmelt und tief innen drin ist da nichts? Eine Leere Hülle also, wo man seine Wünsche hineinwirft, was gespiegelt wird und man deswegen denkt, es kommt von der anderen Seite genauso an Gefühlen zurück. In Wirklichkeit ist da nichts. Spürt mal nach, wenn ihr bei eurer Affäre seid, ob es nicht in Wahrheit nur eure Gefühle sind. Nehmt mal Abstand, schaut ihn/sie euch an, lasst es wirken und ihr werdet merken, da ist nur Leere. Die ihr füllen sollte, damit diese Person sich überhaupt spüren kann. Schaut in ihre Augen, sind das die Blicke, die ihr von einem wahrlich Liebenden kennt? Ich wette nein. Ihr schaut in Augen, die euch spiegeln, aber schaut sie euch an, wenn sie denken, sie seien unbeobachtet. Vorsicht, nicht erschrecken dabei.
Das gilt es zu erkennen und das ist innerliche Schwerstarbeit. Bedeutet beiseite schieben von eigenen Gedanken, Vorstellungen und Wünschen einschließlich Wolkenwelt. Aber es lohnt sich.
Wie fühlt ihr euch nach einem Treffen?
Energiegeladen, erfreut, großartig? Naja, vielleicht in der Anfangszeit. Wie schnell kippt es in eigene Leere, Energielosigkeit, Verzweiflung und allgemein desolaten Zustand. Ziemlich schnell, nicht wahr?
Und das wollt ihr wieder haben? Immer wieder? Warum?
Wirkliche Zuneigung fängt anders an, langsam, warm und innig, respektvoll, bedacht, behutsam. Das kennt ihr sicher. Erinnert euch an dieses Gefühl und fragt euch, wo das bei eurer Affäre ist/war.
Es liebt euch keiner, der euch ein Gefühl vermittelt, als sei ein LKW über euch hinweg gebrettert.
Der euch emotional überrennt und dann tage-, wochen-, monatelang fern bleibt.
Erkennt es, löst euch und bleibt fern. Das Leben kann so schön sein, wenn die Affäre weit weg ist.
Holt euch euer Leben zurück.
Ausnahmen bestätigen die Regel. Es gibt sicher Affären die gut laufen, ihren Sinn erfüllen und für alle Beteiligten eine Bereicherung sind. Die sind mit diesem Text nicht gemeint.