Zitat von Silberfuchs:Ich bereue JETZT meinen Schritt, weil es dreckig weh tut und ich mich mies fühle und ich aus dieser Situation heraus die kleine Geborgenheit der großen Liebe vorziehen würde...und ich mir vorstelle und wünsche, dass ich meinen Ex doch wieder körperlich toll finden könnte.
Wenn ich aber ehrlich bin, gehört halt auch dazu, dass ich während der Treffen mit dem anderen nie auch nur einen Gedanken an meinen Exmann gedacht habe.
Jetzt also zurück in seine Arme zu flüchten , wäre direkt in den nächsten Gau zu laufen.
Das war/ist mein Problem: mal lernen, die Füße still zu halten und nicht jeder Gefühlsregung nachzugehen/sich reinzusteigern.
Meine Baustelle für die nächsten Jahre.
Ich kann das sehr gut nachvollziehen, wie Du dich fühlst. Ist auch total verständlich nach dem emotionalen Absturz. Natürlich sucht man erst einmal irgendwo Schutz und Geborgenheit. Wenn auch nur irgendwo gedanklich. Schön finde ich, dass Du Dich da an Deinen Ex Mann erinnerst. Offensichtlich hat er das gut gekonnt bzw. hatte Eure Ehe in der Hinsicht etwas, was gut war. Immerhin etwas, denn so wie Du die Ehe schilderst, war das ja nicht unbedingt einfach für Dich.
Betrachte die ganze Sache vielleicht mal aus der Ecke: Ich habe nach so vielen Jahren unterschiedlichen Beziehungsgedöns den Eindruck, wir bekommen immer genau das wonach wir gesucht haben. Und zwar ist das leider nicht das, was wir als Wunsch lautstark artikulieren, sondern das, was wir unterbewusst für uns fast nicht hörbar für andere dagegen brüllend laut ausstrahlen. Hört sich vielleicht ein wenig strange an, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich die Affäre und den Sturz von der Steilklippe"bekommen" habe, damit ich endlich anfange, mich wirklich intensiv mit mir selbst zu befassen und nicht immer nur Zeitpflästerchen auf die Beziehungswunden klebe.
Wie Du so richtig sagst:
Zitat von Silberfuchs:Ich hätte meine Ehe erstmal verarbeiten müssen. Aber hätte hätte...
Ich bin nach all dem der Meinung für diese Auseinandersetzung muss man erstmal den richtigen Schuss gehört haben.
Wenn es aber der richtige Schuss ist, dann geht es aufwärts. Wenn nicht, braucht man halt noch ein paar.
Jetzt geht es mir richtig gut. Es ist viel passiert für mich, mit mir und um mich herum und ich erlebe mich bei weitem nicht mehr so passiv wie früher. Ich kann mich richtig gut leiden in meinem "neuen" Leben und ich merke, wie viel mir das wert geworden ist und wie viel ich mir wert geworden bin. Ich habe kräftig aufgeräumt. Das ist ein total gutes, schönen, zufriedenes Gefühl. Ich vermisse momentan nichts.
Was will ich damit sagen? Es gibt Hoffnung, das Leben geht sowieso weiter, auch wenn es gerade im Moment wenig spaßig ist und sehr viel Kraft kostet. Das gibts nix zu beschönigen, der Liebeskummer der ersten Stunde ist mehr als bescheiden. Ich kann mich nicht erinnern, je einen schlimmeren Kummer gehabt zu haben, als den nach der Affäre. Aber die gute Nachricht ist, auch der geht irgendwann vorbei.
Ich weiss aber auch, gerade die Weihnachtszeit ist da zusätzlich eine enorm harte Kante. All diese schreckliche beim bloße Zuschauen schon kariesverursachende Werbung/Musik/Filme mit den überglücklichen Menschen im Fernsehen, alles soll so gemütlich sein und am besten zu zweit.

Letztes Jahr wäre ich am liebsten abgehauen. (Ein Flugticket auf die Salmon Islands hätte gar nicht soviel gekostet übrigens

)
Das übersteht man aber auch und wenn man sich Mühe gibt und will, dann findet man sogar einige schöne Sachen daran.
Immer in kleinen Schritten und ohne zu schnell zu viel zu wollen und die Geduld zu verlieren. Dann wird das schon. Und man kann seine Gedanken immer hier lassen, hier gibt es immer jemanden, der mit liest und antwortet, auch wenn es manchmal schon etwas still in dem Thread geworden ist
