Sich einlassen auf jemand Neues ... ist bei mir jetzt ein Thema. Emotional zu nahe kommen darf mir kein Mann, und auch noch Aufmerksamkeit beanspruchen, dann springe ich wie ein Karnickel im Sechseck, krieg Schnappatmung, Herzrasen, Engegefühle in der Brust. Die volle Panikreaktion. Ist das Mißtrauen at its best? Gut funktionierender Selbstschutz vor dem "Zuviel", vor Überforderung? Stellt sich Ego zur Schau und demonstriert Stärke?
Und in mir sitzt so ein kleines Teufelchen, dass mich mit dem Dreizack genau dahin scheucht, wo es weh tut. Ich habe am Mittwoch ein Date. Ich fühle mich so geteilt irgendwie: der eine Teil freut sich wie blöd auf diesen tollen, interessanten, intelligenten, schlagfertigen, attraktiven und verrückten (ganz wichtig!

) Mann und hofft, dass er in meinem Leben bleibt, der zweite Teil sch... sich gerade einen Klacken in die Hose vor lauter Angst, DASS er bleiben könnte (Oh Gott, Gefühle!), der dritte Teil hat Angst, dass überhaupt nix passiert, der vierte Teil möchte auf den Küchentisch (dann müsste ich die Tischplatte endlich mal richtig befestigen

), der fünfte Teil lacht sich über mein Gemähre hier halbtot, der sechste Teil sagt, geh da rein in die Erfahrung und lerne, der siebte Teil ... bleibt frei für Sonstiges

!
Die Kontinente meines Herzens sind in Bewegung geraten und verschieben sich auf den Magmaströmen meiner Gefühle. Das tut weh, das knirscht, das gibt auch Eruptionen. Nichts bleibt oder ist mehr so wie es war. Vielleicht entsteht durch die Plattenverschiebung in meinem Herzen ein neuer Kontinent? Ich fühle mich gerade wie ein Forscher auf innerer Expedition. Das ist jetzt der neue Seinszustand.
Lange Zeit fühlte ich mich ganz ähnlich wie bina: völlig desolat im Chaos meiner Enttäuschung, Verletzung. Ich komme aus einer hochmanipulativen Ehe, wo ich als schwache Persönlichkeit mich ständig selbst in Frage gestellt hatte, mir wurde meine Wahrnehmung abgesprochen durch Vernebelung, Verleugnung und Verdrehungen, uvm. Durch die Therapie weiß ich jetzt, dass ich aber gar nicht so schwach sein kann, denn ansonsten hätte ich die 15 Jahre in diesem Kontext nicht so "gesund" überstehen können mit einem solchen Partner. Das massive Ängste noch länger bestehen vor dem erneuten Erleben einer solchen Konstellation ist erwartbar.
Ich bin viel offener als früher. Ich vertraue Immer noch. Ich höre (meistens) auf mein Bauchgefühl.